Andererseits gibt es eben die Sicht des Teams. Motorsport ist Teamarbeit, und für das Team ist die Konstrukteurs-WM erheblich wichtiger als die Fahrer-WM. Ob man aber deshalb hingeht und bereits im zweiten Rennen der Saison seinen dreifachen Champion hinten anstellt? Die Verhältnisse bei den Reifen waren ja klar, warum also? Wenn man nur nach den offensichtlichen Gründen geht, hätte Vettel einfach per entgegengesetzter Teamorder vorbeifahren können, ohne dass es für die Konstrukteurs-WM einen Unterschied gemacht hätte.
Hier liegt für mich die Kernfrage:
Ist der Teamchef eines dreifachen WM-Teams so ein Hornochse, dass er ohne Grund im zweiten Rennen der Saison seinen Fahrer ohne Notwendigkeit um den Sieg bringen will? Vielleicht als Ausgleich für Webber, damit der auch mal was gewinnt?
Schwer vorstellbar.
Teilweise richtig....zumal ja aus dieser Sichtweise heraus es ja dann sowieso keine Rolle spielen würde, wer von den Beiden die Rennen gewinnt.
Aber...letztendlich hat die Formel 1 mitunter die hauptsächliche Aufgabe letztendlich Ihre Marke werbewirksam auf dem Weltmarkt zu präsentieren.
Sei es einen Ferrari, einen Mercedes usw. oder letztendlich eine Dose für das Maß aller Dinge darzustellen, so sind es letztendlich die Fahrer, welche in der Öffentlichkeit
DIE ultimative Marke repräsentieren und nicht das Team. Ohne in dem Zusammenhang das notwendige wichtige Zusammenspiel jedes einzelnen Mitarbeites der jeweiligen Teams schmälern zu wollen. Jeder Einzelne hat hier gleichermaßen ein hohes Maß an Wichtigkeit.
Und dies betrifft z.Bsp. angefangen vom persönlichen medizinischen Betreuer, über den Konstrukteur, bis hin zu den Männern, welche die Reifen wechseln.
So manches Rennen wurde schon negativ entschieden, weil bei einem Reifenwechsel etwas schief ging und statt in wenigen Sekunden der Reifenwechsel sich
ewig hinzog. Warum hat ein Team 600 Mitarbeiter? Weil jeder eine sehr wichtige Aufgabe hat, die letztendlich über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Nur treten diese Mitarbeiter leider nicht in den Vordergrund.
Ein Vettel hat sich mit seinen bisherigen Erfolgen auf dem Weltmarkt
mit seinem Gesicht und der ganzen Öffentlichkeitsarbeit und entsprechender
Werbung etabliert. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und tut sich mit der Identifikation eines allerseits bekannten Markenlogos oder eines dahintersteckenden Gesichtes einfacher, als wenn hier ein stetiger Wechsel stattfinden würde. Und genau deswegen sollte es dem Team auch wichtig sein,
dass seine Nummer 1 auch weiterhin die Nummer 1 bleibt, damit sich das Volk in seinen gewohnten Bahnen weiterhin "suhlen" und eine Identifikation mit dem Produkt finden kann.
Ohne jetzt z. Bsp. die Historie von Coca-Cola mit seinem weltbekannten Logo im Detail zu kennen, so denke ich sehr wohl, dass hier ein Namenswechsel
auf z.Bsp. "Braune Brause" wohl kaum zu einer Steigerung der Absatzzahlen führen würde, sondern eher zu einer Irritation und schwindenden Absatzzahlen.
Ich
hoffe mit diesem Bsp. einigermaßen nachvollziehbar aufgezeigt zu haben, welche Auswirkungen eine Änderung des "Leithammels" auf die Erfolgschancen
von Produkten haben kann.
Letztendlich ist die Formel 1 nichts Anderes als ein höchst wirksamer Spielball des
Marketings. Dies gilt gleichermaßen für alle anderen
Sportarten auch. Wozu werden Werbeflächen zu Höchstpreisen verkauft? Wozu versucht jedes Team in allen erdenklichen Sportarten Sponsoren für sich zu gewinnen? Bestimmt nicht, weil man von dem Produkt so überzeugt ist, sondern weil man die Gelder braucht. Und genau umgekehrt sehen es die Sponsoren für sich auch. Sie sind auf Umsatz- und Gewinnoptimierung aus und damit hat es sich.
Zum Thema Teamorder in dem vorliegenden Fall: Eventuell hast Du recht und es lagen wirklich (technische) Gründe vor, die diese Order gerechtfertigt haben.
Du wirst mit mir allerdings wahrscheinlich konform gehen, dass es ein utopischer Gedanke ist, hier jemals die wirklichen Gründe zu erfahren.
Genau diese Personen werden sich bewusst und geschickt im Hintergrund aufhalten und lässt die "Frontschweine" die Kämpfe im Ansehen in der Öffentlichkeit austragen. Man müsste sich ja sonst eventueller technischer Schwierigkeiten oder sonstiger Unzulänglichkeiten bekennen. Da ist es doch einfacher und bequemer
einen Vettel als Buhmann und unkontrollierbaren Mitarbeiter in der Weltöffentlichkeit darzustellen. Fahrer können kommen und gehen....das Team bleibt.
Ich bleibe dabei: Wenn ein Vettel seinen 4.ten Titel geholt hat, wird sich an das vergangene Rennen so gut wie niemand mehr erinnern.
Es zählt das Ergebnis vom Fahrer
und vom Team, aber letztendlich ist es dann aber wieder die Dose, welche ihm Flügel verliehen hat
... stimmt vollkommen! Aber nur
einer von den beiden hat Talent.
Finde ich an der Stelle etwas unangebracht....ich denke jeder der Fahrer hat ein Höchstmaß an Talent, sonst wäre er nie so weit gekommen.
Das gilt im Übrigen auch für die sogenannten "Bezahlfahrer", die nicht nur auf Grund Ihres Geldes in die Formel 1 gekommen sind.
Ich denke, dass diese Fahrer allesamt uns Strassen-Hobby-Racern allemal das Wasser reichen können und das sicherlich um Längen.
Noch so'n paar Stallorder dieses Jahr, dann war's das für mich! Da sind ja unsere Kartrennen spannender!
Hallo MW-Ontour

Ich erinnere mich da an unser Kartrennen in Rottweil, bei dem ich im verpatzten Qualifying leider nur den 4.ten Startplatz direkt hinter Dir hatte

Obwohl ich schneller als Du unterwegs war, ich mich aber leider
bei einem gewagten Überholmanöver selber ins Aus geschossen hatte, Dich dann aber die letzten Runden wieder eingeholt und Du mich trotz offensichtlicher besserer Leistung nicht vorbeigelassen hast,
habe ich
Dir auch nie verziehen



Ein klassischer Fall, wo eine Stallorder besser gewesen wäre
Aber nach wie vor meine Bewunderung, dass Du ganze Strecke an einem Tag hin und zurück wegen einem Abendessen und Fahrspaß auf Dich genommen hattest

