Ein etwas anderer Garagenfund: Z3, 1.8, 1996

Ich habe die letzten Wochen einige Zeit in die Recherche zu diesem Z3 investiert.

Ich habe den Erstbesitzer kontaktiert. Er konnte sich vage an diesen Z3 erinnern, meinte dann aber auch, dass er ihn relativ schnell für gutes Geld an einen Interessenten weiterverkaufen konnte ;-) Das war Helmut. Er hatte aber leider keine Unterlagen, Rechnungen oder weiterführende Informationen zu diesem Z3. Der BMW-Händler, der den Z3 in der Garantiezeit gewartet hat, hat mittlerweile geschlossen. Schade! Hier gibt es also keine Unterlage mehr für die Historie.

Nach Ablauf der Garantie hat der Wagen bei BMW Walterscheidt in Kerpen seine Inspektion mitsamt Ölwechsel erhalten. Das ist im Motorraum mit dem Ölschild dokumentiert, Also hatte ich das Unternehmen kontaktiert, das mittlerweile freier Motoo-Händler ist. Bei meinem ersten Telefonat habe ich noch mit Herrn Walterscheidt persönlich gesprochen. Dieser wollte mir nur nach Vorlage einer Vollmacht Auskunft über die Historie geben. Die Vollmacht hat er per Post erhalten. Bei meinem nächsten Anruf musste ich leider erfahren, dass Herr Walterscheidt unerwartet an einem Herzinfarkt verstorben ist. Sein Mitarbeiter teilte mir aber mir, dass die letzte Inspektion noch im System sei. Inklusive Ölwechsel. Danach wurde der Wagen eingelagert. Somit sind zumindest die Kilometer auf dem Tacho dokumentiert.
 
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Mein persönliches Hobby sind Oldtimer. Ich lasse gerade einen restaurieren, vielleicht sind daher meine Sinne für die Geschichte etwas geschärft. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wir - und damit meine ich alle Mitlesenden hier im Thread mit - verfolgen diese Geschichte seit ca. 2 Jahren. Natürlich ist das kein Bentley, Aston Martin oder E-Type.

Es ist ein Auto, das wir alle in der Nachbarschaft stehen haben können. Dennoch hat es eine bewegende Geschichte. Wo findet man heute noch einen Z3 mit solch einer Kilometerleistung? Einen Z3, der nur 19 Monate auf der Straße war? Das macht den Wagen so sympathisch!

Bei Young- und Oldtimern geht es eben nicht nur immer um Werte. Dabei ist dieser Z3 nicht einmal ein Youngtimer. Es geht auch um Geschichte, Emotionen und Erlebnisse. Meiner Meinung nach ist dieser Z3 erhaltenswert. Seine Geschichte ist es wert erzählt zu werden und Helmut wird sich irgedwann freuen, mit dem Wagen wieder einmal zu fahren.

Das alleine ist es schon wert, dass der Wagen instandgesetzt wird, TÜV bekommt und jederzeit bereit ist, wieder auf die Straße zu kommen!

Der Wagen geht frühestens auf dem Weg zum TÜV wieder auf die Straße. Hoffentlich diese Woche. Vorher wird er "nur" mit einem Gartenschlauch abgespritzt. Danach wird er einer großen, umfangreichen Reinigung unterzogen. Innen, aussen, unten und oben. Danach wandert er in die Garage. Photos des Z3 im tollen Rot folgen natürlich ;-)
 
Hi,
ok, ich hatte Dich leicht falsch verstanden. Mir kam es so vor, als ob Du TÜV machen lässt - nur um ihn einzumotten. Aber wenn er einen schönen Platz hat und rollen kann - super.
Dabei ist es - wie Du schon schreibst - auch aus meiner Sicht egal, welche Ausstattung oder anderen Schnickschnack der Wagen hat. Auch wenn er 250.000km runter hätte. Er muss dem Fahrer Spaß/Freude bereiten. Nur darauf kommt es an.
Toll, dass Du das durchziehst.

Aber n neuen Satz Reifen würde ich ihm schon spendieren. Die alten Dinger sind sicher steinhart.
 
Die Gründe dafür liegen im Privatleben meines Bekannten. Er hatte den Wagen ursprünglich für seine damalige Frau gekauft, von der er sich dann getrennt hat. Diese Trennung hat ihn so getroffen, dass er seine Firmen aufgegeben, seine Immobilien verkauft und sich selbst bis heute (!) verkrochen hat. Er wohnt aktuell mit 60 Jahren wieder bei seiner 83-jährigen Mutter und ist die letzten 18 Jahre komplett von der Bildfläche verschwunden. Keine Krankenversicherung, keine Einkommen, keine Meldeanschrift bei der Stadt, selbst ein Konto hatte er nicht mehr. Einfach komplett von der Bildfläche verschwunden.

Kennengelernt habe ich Helmut vor einigen Jahren auf einem Retrocomputer-Treffen. Er hat eine bewegte Geschichte und es war äussert interessant sich mit ihm über die Anfänge der Computerzeit in Deutschland zu unterhalten. Damals, in den 80er Jahren, wurde er bspw. von EPSON nach Japan eingeladen. Commodore zeigte ihm vorab die Prototypen neuer Rechner und er hat viele dieser alten Rechner und Zubehör in seinen zahlreichen Garagen und Kellern eingelagert. Für die er übrigens auch seit Jahren Mieten bezahlt, da er keine Immonilien mehr besitzt.

Mich würde mal interessieren wie es Helmut heute geht und wie er auf deine Bemühungen, den Z3 wieder fit zu machen, reagiert?
Lebt er nach wie vor mehr oder weniger komplett zurückgezogen bei seiner Mutter? Ich finde seine Geschichte heftig, Wahnsinn, was ein Bruch einer Beziehung für Spuren hinterlassen kann.
 
Mich würde mal interessieren wie es Helmut heute geht und wie er auf deine Bemühungen, den Z3 wieder fit zu machen, reagiert?
Lebt er nach wie vor mehr oder weniger komplett zurückgezogen bei seiner Mutter? Ich finde seine Geschichte heftig, Wahnsinn, was ein Bruch einer Beziehung für Spuren hinterlassen kann.

Ich möchte hier aus verständlichen Gründen über den Z3 und weniger über Helmuts private Dinge posten. Aber um deine Frage zu beantworten: Helmut geht es gut, er nimmt wieder am Leben teil und hat bereits "Übungsstunden" angemeldet ;-) Er ist die letzten Jahre nur den Wagen seiner Mutter mit Automatikgebtriebe gefahren und möchte zuerst etwas üben, bevor er irgendwann mal wieder eine Tour mit dem Z3 macht.
 
Zwei Geschichten mit Höhen und Tiefen und für beide geht es bergauf ins Leben (step by step) :) :-)
So etwas zu lesen, treibt mir ein Lächeln über's Gesicht :) :-)
Danke :thumbsup:
 
Der BMW Z3 ist zurück im Leben. Die Benzinpumpe wurde getauscht, der Tank gereinigt. Neben den üblichen Dingen, die man nach so einer langen Zeit macht. Zündkerzen tauschen, Filter und Flüssigkeiten wechseln, Bremsen prüfen usw.

Der Wagen hat vor einigen Tagen neuen TÜV bekommen. Trotz der alten Reifen. Morgen wird der Wagen mit einem Kurzkennzeichen erstmalig wieder über eine längere Strecke bewegt.

Die Werkstatt hat den Wagen für den TÜV mit einem Schlauch abgespritzt. Dabei tauchte eine durch den Dreck verdeckte Beule auf der Beifahrertür auf. Nicht sonderlich groß, aber vorhanden. Diese Beule bleibt vorerst, das ist Patina. Morgen fährt der Wagen nach langer Zeit erstmals wieder durch eine Waschanlage, damit er den gröbsten Dreck weg hat. Keine Sorge, es ist eine Waschanlage mit Lappen - keine Bürsten!

Das Kurzkennzeichen gilt 5 Tage. Wir werden in diesen 5 Tagen sicher eine Menge Bilder machen....
 
Was hat die Werkstatt und der TÜV denn zu den alten Reifen gesagt (Stichwort: zwar nicht rissig oder porös, aber hart und langer Bremsweg)?

Freue mich auf die Fotos und drücke die Daumen, dass er in der Waschstrasse dicht bleibt!
 
Was hat die Werkstatt und der TÜV denn zu den alten Reifen gesagt (Stichwort: zwar nicht rissig oder porös, aber hart und langer Bremsweg)?

Die Werkstatt hat mir natürlich geraten, dass ich mit den Reifen nicht sonderlich lange Strecken fahren soll. Dem TÜV-Prüfer sind die "alten" Reifen nicht aufgefallen. Sie sind auch nicht sonderlich porös oder rissig. Aber das soll natürlich auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Reifen im jetzige Zustand kritisch sind. Mit den Reifen kann man keine längeren Touren machen! Wir überlegen noch, ob wir die lassen, oder auf neue Reifen umrüsten. 99 % der nächsten 8 Jahre steht der Wagen ja wieder in der Garage.
 
Die Werkstatt hat mir natürlich geraten, dass ich mit den Reifen nicht sonderlich lange Strecken fahren soll. Dem TÜV-Prüfer sind die "alten" Reifen nicht aufgefallen. Sie sind auch nicht sonderlich porös oder rissig. Aber das soll natürlich auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Reifen im jetzige Zustand kritisch sind. Mit den Reifen kann man keine längeren Touren machen! Wir überlegen noch, ob wir die lassen, oder auf neue Reifen umrüsten. 99 % der nächsten 8 Jahre steht der Wagen ja wieder in der Garage.
Ehrlich - das kostet nicht die Welt. Und die Reifen sind das EINZIGE Bindeglied zur Straße.
Ich würde mir lieber für 100 € nen Satz gebrauchter 2-3 Jahre alter Reifen kaufen oder einen Satz wiederaufbereiteter Reifen als damit auch nur 100 Meter Autobahn zu fahren. Niemand weiß, wie die im Ernstfall bremsen, verglasen, reißen oder heiß werden.

Ich hab irgendwo mal gelesen, dass ggf der Hersteller sich gern so alte Reifen ansieht und einkassiert und im Gegenzug nen neuen Satz springen läßt. Aber bitte frag mich nicht, wo genau das stand.
 
Vor allem würde ich schauen das der Eimer dann auch bewegt wofür sonst das ganze ausser weil man es kann. Grüße an Helmut das Auto muss regelmäßig auf die Straße sonst macht all das keinen Sinn...
 
Vor allem würde ich schauen das der Eimer dann auch bewegt wofür sonst das ganze ausser weil man es kann. Grüße an Helmut das Auto muss regelmäßig auf die Straße sonst macht all das keinen Sinn...

Anbei ein paar Bilder vom "Eimer" nach der ersten Wäsche und Innenraumreinigung.

Neu hinzugekommene Probleme:

Der Fahrersitz hat das übliche Problem, er wackelt. Zudem funktioniert die elektrische Höhenverstellung nicht. Sie surrt zwar, aber die Höhe des Sitzes ändert sich nicht. Was kann das sein?

Die hintere Stoßstange sitzt nicht korrekt. Die Stoßstange wurde 1997 einmal lackiert und danach leider nicht wieder korrekt montiert. Wäre also noch zu beheben.

Der Kofferraum schließt etwas schwerfällig. Man muss den Deckel schon richtig "werfen".

Auf der Fahrertür ist noch eine kleine Beule aufgetaucht. Da hat wohl jemand beim Parken und aussteigen nicht aufgepasst. Die Beule bleibt aber vorerst, ebenso wie die Delle auf der Beifahrertür. Fällt in die Kategorie "Patina".

Beim ersten Start heute ruckelte der Wagen und klang so wie ein Oldtimer ohne Choke, kurz bevor er absäuft. Ich habe den Wagen also wieder ausgemacht, gewartet und erneut gestartet. Und siehe da, dann lief er wieder wie ein Nähmaschinchen. Allerdings war der Tank auch fast leer. Ich bin danach zur Tankstelle gefahren und habe den Wagen erstmal vollgetankt. Rund 44 Liter gingen in den Tank. Mal schauen wie er morgen startet.

Positiv aufgefallen:

Der Wagen fährt sich wie ein Neuwagen. Alles knackig, nichts ausgenudelt. Kein Spiel bei den Pedalen, wirklich schön. Auch der Motor schnurrt wie ein Kätzchen.

Die Teppiche sind ebenfalls unversehrt, Helmut hatte Fußmatten ausgelegt. Das Verdeck öffnet sich leichtgängig und ist jetzt wieder schön schwarz, nachdem der Dreck und Staub weg ist.

Die Bremse reagiert absolut knackig. Das bin ich von meinem 99er Z3 garnicht so gewohnt.

Ich bin den Wagen die Tage gefahren und hatte vergessen vorne das Kurzkennzeichen zu montieren ;-) Schon daher fällt der Wagen auf! Eine ganze Menge Leute haben mir an der Ampel, an der Tanke oder beim Parken persönlich mitgeteilt, dass das ja ein tolles Auto sein. Noch heute in der Innenstadt meinte eine wirklich alte Dame ganz begeisert zu ihrem Mann (während ich in den Wagen Einstieg): "Ist das nicht der Wagen..." Keine Ahnung was für ein Auto sie meinte, aber sie war begeistert. Gestern fragten mich zwei Leute, ob ich den Wagen gerade neu abgeholt hätte. Das aber wahrscheinlich eher wegen dem fehlenden Nummernschild vorne.

Ich glaube wirklich, dass dies an der Farbe liegt. Rote Autos, zudem Roadster, sind einfach sympathisch und fallen auf.
 

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Der blaue Z3 im Hintergrund ist übrigens der Wagen meines Mitarbeiters. Er fährt ganzjährig mit Hardtop, aber das ist seine Sache ;-) Ich hatte ihm vor einigen Jahren meinen Z3 "leihweise" zur Verfügung gestellt, damit er damit zur Arbeit kommen kann. Das war sein erstes Auto und er war echt unsicher. Aber er hat sich schnell daran gewöhnt. Um so größer war dann sein Enttäuschung, als ich ihm den Z3 wieder abgenommen - und ihm als Alternative einen 50er Roller vor die Tür gestellt habe. Er hat sich zwar brav bedankt, aber sein Gesicht sprach Bände ;-)

Also habe ich den Gebrauchtwagenmarkt durchforstet und dieser Z3 stand um die Ecke zum Verkauf. Bingo! Angesehen, gekauft und am nächsten Tag den glücklichsten Mitarbeiter ever gehabt ;-)
 
Mein chef soll mir auch nen roadster schenken Mensch :roflmao:
 
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Heute hatte ich dasselbe Problem wie gestern: Beim ersten Starten ruckelt der Wagen wie ein Sack Nüsse und es stottert aus dem Auspuff. Auch ein Tritt aufs Gaspedal hilft dann nicht. Schalte ich den Wagen dann aber auch und starte ihn dann erneut, schnurrt der Motor wieder wie ein Uhrwerk. Ich bin kein Techniker, ich fahre die Autos nur. Ich habe die Sache meinem Werkstattmeister geschildert und er hat mal ins Blaue auf die Einspritzdüsen getippt.

Ansonsten: Keine neuen Erkenntnisse ;-)
 
Heute hatte ich dasselbe Problem wie gestern: Beim ersten Starten ruckelt der Wagen wie ein Sack Nüsse und es stottert aus dem Auspuff. Auch ein Tritt aufs Gaspedal hilft dann nicht. Schalte ich den Wagen dann aber auch und starte ihn dann erneut, schnurrt der Motor wieder wie ein Uhrwerk. Ich bin kein Techniker, ich fahre die Autos nur. Ich habe die Sache meinem Werkstattmeister geschildert und er hat mal ins Blaue auf die Einspritzdüsen getippt.


So was in der Art hatte ich auch: Impulsgeber Einlassnockenwelle defekt!

Interessanterweise ging der Motor sofort aus, wenn ich den Rückwärtsgang einlegte und fahren wollte.
Beim Neustart war immer alles ok und irgendwann ging nichts mehr, da sprang er nicht mal mehr an.
Zwischendurch gab es Phasen, wo es überhaupt keine Probleme gab.
Und im Fehlerspeicher war auch nichts abgelegt...
 
Mittlerweile hat sich der rote Z3 ganz gut eingelebt in seiner neuen Garage. Ers stottert beim Starten nicht mehr und hat sehr schnell neue Freunde gefunden ;-) Die sind zwar etwas jünger als er, aber das macht sich kaum bemerkbar.
 

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