Und das Patienten hinten im Rettungswagen rumfliegen, Sorry aber das ist Schwachsinn!
Eher fliegt das Personal durch den Wagen, weil sie oft während der Fahrt am Pat. hantieren müssen und schlecht bis gar nicht gesichert sind.
Ich wünsche es diesen "Typen" nicht, aber ich frage mich, ob sie anderes darüber denken würden, wenn sie mit einem Herzinfarkt im Krankenwagen liegen und der Fahrer vor der roten Ampel halten muss oder mit vorgeschriebenen 30 zum Krankenhaus fährt.
Deine Aussage ist nachvollziehbar und klar,
die würden im Ernstfall anders reden. ( Es sind dann vermutlich auch diejenige Spezies Mensch, die sich als Nachbarn im Wohngebiet während eines Einsatzes beim Fahrer des NEF echauffieren kommen und verlangen, daß dieser die Strasse gefälligst wieder frei zu machen habe, da das Notarztauto schließlich verkehrsbehindernd abgestellt sei...

)
Aber vor einer roten Ampel (während einer Einsatzfahrt gleicht sie einem

, ) laß ich mit Sicherheit anhalten, sofern die Strasse nicht schon anderwertig abgesperrt ist. Schon meiner eigenen Sicherheit zu liebe. Die von Andreazzz zitierten Rettungsrambos sind absolute Ausnahmen. Die gab und gibt es heute mitunter immer noch. Egal ob FW oder HiOrg. Und wenn ein Rett.-Assistent meint, er muß letzte Rille fahren, hat das, wenn ich an Board bin, auch unmittelbare Konsequenzen. Dafür sorge ich dann schon. Ich habe in fast 20 Jahren Rett.-Dienst schon ziemlich viel erleben müssen und ehrlich gesagt, sind Alarmfahrten mir fast immer ein Dorn im Auge gewesen, als Zivi fand ich das mal aufregend.
Wer Sonder- und Wegerechte in Anspruch nimmt, steht je nach Situation mit einem Bein immer im Gefängnis. Auf Dauer sind solche Alarmsituationen psychisch sehr belastend und man ist mitunter heilfroh, an einem Stück und mit Patient im Klinikum angekommen zu sein.
Ich mag mir gar nicht ausdenken, was passiert, wenn z.b. bei 80 km/h mit ca. 4 Tonnen Gesamtgewicht abrupte Ausweich- oder Bremsmanöver erforderlich werden, während man selbst versucht, als "ungesicherte Ladung" dem angeschnallten(!) Pat. zu helfen.
Viele Kollegen sind wegen des Themas "Ladungssicherheit" sensibilisiert und wenn es irgendwie geht, wird während der Fahrt nicht am Pat. gearbeitet, sondern überwacht und dokumentiert. Die o.g. wenigen Krankheiten, bei denen es präklinisch tatsächlich um Leben und Tod bzw. die eigentliche Dauer des Transportes geht, sind nicht die Regel, so viel steht fest.
Im Rettungswagen während der Fahrt arbeiten zu müssen vermittelt mir ungefähr das Maß an Sicherheitsgefühl, was ich empfinden würde, wenn ich in einem Caravan während der Fahrt am Küchentisch säße und Zeitung lese...und das ist mit Sicherheit (Sicherheit klingt in diesem Zusammenhang so schön zynisch) kein angenehmes Gefühl.
