Jetzt mal "Butter bei die Fische",hätte Vettel überholen sollen oder nicht?

beim Start hatte MW sehr viele Plätz gut gemacht und SV wurde von Alonso angerempelt ... zumindest habe ich das Rennen so gesehen ;) SV war der erste auf Soft und hat da Rundenzeit eingebüsst, die er aber 2x Runden später wieder wett gemacht hat ... und damit konnte MW nach dem Boxenstop vor Ihm bleiben. Mir kam es so var, als wollten die MW vorne behalten, aus welchem Grund auch immer.
 
Um es mal bewußt überspitzt auszudrücken...die F1 hat für mich immer mehr den Charakter von RC-Car Rennen bekommen...

LG,
R.
(Der Gedanke, dass bei der Moto GP ein Lorenzo oder Rossi ein Boxenschild mit "Fahr langsamer, damit dein Teamkollege dich überholen kann" präsentiert bekommt... grandiose Satire...)
 
Es klingt aber immer wieder das Denken über eine #1 und eine #2 durch, bei dem von vorherein entschieden wird, wer besser sein darf. Das ist schon im Ansatz kein freier Wettbewerb.

Trotzdem sind solche Einstufungen und letztlich auch eine sinnvolle Teamorder hilfreich, um in einem sehr komplexen Umfeld mit nuancenhaften Unterschieden zwischen Fahrzeugen und Fahrern eine WM einzufahren.

genau aus diesen Gründen empfand ich die M. Schumacher Ära als äußerst langweilig.
(Den Mt.Everest mit Sauerstoff und Sherpa zu besteigen sorgt eben für Mittelmäßigkeit)

Habe noch nie verstanden, warum man die Fahrer schon zu Beginn als Nr.1 und 2 betitelt. Das ist Deklassierung im Vorfeld, und taugt nicht wirklich dazu erkennbare Potenziale der einzelnen Fahrer (zumindest die des Wasserträgers) zu fördern.
 
Es gibt Situationen, wo es Sinn macht. Hat man einen erfahrenen und erfolgreichen Piloten im Team, und der andere ist ein Anfänger, dann sollte ein gewisser Schutz bestehen, denn sonst haut der Anfänger alles kurz und klein (siehe Grossjean im letzten Jahr). Vettel und Webber sind aber gleichermaßen erfahrene Piloten.
 
Wie in jeder Sportart gibt es die ewigen Vereinsmeister und diejenigen, die sich in offizielle Wettbewerben vielen anderen stellen. Ich denke, dass es immer sinnvoll ist - wie in anderen Lebensbereichen auch - von den Erfahrungen der "Alten Hasen" zu profitieren in dem man einfach zuschaut, zuhört und lernt ;)

Die Aufregung und den Erwartungsdruck von Anderen, sowie den eigenen Ehrgeiz sinnvoll und effienzient für die eigenen Konzentration zu nutzen, ist ein langer Lernprozess, den so manchner Sportler auf den Punkt (hier im Rennen) nicht packt (und wie ein "Fussball Andy Möller" nie gepackt hat).

Letztendlich brauchts aber auch einen guten Vorturner.

Wie Du, Dieter, beschrieben hast ist das Verhalten Eures Newcomers (?) ein NoGo, zumal es hier um das Auto ansich ging, welches ja wohl vorsätzlich über Gebühr belastet wurde und somit das Ergebnis aufgrund von "Ich will nicht" auf die hinteren Plätze geschrottet wurde. Das geht gar nicht!
(da hätte ich vom Landessportbund eine empfindliche Sperre kassiert, wenns ich mich so offensichtlich gegen jede Order verhalten hätte)

Letzendlich sollte jeder normale Mensch die Hand, die einen ernährt nicht beißen. Das gilt für SV und für MW. Ansonsten kann man sich ja auch trennen, wenn es nun gar nicht mehr geht.
 
In meinen Augen sollte bei der Diskussion nicht außer acht gelassen werden, dass die Fahrer hochdotierte Verträge unterschrieben haben, in denen sicherlich auch geregelt ist, wie mit Stallordern umzugehen ist. Stellt euch vor ihr gründet ein Formel 1 Team und stellt Fahrer für mehrere Millionen € Jahresgehalt ein. Und diese widersetzen sich euren Stallordern, die ihr per Funk rausschickt. Würdet ihr das Argument akzeptieren, dass ein "Racer" sowas macht?

Zum Sport Formel 1 gehört auch Taktik und Strategie, Condition Monitoring auf höchstem Niveau (Zustandsüberwachung des Fahrzeugs durch tonnenweise Technik und Hirnschmalz), Verantwortung für eine ganze Handvoll Jobs und vor allen Dingen teilweise (je nach Team) die Repräsentation einer Automobilmarke. Formel 1 ist mehr als ein Feierabendkartrennen unter Arbeitskollegen, wo eben der "Racer" des Tages gekürt wird. Und deswegen zahlt man den Fahrern auch unsummen - weil man eben nicht nur einen "Racer" will, sondern auch jemanden, der notfalls genügend Disziplin besitzt seine Instinkte zu unterdrücken, den Automobilkonzern durch ein adrettes Auftreten und ein unauffälliges Privatleben (oder was auch immer man als Image verkaufen möchte) repräsentiert usw. Diese Kombination ist selten und deswegen teuer.

Ob man das mag oder nicht - aber die Formel 1 ist eben momentan so. Zu kritisieren ist, falls man gegen Stallordern ist, in meinen Augen zunächst mal das Regelwerk. Aber hier widerum darf man auch die Interessen der FIA nicht vergessen, die mitunter anders sind als diejenigen der beteiligten Konzerne. Ein kleiner Skandal hier und da bringt ja auch Publicity, genau wie im Profifußball Pöbler wie Balotelli oder Gascoigne zwar ärgerlich für den jeweiligen Verein, aber durchaus belebend für den Sport an sich sein können.
 
hm... webber macht mehr fehler als vettel... mit vettels killerinstinkt hast du auf jeden fall recht!

lg Maik
 
Warum hat man dem Herrn Vettel nicht einfach eine klar angesagte Drehzahlbegrenzung verordnet? Das wäre ein für das johlende Publikum plausibler Grund für eine etwas langsamere Gangart gewesen, Vettel hätte als "Racer" das Gesicht gewahrt und könnte sich huldigen lassen, dass er dank seiner Beherrschung den zweiten Platz für sich und RB gerettet hat und die Teamleitung hätte sich und uns das schale "fahr mal hinter deinem langsamen Teamkollegen her" erspart. So wie es gelaufen ist, war das für alle Beteiligten gelinde gesagt unbefriedigend.
 
Zum Sport Formel 1 gehört auch Taktik und Strategie, Condition Monitoring auf höchstem Niveau (Zustandsüberwachung des Fahrzeugs durch tonnenweise Technik und Hirnschmalz), Verantwortung für eine ganze Handvoll Jobs und vor allen Dingen teilweise (je nach Team) die Repräsentation einer Automobilmarke.

Das ist absolut richtig. Aber als Zuschauer - hier spreche ich natürlich nur für mich - möchte ich nicht ein Millionenunternehmen beim Funktionieren beobachten, sondern emotionalen Rennsport. Dazu gehört Dramatik, Spannung (OK, gibt`s ab und zu auch in der F1) - vor Allem aber auch die Momente, wo der Underdog gewinnt. Wo der sonst immer Unterlegene vielleicht einmal "diesen" Moment hat, weil er vielleicht einmal einfach besser ist... Aber jedem, wie er`s (oder sie`s) mag...
Und Moto GP - als Beispiel - ist bestimmt kein "Feierabendsport"... trotzdem gewinnt da seltsamerweise immer der tatsächlich Schnellere...

LG,
R.
 
Andererseits gibt es eben die Sicht des Teams. Motorsport ist Teamarbeit, und für das Team ist die Konstrukteurs-WM erheblich wichtiger als die Fahrer-WM. Ob man aber deshalb hingeht und bereits im zweiten Rennen der Saison seinen dreifachen Champion hinten anstellt? Die Verhältnisse bei den Reifen waren ja klar, warum also? Wenn man nur nach den offensichtlichen Gründen geht, hätte Vettel einfach per entgegengesetzter Teamorder vorbeifahren können, ohne dass es für die Konstrukteurs-WM einen Unterschied gemacht hätte.

Hier liegt für mich die Kernfrage:
Ist der Teamchef eines dreifachen WM-Teams so ein Hornochse, dass er ohne Grund im zweiten Rennen der Saison seinen Fahrer ohne Notwendigkeit um den Sieg bringen will? Vielleicht als Ausgleich für Webber, damit der auch mal was gewinnt?
Schwer vorstellbar.

Teilweise richtig....zumal ja aus dieser Sichtweise heraus es ja dann sowieso keine Rolle spielen würde, wer von den Beiden die Rennen gewinnt.
Aber...letztendlich hat die Formel 1 mitunter die hauptsächliche Aufgabe letztendlich Ihre Marke werbewirksam auf dem Weltmarkt zu präsentieren.
Sei es einen Ferrari, einen Mercedes usw. oder letztendlich eine Dose für das Maß aller Dinge darzustellen, so sind es letztendlich die Fahrer, welche in der Öffentlichkeit DIE ultimative Marke repräsentieren und nicht das Team. Ohne in dem Zusammenhang das notwendige wichtige Zusammenspiel jedes einzelnen Mitarbeites der jeweiligen Teams schmälern zu wollen. Jeder Einzelne hat hier gleichermaßen ein hohes Maß an Wichtigkeit.
Und dies betrifft z.Bsp. angefangen vom persönlichen medizinischen Betreuer, über den Konstrukteur, bis hin zu den Männern, welche die Reifen wechseln.
So manches Rennen wurde schon negativ entschieden, weil bei einem Reifenwechsel etwas schief ging und statt in wenigen Sekunden der Reifenwechsel sich
ewig hinzog. Warum hat ein Team 600 Mitarbeiter? Weil jeder eine sehr wichtige Aufgabe hat, die letztendlich über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Nur treten diese Mitarbeiter leider nicht in den Vordergrund.

Ein Vettel hat sich mit seinen bisherigen Erfolgen auf dem Weltmarkt mit seinem Gesicht und der ganzen Öffentlichkeitsarbeit und entsprechender
Werbung etabliert. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und tut sich mit der Identifikation eines allerseits bekannten Markenlogos oder eines dahintersteckenden Gesichtes einfacher, als wenn hier ein stetiger Wechsel stattfinden würde. Und genau deswegen sollte es dem Team auch wichtig sein,
dass seine Nummer 1 auch weiterhin die Nummer 1 bleibt, damit sich das Volk in seinen gewohnten Bahnen weiterhin "suhlen" und eine Identifikation mit dem Produkt finden kann.

Ohne jetzt z. Bsp. die Historie von Coca-Cola mit seinem weltbekannten Logo im Detail zu kennen, so denke ich sehr wohl, dass hier ein Namenswechsel
auf z.Bsp. "Braune Brause" wohl kaum zu einer Steigerung der Absatzzahlen führen würde, sondern eher zu einer Irritation und schwindenden Absatzzahlen.
Ich hoffe mit diesem Bsp. einigermaßen nachvollziehbar aufgezeigt zu haben, welche Auswirkungen eine Änderung des "Leithammels" auf die Erfolgschancen
von Produkten haben kann.

Letztendlich ist die Formel 1 nichts Anderes als ein höchst wirksamer Spielball des Marketings. Dies gilt gleichermaßen für alle anderen
Sportarten auch. Wozu werden Werbeflächen zu Höchstpreisen verkauft? Wozu versucht jedes Team in allen erdenklichen Sportarten Sponsoren für sich zu gewinnen? Bestimmt nicht, weil man von dem Produkt so überzeugt ist, sondern weil man die Gelder braucht. Und genau umgekehrt sehen es die Sponsoren für sich auch. Sie sind auf Umsatz- und Gewinnoptimierung aus und damit hat es sich.

Zum Thema Teamorder in dem vorliegenden Fall: Eventuell hast Du recht und es lagen wirklich (technische) Gründe vor, die diese Order gerechtfertigt haben.
Du wirst mit mir allerdings wahrscheinlich konform gehen, dass es ein utopischer Gedanke ist, hier jemals die wirklichen Gründe zu erfahren.
Genau diese Personen werden sich bewusst und geschickt im Hintergrund aufhalten und lässt die "Frontschweine" die Kämpfe im Ansehen in der Öffentlichkeit austragen. Man müsste sich ja sonst eventueller technischer Schwierigkeiten oder sonstiger Unzulänglichkeiten bekennen. Da ist es doch einfacher und bequemer
einen Vettel als Buhmann und unkontrollierbaren Mitarbeiter in der Weltöffentlichkeit darzustellen. Fahrer können kommen und gehen....das Team bleibt.

Ich bleibe dabei: Wenn ein Vettel seinen 4.ten Titel geholt hat, wird sich an das vergangene Rennen so gut wie niemand mehr erinnern.
Es zählt das Ergebnis vom Fahrer und vom Team, aber letztendlich ist es dann aber wieder die Dose, welche ihm Flügel verliehen hat:M


... stimmt vollkommen! Aber nur einer von den beiden hat Talent. :X

Finde ich an der Stelle etwas unangebracht....ich denke jeder der Fahrer hat ein Höchstmaß an Talent, sonst wäre er nie so weit gekommen.
Das gilt im Übrigen auch für die sogenannten "Bezahlfahrer", die nicht nur auf Grund Ihres Geldes in die Formel 1 gekommen sind.
Ich denke, dass diese Fahrer allesamt uns Strassen-Hobby-Racern allemal das Wasser reichen können und das sicherlich um Längen.

Noch so'n paar Stallorder dieses Jahr, dann war's das für mich! Da sind ja unsere Kartrennen spannender! :) :-)

Hallo MW-Ontour:D
Ich erinnere mich da an unser Kartrennen in Rottweil, bei dem ich im verpatzten Qualifying leider nur den 4.ten Startplatz direkt hinter Dir hatte;) Obwohl ich schneller als Du unterwegs war, ich mich aber leider
bei einem gewagten Überholmanöver selber ins Aus geschossen hatte, Dich dann aber die letzten Runden wieder eingeholt und Du mich trotz offensichtlicher besserer Leistung nicht vorbeigelassen hast,
habe ich Dir auch nie verziehen:mad::d:d:d
Ein klassischer Fall, wo eine Stallorder besser gewesen wäre:b

Aber nach wie vor meine Bewunderung, dass Du ganze Strecke an einem Tag hin und zurück wegen einem Abendessen und Fahrspaß auf Dich genommen hattest:t:M
 
Bleib trotzdem dabei, das Überholmanöver war aus Vettels Sicht ok. Wer mehr als nur einen Titel holen will muss diesen Egoismus haben. Ein Schumacher oder Senna hätte auch nicht zurück gesteckt, bei Räikkönen oder Hamilton wär ich mir auch nicht sicher.

Da Vettel schneller war und das Auto ja offensichtlich gut gehalten hat, war die Stallorder gegen den klar besseren Fahrer im Team im zweiten Rennen a richtiger Schmarrn.

Das Kasperletheater was Team, Webber und Vettel nach dem Rennen zelebriert haben, hat nix mehr mit Motorsport zu tun :y für mich hat RB viel an Sympathie verloren.
 
nein, das sehe ich anders. Vettel hat nur einen besseren Killerinstinkt. Fahren kann Webber auch.

Fraglos ist das richtig - fahren können sicher alle Piloten in der Fi. Da reicht schon ein Blick auf die Rundenzeiten.
Zieht man bei den hinteren Plazierungen das Material mit ins Kalkül, dürfte das Feld diesbezüglich noch enger zusammenrücken.

Bei Betrachtung der Punkestände der Fahrer des RB Teams fällt aber auf, daß SV jedes Jahr mehr Punkte einfährt, als sein direkter Mitstreiter. Das ist dann wohl der bessere Killerinstinkt. Eben dieser hat ihn aber auch veranlaßt, Webber zu überholen. (Wenn ich das eine haben will, als Teamleiter, muß ich vlcht anderes akzeptieren.) Alternativ könnte man ja sonst, wenn das Team wichtiger ist als der Sieg im Rennen, SV vor die Türe setzen und Herrn de la Rosa oder - wenn verfügbar - Herrn Rosberg verpflichten, der seinen Killerinstinkt so bravourös beherrschte. Ob das Team damit besser fährt, wird sich dann zeigen.

Meiner Ansicht nach ist es jedenfalls wünschenswert, daß sich die Protagonisten der F1 ihren Killerinstinkt bewahren, auf daß der Reiz am Rennen für die Zuschauer erhalten bleibt.
 
... definitiv nicht. Stell' Dir vor, manche machen es sogar mit Geld und Beziehungen....

Nun ja, auch wenn es manchmal so aussieht ... Die FIA rückt die für die Formel 1 erforderliche Superlizenz nicht "mal so eben" raus. Da müssen vorher schon gewisse Fähigkeiten bewiesen worden sein.

Aber ich stimme Herbert durchaus zu, dass es durchaus Leistungsunterschiede gibt, aber die gibts doch in jedem Job ;-) ... Sei es wegen der noch steigenden Lernkurve ... oder dem dann doch an die Grenzen gestossenen Talent.
 
...Leistungsunterschiede ... gibts doch in jedem Job ... oder dem dann doch an die Grenzen gestossenen Talent.
... ich rede gar nicht von "gewissen Fähigkeiten" - die setze ich schlicht voraus!!! Ich rede von dem Talent, sich in einer Gruppe der 40 talentiertesten Fahrern der Welt zu messen. Das - und nur das! - ist mein Maßstab! Und wenn jemand jeden 2. Start verpennt oder nicht ohne Unfallverursachung durch die erste Kurve kommt, der hat da "eigentlich" nichts zu suchen!

Und an dem "eigentlich" erkennt man, dass es erst um Business geht und dann um Sport und Talent.
 
... definitiv nicht. Stell' Dir vor, manche machen es sogar mit Geld und Beziehungen....

Mit dem Wort "Bezahlfahrer" hatte ich m.E. diesen Kenntnisstand schon kundgetan:M ....ändert aber nichts an der Tatsache, dass man nur mit Geld und Beziehungen wohl kaum den Sprung in die Formel 1 schafft. Ein gewisses Mindestmaß an Können muss nach gewiesen werden durch entsprechende Erfolge in anderen Rennserien....und das setzt widerum ein gewisses Maß an Talent voraus;)
 
... ich rede gar nicht von "gewissen Fähigkeiten" - die setze ich schlicht voraus!!! Ich rede von dem Talent, sich in einer Gruppe der 40 talentiertesten Fahrern der Welt zu messen. Das - und nur das! - ist mein Maßstab! Und wenn jemand jeden 2. Start verpennt oder nicht ohne Unfallverursachung durch die erste Kurve kommt, der hat da "eigentlich" nichts zu suchen!

Und an dem "eigentlich" erkennt man, dass es erst um Business geht und dann um Sport und Talent.
Ich denke, dass Du da sehr emotional bewertest.

Zunächst einmal bekommt niemand, der vorher nicht entsprechend gefahren ist UND Ergebnisse vorzuweisen hat, eine Superlizenz. Mit Geld ist die nicht zu kaufen, da die Ergebnisse jederzeit nachprüfbar sind.
Es ist umgekehrt richtig, dass man mit entsprechenden guten Ergebnissen in anderen Rennserien nicht automatisch in die F1 kommt, und dass dann ein Finanzpolster hilft. So ist das bereits seit den Siebzigern.
Man kann auch noch folgern, dass bei zwei Kandidaten für die F1 heutzutage nicht unbedingt der mit dem größeren Talent den Platz bekommt, sondern der mit dem besten Gesamtpaket aus Talent und Geld.
Trotzdem ist aber JEDER, der überhaupt in Frage kommt für einen Fahrerplatz in der F1, bereits seit langen Jahren ein erfolgreicher Rennfahrer.

Man schießt sich hier recht gut auf Webber ein, es gibt aber jede Menge anderer Fahrer, die ähnliche Klopse hingehauen haben. Michael Schumacher konnte das in den letzten Jahren auch recht gut.
 
&: würde Geld und Beziehungen nicht heißen (wie hier im Rennsport), dass bei nicht so werbewirksamen Rennveranstaltungen z.B. RCN (da scheint die Hürde für eine Lizens nicht unerreichbar zu sein) nur das Mittelmaß deutscher Rennsportler mitfährt? .... Weil sie es sich irgendwie leisten können ;)

Ich kenne solche Auswirkungen höchstens von einigen olympischen Disziplinen, wenn ein Bananenstaat einen Sportler entsendet, bei dem man glauben möchte er sei eher Tourist denn Leistungsportler der Spitzenklasse. Da besteht nicht einmal ein Hauch von Konkurrenz zu allen Anderen.

Fällt mit spontan Eddy the Eagle ein, der einzige Skispringer GBs :w oder der Viererbob aus Jamaica :w oder aber auch Costa Cordalis beim Ski-Nordisch

Olympia ist eine Non-Profit-Angelegenheit der Sportler ansich. Die Zahlungen der Sportverbände an diese Sportler sind eher lächerlich.

Richtig ist allerdings, dass Rennsport, Tennis, Skifahren, Segeln, Golf usw. ersteinmal mehr monetäre Leistung der Eltern im Vorfeld erfordert, als sich evt. eine Arbeiterfamilie auch bei einem noch so talentierten Kind erlauben kann. Da spielt man dann eben Fussball, Handball, geht zur Leichtathletik oder macht Kampfsport oder Unterwassermikado

....
 
... was mir eben bei Schumi & SV (u.a.) gut gefällt: Deren Eltern sind keine Industriemagnaten, sondern haben Ihren Sohn bestmöglich in seiner Talentumsetzung unterstützt ... sieht man auch gut beim RoC (Race of Champions), wie gut sich diese beiden auf unterschiedlichsten Fahrzeugen schlagen.
 
Teilweise richtig....

Aber...letztendlich hat die Formel 1 mitunter die hauptsächliche Aufgabe letztendlich Ihre Marke werbewirksam auf dem Weltmarkt zu präsentieren.

Der Motorsport ist ein Sport wie jede andere Sportart auch, von daher ist die zentrale Aufgabenstellung der faire Wettbewerb. Das ist auch das, was die Zuschauer sehen wollen, wenn sie nicht durch eine (Vettel-)Brille schauen und spätestens ab Mitte der Saison jedem Konkurrenten Plattfüße ans Auto wünschen. Oder sie wünschen sich strenge Regeln, nach denen der eigene Wunschchampion von anderen auf der Strecke nicht mehr belästigt werden darf...

Alles Andere ist Mittel zum Zweck. Wenn jemand eine riesige Firma aufbaut, um zu gewinnen, das ist es das Problem der Eigentümer, diese Firma zu vermarkten. Die großen Werke gehen heute allerdings mit einer Marketing-Einstellung an die Sache heran, nicht mehr mit einer Motorsport-Einstellung. Das ist sehr bedauerlich. BMW hat früher ganz anders Motorsport betrieben als heute. Jemand wie Paul Rosche hat sich nie um Marketing geschert.

Wenn es also hier jetzt konkret um Teamorder geht, dann gibt es Punkte, die diskutiert werden können:
1. Teamhilfe
Im Radsport ist es gang und gäbe, dass ein Team zusammen fährt, um dem von vornherein designierten Spitzenkandidaten den Sieg zu ermöglichen. Ob mit oder ohne Doping, so werden seit Jahrzehnten alle großen Rennen gefahren. Es gibt Beispiele aus anderen Sportarten, z.B. Laufsport. Der Gedanke, dass sich ein Spitzenreiter etabliert, der dann von anderen unterstützt wird, ist also nicht auf die F1 beschränkt, und er wird in anderen Sportarten als normal angenommen.
Ich selbst sehe es im Motorsport etwas anders. Wenn ein Team zwei Autos an den Start bringt, sollten beide (Sub-)Teams gleichwertige Chancen haben. Es wird sich dann auf der Strecke zeigen, wer ab einem gewissen Zeitpunkt der Saison vorne liegt. Geht es dann gegen Ende der Saison um die Meisterschaft, sehe ich es als gerechtfertigt an, wenn der hinten liegende Fahrer seinen Kollegen unterstützt, vorausgesetzt, er hat keine echten eigenen Ambitionen auf den Titel mehr.
Teamkollegen haben allerdings meiner Meinung nach eine besondere Verantwortung im Umgang miteinander. Sie sollten die gegenseitige Härte unter Kontrolle haben, um nicht dem Team durch Ausfall beider Autos nach Kollision einen Schaden zuzufügen.

2. Technische Order
Eine Anweisung des Teams/der Boxenmauer an den Fahrer muss befolgt werden. Das ist eine Frage der Disziplin. Der Fahrer weiß das, und er verlässt sich darauf, dass solche Order nicht ohne Grund gegeben wird. Ein Teamchef hat in dem Fall die Verantwortung, eine solche Order begründen zu können, denn es wird nach dem Rennen auf jeden Fall interne Diskussionen geben.

3. Killerinstinkt
Der Teamchef weiß am Besten, was er von seinen Fahrern zu erwarten hat. Er kennt auch den jeweiligen Killerinstinkt. Wenn Horner also Vettel eine solche Teamorder gibt, weiß er, welche Gefahr er damit eingeht. Umso mehr hat Vettel darauf zu achten, dass er Grenzen nicht überschreitet.
Die Diskussion geht jetzt in die eine Richtung, weil er gewonnen hat. Hätte er aber überholt und wäre dadurch ohne Sprit liegengeblieben oder ihm wäre ein Reifen geplatzt (mögliche Gründe für die Teamorder), dann wäre die Kritik genau andersherum gewesen: Warum ist er nicht hinten geblieben, schmeisst ohne Not den zweiten Platz weg etc etc.

Ich bleibe also dabei:
Horner kennt Vettel, auch dessen Instinkte. Er weiß also, welches Risiko er eingeht. Wenn er trotzdem eine Teamorder ausspricht, gab es also einen triftigen Grund, oder er hat Schwachsinn geredet.
Vettel kennt Horner, und er kann davon ausgehen, dass er nicht grundlos so eine Teamorder bekommt. Wenn er sie ignoriert, dann ist er ein Trottel, oder er denkt, dass Horner einen Fehler gemacht hat.

Zusammenfassend heißt das also, dass eine Teamorder dann für mich in Ordnung ist,
- wenn sie technisch begründet ist
- wenn sie dem Erreichen der Meisterschaft kurz vor Ende der Saison dient

In anderen Fällen ist sie für mich nicht akzeptabel.
 
Zurück
Oben Unten