Was politische Entscheidungen betrifft habe ich mir abgewöhnt Enttäuschung zu empfinden, sonst ziehe ich nacher noch ein Gesicht wie...ach lassen wir das.

Im Übrigen sehe ich keine Notwendigkeit in der Zerpflückung polemischer, stammtischtauglicher Aussagen. Deren Ernsthaftigkeit darf ruhig kritisch beäugt werden.
Ich erhoffe mir eine klare Position gegenüber nahezu räuberischen, multinationalen Konzernen welche mit Grundbedürfnissen und Nöten spekulieren und Kapital erwirtschaften. Ferner sehe ich erheblichen Handlungsbedarf im zunehmenden Kontrollwahn der EU-Komission. Ursprünglich als Zusammenschluss wirtschaftlicher Interessen einzelner Länder gedacht verkommt die Souveränität Selbiger. Der diskutierte Gesetzesentwurf vertritt allerdings ausschließlich die Interessen einflussreicher Konzerne, nicht aber der Länder. Eine Aussschreibung von Wirtschaftsgütern ist prinzipiell nichts Verwerfliches, solange diese nicht erzwungen wird und keine essentiell lebensnotwendige Materialien betrifft.
Ich weigere mich (Trink-)Wasser als wirtschaftliches Gut in diesem Sinne definieren, auch wenn es zumindest teilweise kommunal so gehandhabt wird.
Übrigens, ein interessanter Artikel, der manche Meinung evtl. ins Rütteln bringt:
http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-02/wasser-stadtwerke-privatisierung-eu-kommission
Allerdings zweifle ich an der Korruption wie auch der Nachteiligkeit einer Privatisierung durch einen lokalen Energieversorger gegenüber einer internationalen Aussscheibung (eine Privatisierung sehe ich prinzipiell kritisch, da mit selbiger wirtschaftliche Interessen und die oftmals gravierenden Folgen einhergend sind). Es dürfte "spannend" werden, wenn neben den deutschen Energieunternehmen auch noch die ganzen ausländischen, bösen Buben dazu kommen. Ob diese wohl weniger korrupt sind...

Das Problem des Artikel ist die suggerierte Sicherheit gegenüber eines Aussscheibungszwangs - dies ist offenbar nicht der Fall:
"Die SPD-Fraktion sagte an die Adresse der Bundesregierung, sie solle zur Kenntnis nehmen, dass diese Richtlinie in Deutschland nicht gewollt sei. Der Darstellung der Regierung zum Inhalt der Richtlinie wurde massiv widersprochen. Über einen Umweg könne es zur Privatisierung der gesamten Wasserversorgung einer Kommune kommen. Selbst wenn die Stadtwerke zu 80 Prozent der Kommune gehören würden, müsse die Konzession für die Wasserversorgung ausgeschrieben werden. „Dann wird es gefährlich“, warnte ein Sprecher der SPD-Fraktion."
Quelle:
http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_03/2013_138/02.html
Hier noch ein lesenswerter Artikel aus 2006:
http://www.bpb.de/apuz/29691/der-traum-vom-schnellen-wasser-geld
Das Thema wird uns jedenfalls noch einige Zeit begleiten und Konflikpotential bieten.
Gruß,
Phil