Herzliche Ausladung

  • Ersteller Ersteller Andreazzz
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passend dazu aus dem Witze Fred...

Vor einiger Zeit verabredete eine deutsche Firma ein jährliches Wettrudern gegen eine japanische Firma, das mit einem Achter auf dem Rhein ausgetragen werden sollte. Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchste Leistungsstufe zu erreichen. Als der große Tag kam, waren beide Mannschaften topfit und die Ruderboote auf Hochglanz poliert. Die Japaner gewannen das Wettrennen mit einem Vorsprung von einem Kilometer.

Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen und die Moral war auf dem Tiefpunkt. Das obere Management entschied, dass der Grund für diese vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden müsse.

Eine interne Projektgruppe aus Fachleuten verschiedener Abteilungen des deutschen Konzerns wurde eingesetzt, um das Problem eingehend zu untersuchen und um geeignete Maßnahmen zu empfehlen. Nach langen Workshops, Meetings, Ist-Analysen etc. fand man Folgendes heraus:
  • bei den Japanern ruderten 8 Leute und 1 Mann steuerte
  • im deutschen Team ruderte 1 Mann und 8 Leute steuerten
Um Abhilfe für diesen strukturellem Unterschied zwischen den beiden Teams zu organisieren, reagierte das oberste Management sofort und engagierte nach einer Klausurtagung in Bielefeld sofort einige renommierte Unternehmensberater.

Der Projektauftrag bestand darin, einen Plan für eine Veränderung innerhalb des deutschen Teams zu entwickeln. Nach einigen Monaten und zahllosen Interviews (hauptsächlich mit den Steuerleuten), sowie beträchtlichen Kosten präsentierten die Berater dem Management eine kostenneutrale Entscheidungsvorlage. Das Management nahm den Vorschlag ohne zu zögern an, um seine Bereitschaft zu "kompromisslosen und klaren Entscheidungen" zu demonstrieren. Es gab jetzt
  • vier Steuerleute
  • zwei Obersteuerleute
  • einen Steuerdirektor
  • und einen Ruderer
Außerdem wurde für den Ruderer ein striktes Leistungsbewertungssystem eingeführt, um ihn besser zu motivieren ("Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortung geben").

Der Aufsichtsrat des Konzerns gewährte dem obersten Management für seine außergewöhnlichen Anstrengungen eine Zusatzprämie.

Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit einem Vorsprung von zwei Kilometern.

Das Management reagierte prompt und entließ den Ruderer wegen schlechter Leistungen. Der Beraterfirma wurde ein Lob ausgesprochen und das eingesparte Geld wurde dem oberen Management als Bonus ausbezahlt.

Ein inzwischen durch den Ruderer eingereichter Verbesserungsvorschlag, das Ruderboot mit acht Ruderern und einem Steuermann zu besetzen, wurde abgelehnt. Begründung: das Boot könne zwar dadurch schneller bewegt werden, jedoch fehle das richtungsweisende Management der Steuerleute, wodurch das Eintreffen des Bootes am Ziel als unwahrscheinlich gelte.

Um die Ausgangslage für das nächste Rennen zu verbessern, entschied das Management, das Boot nach ISO 9001 zertifizieren zu lassen.
 
Nein, Neid ist mir fremd. Ich habe höchsten Respekt vor aller Leut und ihrer Arbeit. Ich gönne sogar Anwälten ihr Honorar :whistle:


Wie man so hört, kann sich dieses auch um bis zu 500 Euro/Stunde bewegen! :eek: :o
Ich meine jetzt in deutschen Großstädten und nicht etwa in den USA...
 
Du bist ja wahrlich voller Vorurteile!
Mir ist es Wurscht welche Kleidung jemand trägt ..Anzugträger der nur dummes Zeug labbert wird ja nicht besser weil er sich der Kleidung anpasst.
Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter.

Ganz genau. Kommt immer auf die Person an. Die Kleiderordnung bei "Bänkern" finde ich schon seit längerem lächerlich.
Ein freundlicher junger Mann mit etwas Blech im Gesicht, der mich kompetent und freundlich berät, ist mir allemall lieber als ein aufgeblasener Fuzzy im Anzug, der meint, mir etwas andrehen zu müssen .
Das meiste heute ist doch sowieso nur Lug und trug und Schein. Auf ein Businesslächeln im hübschen Kostüm, kann ich gerne verzichten.
 
im Prinzip sehe ich es auch so, trotzdem muß man die Kleiderordnung seines Arbeitgebers respektieren und ihr folgen, ein Betrüger hat nicht zwangsläufig ein hübsches Kostüm an.

Natürlich. Aber ich persönlich würde das alles nicht mehr so eng sehen.
 
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Reaktionen: H-P
Wenn "die Jugend" die gleiche Kleidung tragen und genau so denken und handeln würde, wie es jeweils die Generation zuvor tat, würden wir noch heute auf Höhlenwände kritzeln.

Schönes Wochenende
Gruzzzz
Gerald
 
Wenn man "der Jugend" ihre Handy und Smartphones wegnehmen würde, wüssten die nicht einmal, wie man auf Höhlenwände kritzelt.

Ja wie denn ohne Stift :D

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Wenn man "der Jugend" ihre Handy und Smartphones wegnehmen würde, wüssten die nicht einmal, wie man auf Höhlenwände kritzelt.
Zumindestens hätten sie dann wieder deutlich mehr Zeit für sinnvolle Dinge. Aber nicht die Smartphones sind das Problem. Solange diese Hilfsmittel sind und die Basics nicht verloren gehen, ist alles ok. Aber ohne sind viele ja hilflos. Das ist das Problem.
 
Bei meinem Ex-Arbeitgeber wurde ein leitender Angestellter - in Belegschaftskreisen mittlerweile auch Dr.Google genannt :D - eingestellt, der bei Fragen an ihn, sein SmartPhone zückt und sogleich nach Antworten sucht!
Ich weiß jetzt wirklich nicht, ob das nun besonders klug oder doch eher besonders dumm ist?
 
Die Anzeige geht völlig an der Realität vorbei, der Anzeige Ersteller möchte einen bestimmten Typus Mensch und reduziert dies leider auf Äußerlichkeiten von denen man nicht auf den Typus Menschen schließen kann!
Ein Mensch kann auch mit gefärbten Haaren und piercings im Gesicht ein vernünftiges Auftretten haben! Gefärbte Haare bedeuten nicht gleich dass sie lila blau orange sein müssen, nicht jeder mit gefärbten Haaren ist ein Punk! Nicht jeder mit piercings im Gesicht ist ein Punk! Von diesen Äußerlichkeiten die dort beschrieben werden kann man leider nicht oder Gott sei dank nicht auf die Arbeitsmoral und die Art und Weise des Menschen schließen! Genauso wenig sieht jeder Mensch im Anzug gepflegt aus!
Zudem gibt es sehr viele Leute die weder piercings haben noch gefärbte Haare oder die Hose ganz normal nach oben ziehen, das wäre ein Mensch denn dieser Arbeitgeber, nach der Anzeige zu urteilen, möchte, was aber nicht bedeutet dass dieser Mensch eine gute Arbeitsmoral haben muss oder arbeitswillig ist, denn schaut man sich den Bodensatz unserer Gesellschaft an hat er oft weder gefärbte Haare noch piercings oder trägt Baggy Pants.
 
Also bitte ...

Meinst Du, dass Manager Anzuege tragen weil sie das toll finden und sich damit identifizieren?
... oder fuegen die sich einfach der Norm und stellen ihr Individualitaetsbeduerfnis zurueck?

Wenn manger dazu in der Lage sind, warum koennen arbeitswillige Berufsanfaenger nicht auch ihr Karnevalskostuem fuer die Arbeitszeit ablegen und sich dem Berufsbild anpassen?

Jemand, der arbeitswillig ist muss grundsaetzlich auch anpassungsfaehig sein. Die meisten "Arbeitnehmer" nehmen Arbeit von ihrem Arbeitgeber und das zwingt automatisch zur Anpassung an die gegebenen Umstaende.

Wer also bereits mit bunten Haaren und Blech im Gesicht zum Vorstellungsgespraech erscheint, kann die Frage nach Anpassungsfaehigkeit nicht mit JA beantworten und ist leider raus aus der Auswahl.

Das sehe ich auch anders, natürlich müssen sich die Mitarbeiter in einem Arbeitsumfeld anpassen, was aber nicht bedeutet das sie ihre Individualität über Bord werfen müssen bzw. sollen! Leute die ihre Individualität über Bord werfen werden nie herausragende Mitarbeiter werden, da sie nur den stumpfen Trott des Unternehmens nachgehen! Herausragende Mitarbeiter müssen auch Querdenker sein, die aus der Konformität ausbrechen und eigene Lösungswege finden!
In meinem Unternehmen tummeln sich die verschiedensten Charaktere und Leute die alle einen anderen Stil haben, das macht das Unternehmen interessant, das macht das Arbeiten interessant und das macht auch die Arbeitsatmosphäre interessant! Höchstleistungen bringen Mitarbeiter nur wenn sie sich rund um wohl fühlen, wofür auch die Arbeitsatmosphäre extrem wichtig ist!Solange die Arbeitsleistung und der Leistungswille stimmt ist mir völlig egal ob meine Mitarbeiter im Gesicht Blech haben oder gefärbte Haare haben, solange alles gepflegt aussieht und sie ein professionelles auftreten haben ist mir der Rest ziemlich scheißegal!
Leute die etwas auf dem Kasten haben, haben ein gewisses Standing und ordnen sich nicht stumpf irgendwelchen Systemen unter. Will ich also herausragende Mitarbeiter haben muss ich diesen Mitarbeitern ein Umfeld bieten in dem sie auch ihre Individualität ausdrücken können... denn das führt zu einem angenehmen Betriebsklima wo die Leute gerne arbeiten und wo sie dadurch auch viel leistungsfähiger sind! Das höchste Gut eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter!
 
im Prinzip hast du recht, vor allem aus der Sicht eines Arbeitnehmers, der seine äußerliche Individualität über die Wünsche seinen Arbeitgebers stellt; eigentlich dachte ich,
dass ein individueller Charakter nicht auf Äußerlichkeiten angewiesen wird.

Wie auch immer, jedem das seine, finde nur, man sollte Beruf und Privatleben trennen können und ein Mittelweg wäre hier richtig.
 
Das sehe ich auch anders, natürlich müssen sich die Mitarbeiter in einem Arbeitsumfeld anpassen, was aber nicht bedeutet das sie ihre Individualität über Bord werfen müssen bzw. sollen! Leute die ihre Individualität über Bord werfen werden nie herausragende Mitarbeiter werden, da sie nur den stumpfen Trott des Unternehmens nachgehen! Herausragende Mitarbeiter müssen auch Querdenker sein, die aus der Konformität ausbrechen und eigene Lösungswege finden!
In meinem Unternehmen tummeln sich die verschiedensten Charaktere und Leute die alle einen anderen Stil haben, das macht das Unternehmen interessant, das macht das Arbeiten interessant und das macht auch die Arbeitsatmosphäre interessant! Höchstleistungen bringen Mitarbeiter nur wenn sie sich rund um wohl fühlen, wofür auch die Arbeitsatmosphäre extrem wichtig ist!Solange die Arbeitsleistung und der Leistungswille stimmt ist mir völlig egal ob meine Mitarbeiter im Gesicht Blech haben oder gefärbte Haare haben, solange alles gepflegt aussieht und sie ein professionelles auftreten haben ist mir der Rest ziemlich scheißegal!
Leute die etwas auf dem Kasten haben, haben ein gewisses Standing und ordnen sich nicht stumpf irgendwelchen Systemen unter. Will ich also herausragende Mitarbeiter haben muss ich diesen Mitarbeitern ein Umfeld bieten in dem sie auch ihre Individualität ausdrücken können... denn das führt zu einem angenehmen Betriebsklima wo die Leute gerne arbeiten und wo sie dadurch auch viel leistungsfähiger sind! Das höchste Gut eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter!

Moin Moin

Auf bestimmte Tätigkeiten/Berufe bezogen hast du recht,ich kenn genügend Menschen welche etwas speziel rumlaufen und trotzdem sehr gut in Ihrem Beruf sind.

Aber in einigen Berufen ist es nun mal geschäftsschädigend.

gruß
Karsten
 
Es ist kein schweres Thema, aber man sollte unbedingt Maß und Relation im Blick behalten: ;)

In keiner Weise geht es um das "Über-Bord-Werfen" der Individualität. Niemand hier hat das befürwortet, und auch der Verfasser der Stellenausschreibung nicht. Zwischen Verlust der eigenen Individualität und der Beachtung unternehmensinterer Kulturen liegt ein weiter Unterschied. Auch divergieren derartige Kulturen bekanntlich immens, weshalb beispielsweise in einem Internet-Startup ganz andere Gepflogenheiten vorhanden sind, als in einer traditionsreichen deutschen Privatbank.

Nochmal: Der Verfasser der Stellenausschreibung möchte sicherlich nicht ein bestimmtes Erscheinungsbild pauschal verurteilen. Sondern er möchte unter den jungen Menschen diejenigen gewinnen, die engagiert, verantwortungsbewusst und anpassungsfähig sind. Und die unter dieser Prämisse auch optisch in das Unternehmen passen.

Das ist dem Grunde nach völlig legitim, weil diese Eigenschaften für viele berufliche Positionen immens wichtig sind.

Man könnte sich nun, auf Seite 4 dieser Diskussion, allmählich auch mal weitergehend Gedanken machen über den mutmaßlichen unternehmerischen Hintergrund der Stellenausschreibung. Denn der ist letztlich doch deutlich interessanter, als die vielleicht eher wenig fruchtbare Frage, ob Piercings per se unangemessen sind. Nach meinem Dafürhalten dokumentieren die Formulierungen des Verfassers der Annonce ein klassisches Unternehmerverständnis, verbunden mit dem - für viele Arbeitgeber zweifelsohne gut nachvollziehbaren - Frust, dass sich das Selbstverständnis der jungen Menschen in Bezug auf Beruf und Karriere während der letzten Jahr(zehnt)e deutlich geändert hat. Unter dieser Prämisse verstehe ich die Annonce vornehmlich als - inhaltlich wie gesagt nicht ganz geglückten - Versuch, bereits im Vorfeld des Bewerbungsverfahrens die Weichen ganz grundlegend zu stellen und eben genau denjenigen Berwerbertyp vorab abzuschrecken, mit dem man vermutlich während der letzten Jahre zu viele schlechte Erfahrungen gemacht hat. Und ich verstehe die Annonce in gewissem Maße auch als Aufschrei und als den Versuch, lange angestauten Frust zu verarbeiten.

Und auch das nochmal: Für so manch ein junges, kreatives Unternehmen wäre solch eine Stellenausschreibungen komplett verfehlt. Für viele andere Unternehmen kann ich den aus der Annonce sprechenden Frust aber nachvollziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also bei meinem Arbeitgeber, einer Aktiengesellschaft mit über 150.000 Mitarbeiten weltweit, erscheint ein Mitglied des Vorstandes einmal die Wochen nicht in Anzug und Krawatte. Stattdessen am "Casual Frieday" in Jeans, Polohemd und neonfarbenen Turnschuhen.
 
Das ist weder neu, noch ungewöhnlich. Was also willst du damit beitragen?
Das man anhand von Kleidung keinen Menschen beurteilen sollte.


Der genannte Fall oben hat mir gut gefallen. ich habe lieber jemanden mit Metall im Gesicht und pinken Haaren vor mir, anstatt jemanden im Armani Anzug der nach Zigarettenqualm stinkt.
 
Das man anhand von Kleidung keinen Menschen beurteilen sollte. ...
Das ist doch völlig unrealistisch. Natürlich beurteilt man Menschen auch nach ihrer Kleidung. Das tust du auch selbst, wenn du darauf verweist, dass ein Vorstandsmitglied einen casual friday pflegt.

Nur sollte man Menschen nicht (nur) anhand von Kleidung pauschal und vollständig aburteilen. Das ist es wohl, was du sagen willst. Das ist allerdings selbstverständlich und wurde hier und in der Annonce auch nicht gemacht.
 
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