RainerW
"Black Nose Diva“ in Frozen Grey mit Leder Cognac
Sorry, da teile ich dann doch eher die Meinung meines ehemaligen Professors und widerspreche euch erneut.
Untersteuern ist ja nichts anderes, als dass der tatsächlich gefahrene Kurvenradius größer ist, als der gewünschte. Und das lässt sich durch stärkeres Einlenken dann schon nachkorrigieren, da die Seitenführungskraft des Reifens mit höherem Schräglaufwinkel zunimmt.
Das lässt sich auch wunderbar selbst erfahren, wenn man das mal bei konstanter Kurvenfahrt ausprobiert.
...dann empfehle ich das Selbststudium in der Praxis und nicht in der profanen Theorie der Uni - es hat schon einen Grund, warum ausnahmslos ALLE semi-professionellen und professionellen Fahrer zu übersteuernden Fahrzeugen tendieren.
Sehr stark untersteuernde Fahrzeuge (in just dieser Fahrsituation), lassen sich bei performanter Fahrweise erheblich schlechter kontrolliert sportlich fahren und unter Kontrolle halten. Jegliche Literatur. welche sich mit Sportfahren beschäftigt, geht gerade hierauf sehr detailliert ein und kommt exakt zu diesem Ergebnis, dass Fahrzeuge, welche über die VA schieben zum sportlich dynamischen Fahren eher suboptimal sind.
Aber Du hast natürlich auch recht - für Otto-Normal-Fahrer, welcher ja niemals bewusst so fährt, dass er an die Grenzen der Fahrphysik seines Fahrzeuges kommt, sind untersteuernde Fahrzeug leichter zu bewegen - noch dazu, dass sich dieses untersteuern in der Praxis auch in der Regel moderater ankündigt und somit keine ultraschnelle Reaktion erfordert. Das ist zwar auch nicht unproblematisch, lässt sich aber in der Regel vom Normalo-Fahrer besser "in den Griff" bekommen. Nur wenn dieses Untersteuern zu groß ist, weil das Fahrzeug viel zu stark über die Vorderachse schiebt, dann kann der Normalo-Fahrer dieses Fahrzeug auch nur noch sehr schlecht einfangen. Bis dorthin ist es aber "beherrschbarer", während ein im Grenzbereich deutlich übersteuerndes Fahrzeug (also wenn das Heck kommt) exorbitant besser beherrschbar bleibt - jedoch nur, wenn der Fahrer auf diese Situation vorbereitet ist und diese Fahrsituation auch trainiert und die Reaktion verinnerlicht hat.

Ich denke, beide Aussagen sind richtig - aber der Blickwinkel und was man bezüglich der Fahrweise bezwecken will (oder kann), sind 180 Grad unterschiedlich. Typische was A sagt und B versteht (ausdrücken will)-Thematik.






