Kann man als 981 Freak mit nem G29 glücklich werden?

Sorry, da teile ich dann doch eher die Meinung meines ehemaligen Professors und widerspreche euch erneut.
Untersteuern ist ja nichts anderes, als dass der tatsächlich gefahrene Kurvenradius größer ist, als der gewünschte. Und das lässt sich durch stärkeres Einlenken dann schon nachkorrigieren, da die Seitenführungskraft des Reifens mit höherem Schräglaufwinkel zunimmt.
Das lässt sich auch wunderbar selbst erfahren, wenn man das mal bei konstanter Kurvenfahrt ausprobiert.

...dann empfehle ich das Selbststudium in der Praxis und nicht in der profanen Theorie der Uni - es hat schon einen Grund, warum ausnahmslos ALLE semi-professionellen und professionellen Fahrer zu übersteuernden Fahrzeugen tendieren.
Sehr stark untersteuernde Fahrzeuge (in just dieser Fahrsituation), lassen sich bei performanter Fahrweise erheblich schlechter kontrolliert sportlich fahren und unter Kontrolle halten. Jegliche Literatur. welche sich mit Sportfahren beschäftigt, geht gerade hierauf sehr detailliert ein und kommt exakt zu diesem Ergebnis, dass Fahrzeuge, welche über die VA schieben zum sportlich dynamischen Fahren eher suboptimal sind.

Aber Du hast natürlich auch recht - für Otto-Normal-Fahrer, welcher ja niemals bewusst so fährt, dass er an die Grenzen der Fahrphysik seines Fahrzeuges kommt, sind untersteuernde Fahrzeug leichter zu bewegen - noch dazu, dass sich dieses untersteuern in der Praxis auch in der Regel moderater ankündigt und somit keine ultraschnelle Reaktion erfordert. Das ist zwar auch nicht unproblematisch, lässt sich aber in der Regel vom Normalo-Fahrer besser "in den Griff" bekommen. Nur wenn dieses Untersteuern zu groß ist, weil das Fahrzeug viel zu stark über die Vorderachse schiebt, dann kann der Normalo-Fahrer dieses Fahrzeug auch nur noch sehr schlecht einfangen. Bis dorthin ist es aber "beherrschbarer", während ein im Grenzbereich deutlich übersteuerndes Fahrzeug (also wenn das Heck kommt) exorbitant besser beherrschbar bleibt - jedoch nur, wenn der Fahrer auf diese Situation vorbereitet ist und diese Fahrsituation auch trainiert und die Reaktion verinnerlicht hat. ;)

Ich denke, beide Aussagen sind richtig - aber der Blickwinkel und was man bezüglich der Fahrweise bezwecken will (oder kann), sind 180 Grad unterschiedlich. Typische was A sagt und B versteht (ausdrücken will)-Thematik.
 
Da bleibt nix wie Geschwindigkeit reduzieren, also auf die Bremse, und dann bekomme ich wieder Grip, ausser ich bin viel zu schnell.

Sicherlich, aber auf die Bremse gehen ist in diesem Fall tödlich, dadurch fahr ich erst recht geradeaus. Kupplung treten und falls es nicht reichen sollte, moderat bremsen und die Bremse wieder lösen wäre das richtige Verhalten. Für sowas in einer solchen Extremsituation benötigt es schon extremes Fingerspitzengefühl, was selbst Rennfahrer überfordert. Nicht umsonst ist der Königsegg mit ABS Sensorfehler bei einem Test auf der Nordschleife geradeaus aus der Kurve geschossen.
 
Sicherlich, aber auf die Bremse gehen ist in diesem Fall tödlich, dadurch fahr ich erst recht geradeaus.
Nicht mehr, seit es das ABS gibt. Seit dem kann der ungeübte Fahrer so handeln wie Uli es beschrieben hat. Das ABS sorgt dafür, dass sobald es möglich ist die Seitenführungskräfte wieder aufgebaut werden. Klar, wenn die Geschwindigkeit zu hoch ist und kein Platz mehr zum Abbauen der Geschwindigkeit vorhanden ist, hilft auch keine Technik mehr.
 
Je nach Situation sorgt ein leichtes Bremsen ja gerade für einen erhöhten Druck auf die Vorderachse und hilft beim Zurückgewinnen der Haftung. Insofern kann die Kombination aus leichtem Öffnen der Lenkung und vorsichtiger Gewichtsverlagerung auf die Vorderachse bisweilen sehr effektiv helfen.

Natürlich läuft diese Diskussion im falschen Fred... :O_oo:
 
Hab ich andere Erfahrungen mit, da spielt aber durchaus mit rein, dass die Grenzgeschwindigkeit schon weit überschritten war...

Immerhin sorgte es nicht für einen Abflug, da gewisse Stellen der Straße glücklicherweise griffig waren.
 
Ich denke, beide Aussagen sind richtig - aber der Blickwinkel und was man bezüglich der Fahrweise bezwecken will (oder kann), sind 180 Grad unterschiedlich. Typische was A sagt und B versteht (ausdrücken will)-Thematik.

Ich denke das triffts.

Ich spreche von Lenkwinkeln im Bereich unter 8-10° und innerhalb der Kraftschlussgrenze. Ich mein es ging hier darum, was ein Fahrzeug schnell macht. Wenn ich mich jenseits dieser Grenze und bei extrem hohen Schräglaufwinkeln bewege, ist egal, wie neutral das Fahrzeug ist, schnell ist es dann eh nicht.
Von Unter- und Übersteuern spricht man natürlich auch schon in diesen auslegungsrelevanten Bereichen. Bei absolutem Haftungsabriss brauchst du weder was auslegen noch dir Gedanken um schnelle Rundenzeiten zu machen.
 
Je nach Situation sorgt ein leichtes Bremsen ja gerade für einen erhöhten Druck auf die Vorderachse und hilft beim Zurückgewinnen der Haftung. Insofern kann die Kombination aus leichtem Öffnen der Lenkung und vorsichtiger Gewichtsverlagerung auf die Vorderachse bisweilen sehr effektiv helfen.

Natürlich läuft diese Diskussion im falschen Fred... :O_oo:

Tut mir leid, aber für mich liest sich das etwas nach Stammtisch. Überhaupt nicht böse gemeint, wir kennen uns ja auch garnicht.
Aber Diagramme wie die Krempelsche Reibungsellipse oder vereinfacht auch der Kammsche Kreis sind ja nicht nur Theorie.
 
Sicherlich, aber auf die Bremse gehen ist in diesem Fall tödlich, dadurch fahr ich erst recht geradeaus. Kupplung treten und falls es nicht reichen sollte, moderat bremsen und die Bremse wieder lösen wäre das richtige Verhalten. Für sowas in einer solchen Extremsituation benötigt es schon extremes Fingerspitzengefühl, was selbst Rennfahrer überfordert. Nicht umsonst ist der Königsegg mit ABS Sensorfehler bei einem Test auf der Nordschleife geradeaus aus der Kurve geschossen.

...da muss ich jetzt auch noch meinen Senf dazugeben. :w

Wenn's in einer Kurve geradeausgeht, hilft, egal ob mit oder ohne ABS nur eines: NICHT moderat sondern VOLL auf die Bremse latschen und damit soviel Geschwindigkeit wie möglich abbauen, dann wenn das Hindernis auf das man zusteuert näherkommt, die Bremse lösen und hoffen, dass die Vorderräder soviel Seitengrip aufbauen können, dass das Gefährt um die Ecke geht.

Gruß Hannes
 
Wenn du das derart verkennen möchtest, dann bin ich hier raus. :cautious:


Und voraussichtlich morgen Abend dann wieder auf dem Nürburging. :whistle:

Ich kann mich nur nochmals dafür entschuldigen. Ich bin allerdings ein von Grund auf ehrlicher und offener Mensch und teile daher meinen Eindruck mit. Daher auch "für mich liest sich das" und nicht "Das ist!"

Aber auch wenn Geschwindigkeit reduzieren nie verkehrt ist, so sagen die von mir genannten Diagramme ganz klar aus, dass im Bereich maximaler Querkraft eine zusätzlich aufgebrachte Längskraft den Reifen überfordert. Und das ist eben nicht nur reine Theorie.

Aber wenn ich in dem Thread hier schon lesen musste, dass weder der G29 noch der Boxster untersteuernd sind...
 
... Aber wenn ich in dem Thread hier schon lesen musste, dass weder der G29 noch der Boxster untersteuernd sind...
Wo genau hast du das noch gleich gelesen? Und während du nun gleich antwortest, antizipiere ich schon einmal den Vorschlag, ggf. präziser zu lesen.
 
Der TO fragte: Kann man als 981 Freak mit nem G29 glücklich werden?

Wenn er die letzten Beiträge so liest, dann wird er sicherlich das Glück nicht finden...
 
Dann kannst du mir jetzt sicher den Unterschied erklären zwischen "zum Untersteuern neigen" und "untersteuernd sein"?

Ändert nix an meiner Aussage. Jedes Serienfahrzeug ist untersteuernd ausgelegt. Und zwar aus den von mir genannten Gründen und nicht, weil der Fahrer dann den Fehler bei sich oder beim Fahrzeug sucht. Woher soll der gemeine Fahrer denn wissen, was ein Fehler beim Fahrzeug ist. Die meisten wissen ja nichtmal, wie sich übersteuern anfühlt oder welche Achse angetrieben ist.
 
Wenn's in einer Kurve geradeausgeht, hilft, egal ob mit oder ohne ABS nur eines: NICHT moderat sondern VOLL auf die Bremse latschen und damit soviel Geschwindigkeit wie möglich abbauen, dann wenn das Hindernis auf das man zusteuert näherkommt, die Bremse lösen und hoffen, dass die Vorderräder soviel Seitengrip aufbauen können, dass das Gefährt um die Ecke geht.

Streite ich nicht ab...
 
Dann kannst du mir jetzt sicher den Unterschied erklären zwischen "zum Untersteuern neigen" und "untersteuernd sein"?
Ändert nix an meiner Aussage. Jedes Serienfahrzeug ist untersteuernd ausgelegt. ...
Ja, offenbar ist es für dich erklärungsbedürftig - wenngleich die deutsche Sprache an dieser Stelle eigentlich durchaus präzise ist: :O_oo:

Mit der "Neigung" war und ist natürlich die Abstimmung des Fahrwerks (ab Werk) gemeint. Es dürfte konsensfähig sein, dass der 981 im Vergleich zu anderen Autos tendenziell mit eher wenig Neigung zum Untersteuern abgestimmt wurde. Sondern eher - gemessen an üblichen Abstimmungsstandards - "neutral". Nach hiesigen, übereinstimmenden Aussagen mehrerer ehemaliger E89-Fahrer ist wohl auch der G29 in der Tendenz eher wenig untersteuernd abgestimmt, sondern eher neutral.

Insofern wurde in keiner Weise behauptet, diese Autos "seien" nicht untersteuernd. Natürlich lässt sich so ziemlich jedes auch nur halbwegs aktuelle Auto ins Untersteuern fahren. Aber die Tendenz der Fahrwerksabstimmung bei den o.a. Fahrzeugen ist eben eher eine andere. Mithin "... neigen ..." sie eher nicht zum Untersteuern. Im Gegensatz z. B. zum E89, dessen Neigung zum Untersteuern kaum zu übersehen ist.
 
....jedes straßenzugelassene Auto ist ab Werk untersteuernd ausgelegt, die einen eben deutlich mehr (E89) und die anderen eben deutlich weniger (G29, Boxster, etc.) - also in Richtung neutral, wie Jan schon schreibt.

Jedes Fahrzeug, das übersteuernd - wenn auch nur "tendenziell" - ausgelegt ist, wäre auch für Rennfahrer nahezu unfahrbar, für uns Normalos sowieso...

Gruß Hannes
 
Leute wenn ein Auto untersteuert dann heißt das ganz einfach das man zu schnell in eine Kurve einfährt bzw durchfahren will. Das das von Auto zu Auto verschieden ist versteht sich von selbst gleiches gilt für die Fahrwerkseinstellung. Also richtig abbremsen will halt gelernt sein und eine Kurve fährt man unter Zug alles andere ist Murks
 
Aha.
Die Fahrzeuge sind also untersteuernd ausgelegt, neigen aber nicht zum Untersteuern.

Spannend diese deutsche Sprache.
 
Der TO fragte: Kann man als 981 Freak mit nem G29 glücklich werden?

Wenn er die letzten Beiträge so liest, dann wird er sicherlich das Glück nicht finden...
You made my day :t
Aber so lange man sich hier nicht zofft ist das alles OK. Man muss auch schließlich tolerant sein. :sneaky:
 
Rein interessehalber würden mich mal Eure Fahrtipps interessieren, wenn ein wirklich neutral abgestimmtes Fahrzeug bei eigentlich optimalem Anbremsen und Einlenken plötzlich anfängt über alle 4 Reifen nach außen zu schieben und man droht demnächst seitlich in die Wand einzuschlagen?

Dürfte recht interessant werden corn2
 
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