Gegen die Pläne zur Privatisierung der Wasserversorgung in der EU --> Online Kampagne

Wieso wird? Es zeigte und zeigt sich schön längst. Gewinne werden immer "privatiesiert" und Verluste generell "sozialisiert". Siehe "Bankenrettung",wo die Zocker ihre Gewinne privat eingestrichen haben und die ganzen Schulden und Verluste auf den Steuerzahler abgewälzt wurden,also sozialisiert.
Das die "öffentliche Hand" nicht mit Geld umgehen kann, dass dürfte jedem vernünftig denkenden, mündigen Bürger schon längst klar sein.
Aber jenen Bürgern dürfte aber noch klarer sein, dass jede Privatisierung bisher noch viel teurer kam. Unsere Politiker reglementieren ungern mit immer wieder der gleichlautenden Begründung, dass der Markt sich selbst regulieren würde.
Meine Erfahrung? Bisher regulierten sich Kosten immer nach oben zu Lasten der Verbraucher und Gewinne für die Unternehmen (Anteilseigner) nach oben.

Ich kann daher Deinen Standpunkt zur Privatisierung weiterhin nicht nachvollziehen.
Auch wenn ich Euch generell Recht gebe - in diesen zwei Punkten möchte ich widersprechen und Gegenbeispiele nennen:

1. Opel wird, das haben Politiker inzwischen mehrfach betont, wenn es wieder mal kurz bevor stand, nicht mit Steuergeldern gerettet, sondern wird pleite gehen*. Ähnliches galt für Schlecker und Quelle. Verluste werden normalerweise nicht sozialisiert, die Banken waren eine Ausnahme (wenn auch eine fatale).

2. Nach der Privatisierung des Telefons wurde dieses deutlich billiger.

Ich möchte mit meinen Beispielen nicht behaupten, dass Verluste niemals privatisiert werden oder dass es nach einer Privatisierung auf jeden Fall billiger wird, sondern nur sagen, dass pauschale Aussagen wie die von mir zitierten nicht richtig sind.


* Zumindest solange schwarz/gelb an der Macht ist. Steinbrück dagegen war damals im letzten Wahlkampf (seine Meinung stand damals gegen Guttenbergs als amtierender Wirtschaftsminister) für eine Rettung Opels mittels Steuergeldern. Sollte im Herbst rot/grün an die Macht kommen und Opel mal wieder kriseln, bin ich mal gespannt was die SPD dann plötzlich dazu sagt.
 
... Ich möchte mit meinen Beispielen nicht behaupten, dass Verluste niemals privatisiert werden oder dass es nach einer Privatisierung auf jeden Fall billiger wird, sondern nur sagen, dass pauschale Aussagen wie die von mir zitierten nicht richtig sind. ...

:t

Das passt zu meiner vorseitigen Andeutung, dass man das Thema Privatisierung nicht gesamtheitlich loben oder verteufeln sollte, sondern man muss eben den jeweiligen Einzelfall betrachten und schauen, ob sich für diesen Fall ein erfolgversprechendes Privatisierungskonzept findet. In Bezug auf das Thema der Wasserversorgung habe ich da nach wie vor meine Zweifel - insbesondere weil hier die der Privatisierung immanenten Risiken eine zu große Tragweite entfalten können.
 
Auch wenn ich Euch generell Recht gebe - in diesen zwei Punkten möchte ich widersprechen und Gegenbeispiele nennen:

1. Opel wird, das haben Politiker inzwischen mehrfach betont, wenn es wieder mal kurz bevor stand, nicht mit Steuergeldern gerettet, sondern wird pleite gehen*. Ähnliches galt für Schlecker und Quelle. Verluste werden normalerweise nicht sozialisiert, die Banken waren eine Ausnahme (wenn auch eine fatale).

Im weitesten Sinne sind trotzallem Steurgelder gefragt, wenn die Arbeitssuchenden Gelder des Bundes in Anspruch nehmen werden müssen und somit der privaten Misswirtschaft Rechnung getragen wird.


2. Nach der Privatisierung des Telefons wurde dieses deutlich billiger.

kann man dagegen halten, dass die Vorbereitenden Maßnahmen der Frequenzbänder oder der Leitungen ohnehin bestanden, die Privaten diese Leitungen entgeldlich nutzen. Die Anbieter der Telefonie waren vor einigen Jahren noch weit gefächert, sind jetzt bereits schon in wenigen Unternehmen vereint.

Hier wurde mitnichten von den Privaten Anbietern die Vorleistungen des Ausbaus von Netzen der Dt. Bundespost finanziell ausgeglichen, bzw. haben die staatl. Organe dieses Monopol durch Verkäufe gewinnbringend an Private Unternehmen veräußert.


Ich möchte mit meinen Beispielen nicht behaupten, dass Verluste niemals privatisiert werden oder dass es nach einer Privatisierung auf jeden Fall billiger wird, sondern nur sagen, dass pauschale Aussagen wie die von mir zitierten nicht richtig sind.


* Zumindest solange schwarz/gelb an der Macht ist. Steinbrück dagegen war damals im letzten Wahlkampf (seine Meinung stand damals gegen Guttenbergs als amtierender Wirtschaftsminister) für eine Rettung Opels mittels Steuergeldern. Sollte im Herbst rot/grün an die Macht kommen und Opel mal wieder kriseln, bin ich mal gespannt was die SPD dann plötzlich dazu sagt.

Man kann es drehen wie man will, staatliche Unternehmen werden zum größten Teil zum Schnäppchenpreis auf den Markt geworfen.

Ich kenne kein staatliches Unternehmen, bei dem nach Verkauf nicht massiv Personal entlassen wurde.

Diese Arbeitnehmer kosten dann:
Arbeitslosengeld
Ausfall der Steuerleistungen (Lohn, bzw. Einkommensteuer)
Ausfall von MwSt., da weniger gekauft werden kann.
usw.
 
Man kann es drehen wie man will, staatliche Unternehmen werden zum größten Teil zum Schnäppchenpreis auf den Markt geworfen.
Da kenne ich mich nicht aus, aber das darf natürlich nicht sein und sollte vermieden werden.
Ich kenne kein staatliches Unternehmen, bei dem nach Verkauf nicht massiv Personal entlassen wurde.

Diese Arbeitnehmer kosten dann:
Arbeitslosengeld
Ausfall der Steuerleistungen (Lohn, bzw. Einkommensteuer)
Ausfall von MwSt., da weniger gekauft werden kann.
usw.
Das wiederum zeigt doch, dass zuvor zuviele Arbeitnehmer beschäftigt wurden, die offensichtlich nicht gebraucht werden. Diese wiederum haben Ihr Gehalt aus Steuergeldern bezogen, solange das Unternehmen in öffentlicher Hand war. Und am Ende ist, auch wenn Linke in politischen Debatten oft was anderes behaupten, ein nutzloser Mitarbeiter mit vollem Gehalt für eine Volkswirtschaft teurer als ein Arbeitsloser, denn letztendlich hat er unterm Strich ja mehr in der Tasche und auch kein Interesse daran, durch Fortbildung/Abeitsplatzwechsel in eine Position zu wechseln, in der er Nutzen erbringt.
 
Ist ja richtig, dass dort eine ABM statfand, nur haben diese Arbeitnehmer, wenn auch nur in kleinem rahmen etwas geleistet, haben Geld verdient und das auch wieder in Deutschland ausgegeben.

Wenn ich diese auf den Arbeitsmarkt werfe, tun sich gerade Arbeitnehmer in der Wirtschaft verdammt schwer Fuß zu fassen, da ja die öffentliche Hand als Ex Arbeitgeber kein besonders hohes Standing hat.

Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, hat normalerweise kein Interesse daran, den Job zu wechseln (die Angestellten werden nach BAT bezahlt, haben den Beamtenstatus bei Versicherungen (günstige Tarife), Banken (Kreditwürdigkeit, da sicherer Arbeitsplatz) usw.) ....

Geschult sind die Mitarbeiter mit Sicherheit, eben nur mit nur der Erfahrung eines/ihres staatlichen Unternehmens. Das löst in der privaten Wirtschaft nicht gerade einen Hype aus, diese Menschen zu beschäftigen. Es ist besser einige unterschiedliche Arbeitgeber vorweisen zu können, welche eine entsprechende Karriereleiter im Zeugnis bestätigen.

zu den Schnäppchenpreisen fällt mir spontan UMTS ein ;)
 
Im öfftl. Dienst verdienen die Angestellten auch nicht gerade so viel,wie mancher meint. Sicher ist dort auch nicht mehr jeder Arbeitsplatz und es wurde in den letzten Jahren massiv an Stellen abgebaut. Dass bedeutet noch lange nicht,dass diese "über" waren,denn die Länder rudern teilweise wieder zurück und versuchen diese Stellen wieder zu besetzten,denn es wurde einfach zu viel gespart und gestrichen. Die Arbeit und die Qualität derer lies immer mehr zu wünschen übrig. Blos woher geschultes Personal nehmen,wenn vorher kaum ausgebildet wurde?
Der Bevölkerung wird immer und immer wieder vorgehalten,wie teuer doch die öffentliche Hand ist. Leider glauben dies auch sehr viele Personen. In anderen Ländern ist viel mehr in öffentlicher Hand und es läuft sogar besser,als in Ländern,welche sich ein Beispiel an der eisernen Lady genommen haben. Hoffentlich fährt auch Deutschland nicht mehr zu lange diesen "Sparkurs".
 
Erfahrung und Insiderwissen!

In einem Unternehmen wo Politiker/Funktionäre/Gewerkschaften das sagen haben, ist ökonomische Effizienz ein Fremdwort.
Die entstehenden Fehlbeträge müssen dann von anderen übernommen werden. Die Frage ist doch nur wie ein funktionsfähiger Wettbewerb initiiert werden kann.

Wohin Wettbewerb führt,kann man doch am Beispiel Trabbi und Goggo leicht aufzeigen. Beide waren zu Ihrer Entstehungszeit in etwa technisch auf dem gleichen Level. Das Ende kennt jeder.

Man muß diese Ansicht nicht teilen, aber ich erlaube mir den Luxus einer eigenen Meinung.

...ökonomische Effizienz mag in staatlichen/teilstaatlichen Unternehmen ein Fremdwort sein - aber was nutzt dem "gemeinen Bürger" die ach so gelobte ökonomische Effizienz eines freien Wirtschaftsunternehmens, wenn dieses dann auf schnelle Profitgier & Gewinnmaximierung setzt?

Zahlen muss dann letztich wieder JEDER - nur in den aktuellen europäischen Beispielen aus der Wasserwirtschaft (im Energiesektor sieht es zu 100% ähnlich/gleich aus), ist der Schaden für den Einzelnen mit dem freien privatwirtschaftlich geführten Unternehmen deutlich größer - dann lieber ein staatliches Unternehmen mit weniger Effizienz und "kleinerem Schaden" für ALLE!

Diese Aussage bezieht sich NICHT auf Großbaustellen und Projekten, wo den staatlichen Unternemen (und deren politische Verantwortliche) jegliche Erfahrung fehlt, sondern in Infrastukturunternehmen á la regionale Stadtwerke, Energieversorger, Wasserwirtschaftsunternehmen mit staatlicher Beiteiligung. Diese Unternehmen werden seit jahrzehnten weitestgehend korrekt und für den Bürger relativ gt geführt (und die Anlagegüter auch substanziell erhalten!). Exakt deshalb hatten ja vereinzelt Kommunen und Städte diese "Perlen" veräussert, um damit kurzfristig Geld in die leeren Staatskassen zu bekommen und exakt DIESE "Perlen" waren auch das EINZIGE, was diese ach so guten freien Wirtschaftsunternehmen überhaupt intressierte...

Tja, auch ich erlaube mir den Luxus einer eigenen Meinung - ich versuche aber, beide Seiten zu bewerten.

Was zugegeben staatliche Unternehmen absolut nicht im Kreuz haben, sind Großprojekte á la Berliner Flughafen, Hamburger Oper oder Stuttgart 21.

Ach ja, ich arbeite übrigens in einem freien Unternehmen ohne jeglicher behördlicher Einflussnahme und bin kein großer Fan von Behörden, Politik und "Planwirtschaft", weiß aber auch, was die Allgemeinheit auf kommunaler Ebene diesem System zu verdanken (und das meine ich diesesmal tatsächlich POSITIV) hat!:) :-)
 
...ökonomische Effizienz mag in staatlichen/teilstaatlichen Unternehmen ein Fremdwort sein - aber was nutzt dem "gemeinen Bürger" die ach so gelobte ökonomische Effizienz eines freien Wirtschaftsunternehmens, wenn dieses dann auf schnelle Profitgier & Gewinnmaximierung setzt?

mein Reden :t zumal dort diese Unternehmen nicht von einer dt. KMU gekauft werden, sondern von Globalplayer .... wenn man sich mal die Shareholder ansieht

Zahlen muss dann letztich wieder JEDER - nur in den aktuellen europäischen Beispielen aus der Wasserwirtschaft (im Energiesektor sieht es zu 100% ähnlich/gleich aus), ist der Schaden für den Einzelnen mit dem freien privatwirtschaftlich geführten Unternehmen deutlich größer - dann lieber ein staatliches Unternehmen mit weniger Effizienz und "kleinerem Schaden" für ALLE!

Diese Aussage bezieht sich NICHT auf Großbaustellen und Projekten, wo den staatlichen Unternemen (und deren politische Verantwortliche) jegliche Erfahrung fehlt, sondern in Infrastukturunternehmen á la regionale Stadtwerke, Energieversorger, Wasserwirtschaftsunternehmen mit staatlicher Beiteiligung. Diese Unternehmen werden seit jahrzehnten weitestgehend korrekt und für den Bürger relativ gt geführt (und die Anlagegüter auch substanziell erhalten!). Exakt deshalb hatten ja vereinzelt Kommunen und Städte diese "Perlen" veräussert, um damit kurzfristig Geld in die leeren Staatskassen zu bekommen und exakt DIESE "Perlen" waren auch das EINZIGE, was diese ach so guten freien Wirtschaftsunternehmen überhaupt intressierte...

genauso ist es

Tja, auch ich erlaube mir den Luxus einer eigenen Meinung - ich versuche aber, beide Seiten zu bewerten.

Was zugegeben staatliche Unternehmen absolut nicht im Kreuz haben, sind Großprojekte á la Berliner Flughafen, Hamburger Oper oder Stuttgart 21.

da haben zumindest die Bürger bei S21 die Möglichkeit der Volksabstimmung gehabt .... nur waren wohl die meisten zu dekandent mit abzustimmen .... die Bildung in Deutschland und ein demokratisches Bewusstsein scheint nicht ausgeprägt zu sein. Hier haben zumindest Gutachten für die Bohrungen durch den Berg ergeben, dass das Vorhaben sich verteuert.
Zu den Anfangsphasen des BER und der vorhersehrbaren Pleite, könnte ich auch noch was schreiben (und das ist "Insiderwissen"), überlasse es aber den Männern hier die Dokumentation ....


Ach ja, ich arbeite übrigens in einem freien Unternehmen ohne jeglicher behördlicher Einflussnahme und bin kein großer Fan von Behörden, Politik und "Planwirtschaft", weiß aber auch, was die Allgemeinheit auf kommunaler Ebene diesem System zu verdanken (und das meine ich diesesmal tatsächlich POSITIV) hat!:) :-)

Danke Rainer für diese Zusammenfassung, welche mein Wissen/Haltung untermauern .....

ich verkrümle mich jetzt besser in den Witzethread, sonst bekommt noch jemand hier beschleunigten Männchenpuls :X ...
 
Jetzt im WDR 22.00-22:45

die story Wem gehört das Wasser?

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten873.html

Und das ist erst der Anfang. Hier wird unverhohlen zum Ausdruck gebracht, dass der Zugang zum Wasser "monopolisiert" werden sollte.... ups..... "privatisiert". Das trifft Drittländer wie auch Große gleichermaßen. Und es geht immer zu Lasten der Menschen und der Umwelt. Die Unternehmen interessieren sich ausschließlich für ihren Profit, nichts anderem.
Deshalb, wer für eine Privatisierung eintritt, dem spreche eine gewisse Befangenheit zu.

Edit:
Und wer glaubt, dass um das "Spiel Wasser" Andere als Globalplayer Chancen hätten, die Rechte zu erwerben ist naiv.
Frage: Wer hat die EU überhaupt auf die Idee gebracht, dass das Wasser privatisiert werden solle?
 
Edit:
Und wer glaubt, dass um das "Spiel Wasser" Andere als Globalplayer Chancen hätten, die Rechte zu erwerben ist naiv.
Frage: Wer hat die EU überhaupt auf die Idee gebracht, dass das Wasser privatisiert werden solle?
In meinen Augen muss man die Frage andersherum stellen. Wasser gehört, wie von vielen hier schon richtig dargestellt, erstmal jedem. Das bedeutet aber auch (und das sehen hier viele anders), dass jeder das Recht hat, es zu schöpfen, zu verpacken und an andere schön verpackt zu verkaufen oder eben mittels einer Leitung frei Haus zu liefern. Und bevor jetzt Entrüstung ausbricht: das heißt selbstverständlich nicht, dass nicht trotzdem jeder selber zum nächsten Fluss laufen darf, um mit einem Eimer Wasser zu schöpfen oder dass der """" irgendwem gehört.

Bei allen staatlichen Sachen ist es vielmehr so gewesen, dass irgendwann gesagt wurde "das darf jetzt nurnoch der Staat" und Konkurrenz ausdrücklich verboten wurde. Ein gutes Beispiel ist z.B. die Bahn. Bis sich die EU eingemischt hat, war es mir verboten, einen Bus zu kaufen, ein Onlineportal zu erstellen und zweimal pro Woche eine Busfahrt von München nach Berlin anzubieten.

Man sollte also in meinen Augen viel mehr fragen: warum liegt bei einigen Sachen das Monopol eigentlich beim Staat? Mit welchem Recht? Warum darf ich keine Pumpe in meinem Garten vergraben und meine Nachbarn, natürlich gegen Geld, mit Wasser beliefern?

Bei einer Regionalen Versorgung mit Gütern via Leitung (Strom, Telefon, Wasser) ist der Sachverhalt natürlich komplizierter als von mir dargestellt. Denn die Leitungen müssen verlegt werden und kreuzen daher Gebiet, welches der Allgemeinheit gehört (Wälder, Straßen usw.). Ich will aber wieder mal etwas provokant einige Aussagen infrage stellen, die hier getätigt werden.
 
Bei allen staatlichen Sachen ist es vielmehr so gewesen, dass irgendwann gesagt wurde "das darf jetzt nurnoch der Staat" und Konkurrenz ausdrücklich verboten wurde.
Ein gutes Beispiel ist z.B. die Bahn. Bis sich die EU eingemischt hat, war es mir verboten, einen Bus zu kaufen, ein Onlineportal zu erstellen und zweimal pro Woche eine Busfahrt von München nach Berlin anzubieten.
Man sollte also in meinen Augen viel mehr fragen: warum liegt bei einigen Sachen das Monopol eigentlich beim Staat? Mit welchem Recht?

Ich spreche aus einer Zeit, wo mich solche Dinge noch interessiert haben. Ich habe aufgegeben und resigniert. Ich habe meine Lehren daraus gezogen und gut ist. Ich komme ganz gut klar.

Zum obigen Beispiel: (rel. vereinfacht ausgedrückt)
Die Bahn war ein Staatsunternehmen. Die Bahn hatte Beförderungspflicht. Drum waren alle am Transpost beteiligten, verbeamtet. Fahrdienstleiter auf den Stellwerken, Lokführer, Zugpersonal ect. Diese Mitarbeiter hatten KEIN Streikrecht.

Um nun auch relativ unrentable Strecken des Nahverkehrs (insbes. auf dem flachen Land) erhalten und betreiben zu können, wurden diese aus den Einnahmen der rentablen Fernverkehrsstrecken mitfinanziert.

Nun wäre es doch unsinnig gewesen, wenn der Eigentümer der Bahn (Staat) einem "Hinz und Kunz" die Genehmigung eines Linienfernverkehrs erteilt hätte, damit dieser sich die Rosinen aus dem Kuchen herauspickt.

Nun ist alles aber anders gekommen und das Ergebnis (maroder ÖPNV, Streckenstillegungen, streikende nicht beamtete Stellwerksmitarbeiter ect) ist bekannt.
In Zukunft fahren wir nicht mehr nur hinter den LKW, sondern auch noch hinter Unmengen von Bussen des privaten Fernverkehrs her.
Hauptsache billig.
Der "Kunde" denkt nicht mehr mit. Meist aus Unwissenheit. Schade.
 
Ich spreche aus einer Zeit, wo mich solche Dinge noch interessiert haben. Ich habe aufgegeben und resigniert. Ich habe meine Lehren daraus gezogen und gut ist. Ich komme ganz gut klar.

Zum obigen Beispiel: (rel. vereinfacht ausgedrückt)
Die Bahn war ein Staatsunternehmen. Die Bahn hatte Beförderungspflicht. Drum waren alle am Transpost beteiligten verbeamtet. Fahrdienstleiter auf den Stellwerken, Lokführer, Zugpersonal ect. Diese Mitarbeiter hatten KEIN Streikrecht.

Um nun auch relativ unrentable Strecken des Nahverkehrs (insbes. auf dem flachen Land) erhalten und betreiben zu können, wurden diese aus den Einnahmen der rentablen Fernverkehrsstrecken mitfinanziert.

Nun wäre es doch unsinnig gewesen, wenn der Eigentümer der Bahn (Staat) einem "Hinz und Kunz" die Genehmigung eines Linienfernverkehrs erteilt hätte, damit dieser sich die Rosinen aus dem Kuchen herauspickt.

Nun ist alles aber anders gekommen und das Ergebnis (maroder ÖPNV, Streckenstillegungen, streikende nicht beamtete Stellwerksmitarbeiter ect) ist bekannt.
In Zukunft fahren wir nicht mehr nur hinter den LKW, sondern auch noch hinter Unmengen von Bussen des privaten Fernverkehrs her.
Hauptsache billig.
Der "Kunde" denkt nicht mehr mit. Meist aus Unwissenheit. Schade.
Dazu drei Sachen:

1. Allgemein: okay, dann gibt es halt eine (in deinen Augen ausreichende) Antwort auf die Frage "warum soll hier das Monopol beim Staat liegen?". Ich wehre mich ja nur dagegen, dass dieses Monopol als selbstverständlich angesehen wird. Denn die natürliche Variante ist eigentlich, dass erstmal jeder tun darf, was er möchte, solange keine Gründe dagegen sprechen. Und nicht andersherum.

2. Konkret hierzu: Das Monopol wurde erst vor wenigen Monaten gekippt. Du willst doch jetzt nicht allen ernstes behaupten, dass deswegen der ÖPNV marode und unrentabel ist und vorher alles in Ordnung war?

3. Persönlich zu mir: Eine Bahn, die nicht schafft, mich a) in einem vollen Regionalexpress (teilweise muss ich stehen) zwischen zwei Ruhrgebietsstädten und b) in einem vollen Fernverkehrszug durch halb Deutschland deutlich billiger zu befördern, als mich dieselbe Strecke mit dem Auto kostet, es sei denn ich trickse (Studententicket, Alditicket usw.), brauche ich nicht. Und wenn das daran liegt, dass ich mit meinem Geld irgendwelche Leerfahrten im Regionalverkehr finanziere, ist das zwar Pech für die Bahn, aber nicht mein Problem. Wenn soviele Leerfahrten notwendig sind um die Flexibilität und Mobilität der Bürger zu garanteiren, dann ist das eben kein Verkehrsmittel, was meinen Ansprüchen genügt und ich stecke mein Geld lieber in mein Auto.
 
3. Persönlich zu mir: Eine Bahn, die nicht schafft, mich a) in einem vollen Regionalexpress (teilweise muss ich stehen) zwischen zwei Ruhrgebietsstädten und b) in einem vollen Fernverkehrszug durch halb Deutschland deutlich billiger zu befördern, als mich dieselbe Strecke mit dem Auto kostet, es sei denn ich trickse (Studententicket, Alditicket usw.), brauche ich nicht. Und wenn das daran liegt, dass ich mit meinem Geld irgendwelche Leerfahrten im Regionalverkehr finanziere, ist das zwar Pech für die Bahn, aber nicht mein Problem. Wenn soviele Leerfahrten notwendig sind um die Flexibilität und Mobilität der Bürger zu garanteiren, dann ist das eben kein Verkehrsmittel, was meinen Ansprüchen genügt und ich stecke mein Geld lieber in mein Auto.

Könnte dies daran liegen,dass die Bahn privatisiert wurde?.:whistle:
 
Es gibt Leute, die halten Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse, andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken kann. Nur ganz wenige sehen in ihm das Pferd, das den Karren zieht.
Sir Winston Churchill
 
Es gibt Leute, die halten Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse, andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken kann. Nur ganz wenige sehen in ihm das Pferd, das den Karren zieht.
Sir Winston Churchill

Da liegen einige Jahrzehnte dazwischen und die Zeiten haben sich geändert.
Meiner Meinung nach gibt es wohl mehr negative Beispiele als positive.
 
Es gibt Leute, die halten Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse, andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken kann. Nur ganz wenige sehen in ihm das Pferd, das den Karren zieht.
Sir Winston Churchill

Das ist ein sehr schönes Zitat, das allerdings mit neuzeitlichen Privatisierungen, insbesondere mit der hier diskutierten, nicht das Geringste zu tun hat. :w
 
Der Bericht bestätigt ja meine bisherige Annahme. Kosten zu Lasten der Bürger, notwendige Investitionen werde nicht getätigt, maximale Gewinnabschöpfung.

http://www.ndr.de/regional/trinkwasser215.html Trinkwasser: Probleme mit privaten Versorgern

Teddy123, denn mal Butter bei di Fisch. Welche Argumente sind denn Deiner Meinung stichhaltig für eine Privatisierung. Bisher hast Du Dich immer noch nicht getraut, Deine Meinung fundiert zu untermauern.
 
Könnte dies daran liegen,dass die Bahn privatisiert wurde?.:whistle:
Na klar, vor 1994 war alles in Butter. Genau wie die Straßen in NRW tiptop sind, da sie ja noch in staatlicher Hand sind :rolleyes:.

P.S. übrigens ist die Bahn zwar eine AG, aber 100% der Aktien sind in staatlicher Hand. Es ist also diskussionswürdig, ob man die Bahn überhaupt als privatisiert bezeichnen kann.
 
Na klar, vor 1994 war alles in Butter. Genau wie die Straßen in NRW tiptop sind, da sie ja noch in staatlicher Hand sind :rolleyes:.

Deshalb hat hier bei uns in Niedersachsen während der privaten Finanzierung, des privaten 6-Spur-Ausbau der A1 auch alles so wunderbar funktioniert (von der Dauer von 10 Jahren Bauzeit für 70 km oder etwas mehr, mal ganz abgesehen). Die waren mit den Baufahrzeugen noch nicht mal weg, da entstanden schon riesige Löcher im Asphalt auf einer Länge von 50 km. Erst nach Protesten ist die Betreibergesellschaft darauf eingegangen und hat sich in der Pflicht der Deckenerneuerung gesehen. Die wollten mal wieder ihren Gewinn maximieren und hatten eigenständig ihre Mischung kostengünstiger geändert. Eine Schuld wurde vorerst kategorisch von sich gewiesen.

Also macht mal die öffentliche Hand nicht immer so schlecht. Klar, die öffentliche/staatliche Hand kann nicht mit Geld umgehen, weil es nicht ihres ist. Wer aber glaubt, ein privater Betreiber sei besser... der glaubt auch an den baldigen Osterhasen und den Weihnachtsmann.
 
Deshalb hat hier bei uns in Niedersachsen während der privaten Finanzierung, des privaten 6-Spur-Ausbau der A1 auch alles so wunderbar funktioniert (von der Dauer von 10 Jahren Bauzeit für 70 km oder etwas mehr, mal ganz abgesehen). Die waren mit den Baufahrzeugen noch nicht mal weg, da entstanden schon riesige Löcher im Asphalt auf einer Länge von 50 km. Erst nach Protesten ist die Betreibergesellschaft darauf eingegangen und hat sich in der Pflicht der Deckenerneuerung gesehen. Die wollten mal wieder ihren Gewinn maximieren und hatten eigenständig ihre Mischung kostengünstiger geändert. Eine Schuld wurde vorerst kategorisch von sich gewiesen.

Also macht mal die öffentliche Hand nicht immer so schlecht. Klar, die öffentliche/staatliche Hand kann nicht mit Geld umgehen, weil es nicht ihres ist. Wer aber glaubt, ein privater Betreiber sei besser... der glaubt auch an den baldigen Osterhasen und den Weihnachtsmann.
Jetzt verdreh mal nicht die Tatsachen. Ich zitierte jemanden, der suggerierte, dass die marode Bahninfrastruktur an der Privatisierung liegt. Zudem richtet sich dieser Thread grundsätzlich erstmal gegen die Privatisierung. Ich bringe Argumente gegen Pauschalaussagen und versuche, diese duch Beispiele zu widerlegen. Daraus jetzt zu drehen, dass ich versuche, die öffentliche Hand schlechtzumachen, ist falsch.
 
Die Bahn AG hat mit "Erpressungsmethoden" versucht, den Bund an den Investitionskosten des Schienennetzes usw. zu verpflichten. Sprich: Gewinne nur für die Bahn AG und Investitionskosten so viel - am besten alle Kosten - wie möglich Anderen aufbürden. Insofern sind wir gleicher Meinung.
 
Mir scheint in der Diskussion, die sich mittlerweile vom eigentlichen Thema doch etwas entfernt, durchaus konsensfähig zu sein, dass Privatisierung weder pauschales Allheilmittel ist, noch Teufelszeug. ;)

Unter dieser Prämisse weiß ich nicht recht, ob eine Erörterung bisheriger großer Privatisierungsprojekte so viel bringt, wenn eine mögliche Privatisierung der elementaren Roh- bzw. Nährstoffversorgung, um die es hier ja eigentlich geht, doch wieder ganz andere Aspekte aufwirft. Was womöglich dafür sprechen könnte, wieder etwas näher an das ursprüngliche Thema heranzurücken. :) :-)
 
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