Und leider birgt die ganze elektronische Unterstützung einen riesigen Nachteil: das Auto fährt mehr oder weniger ganz normal bis zu einem ganz bestimmten Punkt und dann ist urplötzlich Feierabend und die Kiste schmiert unwiderruflich ab .....
Klar, man sollte es nicht übertreiben. Auch geht mit der ganzen elektronischen Unterstützung das Gefühl verloren, was zu tun ist, wenn es wirklich mal glatt ist. Deswegen schalte ich gerne mal ab und an alle Unterstützung aus und probiere (auf wirklich freier, breiter Straße, auf Plätzen etc.) mal wieder aus, wie er sich dann verhält.
Allein das "unwiderruflich" würde ich so nicht unterschreiben. Der Wagen fängt sich nach etwas Schlittern wieder ein, wenn man mit etwas Glück den Rand der Eisfläche etc. vor der Leitplanke/Baum erreicht. Ohne die Helfer würden das viele nicht so hinkriegen, gerade noch im Schockzustand, dass der Wagen kurzzeitig unkontrollierbar ist. Die Elektronik hat die Chance, noch etwas zu retten, wenn der Laie gar nichts mehr hinkriegen würde.
Klar, wenn die Physik gar nicht mehr will und man zum Beispiel mit 80 in eine Kurve fährt, durch die man nur mit 40 hätte fahren dürfen, kann auch die Elektronik nichts mehr retten. Aber wenn man mit nur 43 das Schlittern angefangen hat, kann die Elektronik bestmöglich das Auto auf die Kurvenbahn ziehen, wo der Laie viel zu spät und ggf. falsch reagieren würde, wenn die Geschwindigkeit wieder auf 38 gesunken ist und sich die Haftreibung einstellt. Sie kann auch den kurzen Fahrbahnkontakt einer Eislücke zum Eingreifen nutzen, den der Fahrer kaum mitkriegen würde und die Reaktionszeit länger als die Kontaktzeit wäre.
(Laie = kein wirklich guter Fahrer, meist Profi, sondern der Ottonormalverbraucher).