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Danke, Herr Bundeskanzler!


Mal zur Sache ..
... ich frage mich, wieso Griechenland einen Haufen Schulden einfach "erlassen" wird?
Wäre es denn nicht deutlich besser, wenn die Gläubiger erstmal ihre Zinsforderungen für eine gewisse Zeit, also befristet, aussetzen würden? So könnte sich der Staat erstmal selber rappeln und fangen bevor er dann an die Tilgung der Schulden geht.
Muss doch nun nicht sein, dass direkt was "erlassen" wird - wie soll das gehen, direkt mal aus den Büchern streichen und somit den Reingewinn der Banken reduzieren? Da dies erhebliche Summen sind, hat das doch noch weitreichendere Konsequenzen auf dem Kapitalmarkt.
Ist der "Schuldenschntt" nicht schon 'ne halbe Insolvenz?
Hmm, vielleicht denke ich auch nur zu kompliziert![]()


Genau das dachte ich mir, als ich dein Statement las. Die meisten deiner angesprochenen Punkte haben nichts mit der aktuellen Lage zu tun. Hinsichtlich der EU solltest du bedenken, Deutschland ist mit Abstand der größte Nettozahler der EU. Soviel zum Thema, wir lassen uns unsere Wirtschaft sponsern. Natürlich gewinnt die deutsche Wirtschaft mit ihrem Außenhandel. Der Staat profitiert ebenfalls davon. Aber nur weil Griechenland nicht mehr bei den Deutschen einkaufen würde, bricht nicht gleich die deutsche Wirtschaft ein.Seht's mal so: wir sind dabei die Gewinner und lassen uns unsere eh schon starke, hoch effiziente Wirtschaft noch von der EU sponsern. Das ist es, was z.B. die Franzosen so ärgert...
Also - erst informieren und reflktieren, bevor's nur wieder Gemecker gibt und Stammtischparolen nachgeplappert werden![]()
Auch würde die griechische Wirtschaft dann nicht unbedingt woanders kaufen.Genau das dachte ich mir, als ich dein Statement las. Die meisten deiner angesprochenen Punkte haben nichts mit der aktuellen Lage zu tun. Hinsichtlich der EU solltest du bedenken, Deutschland ist mit Abstand der größte Nettozahler der EU. Soviel zum Thema, wir lassen uns unsere Wirtschaft sponsern. Natürlich gewinnt die deutsche Wirtschaft mit ihrem Außenhandel. Der Staat profitiert ebenfalls davon. Aber nur weil Griechenland nicht mehr bei den Deutschen einkaufen würde, bricht nicht gleich die deutsche Wirtschaft ein.Auch würde die griechische Wirtschaft dann nicht unbedingt woanders kaufen.
Hinsichtlich der Rettung der griechischen Wirtschaft wurde bereits vor Monaten vom Schuldenerlass gesprochen. Es ist derzeit auch die einzige Möglichkeit Griechenland zu helfen. Natürlich sind sie selbstverschuldet in diese Lage geraten. Auch haben sie den Zutritt zur EU nur durch Tricks erhalten. Dennoch bin ich der Meinung, wir sollten den Griechen helfen. Nur sollte es Hilfe zur Selbsthilfe sein. Und Deutschland muss darauf achten, sich selbst nicht in die Nähe der Überschuldung zu begeben.
).Da ich jetzt nicht jeden Griechen persönlich kenne, und nicht beurteilen kann welcher Grieche welchen Anteil Schuld an der Situation hat, ist es zulässig von "den Griechen" zu sprechen.Korrekt ist auch, dass Deutschland der grösste Nettozahler ist (wir sind ja auch mit 80 Mio Einwohnern der weitaus grösste Staat in der EU).
Die Einwohnerzahl hat nun wieder nichts unmittelbar mit der Nettozahlung als Fakt zu tun.
Fakt ist aber auch, dass wir ein gewaltiger Nutznießer der EU sind.
Sieh Dir mal die Exporte Deutschlands an, wo die größtenteils hingehen: an andere EU-Staaten!
Das mag ja sein. Das war aber auch vor dem Euro so. Deshalb sollte man das Märchen, Deutschlanf profitiert massiv vom Euro wegen der Exporte, nicht immer wieder aufwärmen. Sicher ist es ein Vorteil. Aber auch ohne Euro wäre der Fakt der Gleiche.
Klar geht unsere Wirtschaft nicht hops, wenn die Griechen nichts mehr bei uns kaufen würden.
Auch nicht, wenn die Portugiesen nichts mehr kaufen, auch nicht bei den Iren (hier müssen wir nur sicherstellen, dass wir zumindest noch an den Whisky kommen...).
Beim Whisky sind wir einer Meinung.
Bei den Italienern und Spaniern wird's schon merklicher...
Und in der Summe tut's dann doch weh!
Das denke ich eben nicht. Die Wirtschaftsflüsse würden sich nicht so stark verändern. Wenn dem so wäre, müsste Deutschland ja seit Einführung des Euros massiv an Wirtschaftskraft gewonnen haben. Genau genommen, dazu gibt es genügend wissenschaftliche Untersuchungen, ist die Steigerung der Wirtschaftskraft aber auf das, was du bereits genannt hast (moderne Technik, hohem Automatisierungsgrad, moderate Lohnabschlüsse) zurückzuführen. Nur zu einem kleinen Teil hat der Euro beigetragen.
Aber daß "die Griechen" es selbst verschuldet hätten, ist zu verallgemeinernd. Es haben -wie so oft- wenige verschuldet, aber die Masse darf es ausbaden.

Ja, natürlich!!! Sogar 'ne ganze, wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe!...Ist der "Schuldenschntt" nicht schon 'ne halbe Insolvenz?...
Korrekt ist auch, dass Deutschland der grösste Nettozahler ist (wir sind ja auch mit 80 Mio Einwohnern der weitaus grösste Staat in der EU).
Die Einwohnerzahl hat nun wieder nichts unmittelbar mit der Nettozahlung als Fakt zu tun.
Doch - durchaus: eine grosse und rel starke Volkswirtschaft zahlt mehr (Gesamtsumme); relativ gesehen zahlt z.B. Österreich pro Kopf nicht weniger, igs. aber schon, da Ö eine entsprechend kleinere Volkswirtschaft ist
Fakt ist aber auch, dass wir ein gewaltiger Nutznießer der EU sind.
Sieh Dir mal die Exporte Deutschlands an, wo die größtenteils hingehen: an andere EU-Staaten!
Das mag ja sein. Das war aber auch vor dem Euro so. Deshalb sollte man das Märchen, Deutschlanf profitiert massiv vom Euro wegen der Exporte, nicht immer wieder aufwärmen. Sicher ist es ein Vorteil. Aber auch ohne Euro wäre der Fakt der Gleiche.
Der Fakt als solcher ja, aber die Zahlen wären andere. Ausserdem ruduziert sich die EU nicht auf den Euro. Wie schon mehrfach erwähnt, fallen Handelshemmnisse weg, Risiken von Wechselkursschwankungen müssen nicht teuer abgesichert werden, es fand eine Angleichung des Wirtschafts- & Handelsrechts statt, es gibt igs. einen breiteren Zugang zu Beschaffungs- und Ziel-Märkten usw., usw.
Klar geht unsere Wirtschaft nicht hops, wenn die Griechen nichts mehr bei uns kaufen würden.
Auch nicht, wenn die Portugiesen nichts mehr kaufen, auch nicht bei den Iren (hier müssen wir nur sicherstellen, dass wir zumindest noch an den Whisky kommen...).
Beim Whisky sind wir einer Meinung.
Obwohl ich da eh eher den schottischen Whiskies den Vorzug gebe, also kann Irland doch hops gehen...
Bei den Italienern und Spaniern wird's schon merklicher...
Und in der Summe tut's dann doch weh!
Das denke ich eben nicht. Die Wirtschaftsflüsse würden sich nicht so stark verändern. Wenn dem so wäre, müsste Deutschland ja seit Einführung des Euros massiv an Wirtschaftskraft gewonnen haben. Genau genommen, dazu gibt es genügend wissenschaftliche Untersuchungen, ist die Steigerung der Wirtschaftskraft aber auf das, was du bereits genannt hast (moderne Technik, hohem Automatisierungsgrad, moderate Lohnabschlüsse) zurückzuführen. Nur zu einem kleinen Teil hat der Euro beigetragen.
Dem ist auch so (an Wirtschaftskraft gewonnen): zumindest "relativ", denn trotz immer schwierigerem Umfeld und aufkommenden riesigen neuen Wirtschaftsmächten (u.a. China, Indien, ...) und massiven "Verteilungskämpfen" auf den Rohstoffmärkten ist es uns immer und immer wieder gelungen, Export-Weltmeister zu werden. Auch und ganz besonders Dank der EU. Denn: ca. 2/3 unserer Exporte gehen in andere EU-Staaten!
Sicher ist die EU nicht die einzige Ursache, aber eine nicht ganz unerhebliche. Auch dazu gibt es genügend Studien.
Natürlich ist das klar "pro EU" gefärbt, aber die Zahlen sind nicht völlig aus der Luft gegriffen - schau mal z.B. hier: http://ec.europa.eu/internal_market/benefits_de.htm
Und wieder: nicht "der Euro", aber die "EU"
Aber daß "die Griechen" es selbst verschuldet hätten, ist zu verallgemeinernd. Es haben -wie so oft- wenige verschuldet, aber die Masse darf es ausbaden.
Da ich jetzt nicht jeden Griechen persönlich kenne, und nicht beurteilen kann welcher Grieche welchen Anteil Schuld an der Situation hat, ist es zulässig von "den Griechen" zu sprechen.
Und eben gerade deshalb weil Du nicht jeden Greichen persönlich kennst, ist es eben NICHT zulässig, so zu verallgemeinern.![]()
Rudi... ich sach mal so. Nicht mal beim Wisky sind wir einer Meinung. Wie sollen wir da bei den anderen Punkten auf einen Nenner kommen.Gruß,
Rudi
Das was du sagst ist zwar nicht falsch, aber meiner Meinung nach abstrahierst du nicht und mischt Dinge zusammen, die nicht unmittelbar zusammen hängen.Das war nach dem 2. Weltkrieg. Aber es wurde nicht alles erlassen. Wenn ich mich recht entsinne, waren es um die 60% und die Zinsen wurden gestundet. Ob die Griechen damals auf etwas verzichtet haben, dessen bin ich mir nicht sicher. Soweit ich weiß, waren die Gläubiger die USA und England. Das trifft natürlich nur auf das ehemalige "Westdeutschland" zu. Der Osten durfte kräftig an die Russen zahlen.Angeblich hat man Deutschland auch einmal alle Schulden erlassen ... und Griechenland soll auch auf Forderungen verzichtet haben.
Jetzt mal was Anderes zum mehr oder weniger gleichen Thema:
Angeblich hat man Deutschland auch einmal alle Schulden erlassen ... und Griechenland soll auch auf Forderungen verzichtet haben.
Weiß da jemand was Näheres zu diesem Sachverhalt - die Story hat mich doch neugierig gemacht, als ich davon heute auf der Arbeit gehört habe?
Rudi... ich sach mal so. Nicht mal beim Wisky sind wir einer Meinung. Wie sollen wir da bei den anderen Punkten auf einen Nenner kommen.Das was du sagst ist zwar nicht falsch, aber meiner Meinung nach abstrahierst du nicht und mischt Dinge zusammen, die nicht unmittelbar zusammen hängen.
Allerdings sind wir im Punkt Hilfe einer Meinung. Auch wenn die Griechen selbstverschuldet in die Lage gekommen sind, sollte man helfen. Das zeichnet nun einmal eine Gemeinschaft aus.


Ich bin der Meinung, komplexe Dinge müssen um einen Focus auf den Kern zu bekommen abstrahiert werden. Sonst verliert man sich in Kleinigkeiten und verliert den Kern aus dem Auge. Aber wahrscheinlich spricht da der Informatiker aus mir.Natürlich versuche ich, so wenig wie möglich zu "abstrahieren", da ich in einer realen Welt lebe, nicht in einer abstrakten.

Andreas,
was mich mal interessieren würde: in welchem Bundesland lebst Du?
Schon mal was vom Länderfinanzausgleich gehört?
Das, was schon seit gut 60 Jahren in der BRD klappt, um struktur-schwachen Regionen zu helfen, indem wirtschaftlich stärkere Regionen einen Beitrag leisten, haben die "Macher" der EU auch dafür vorgesehen.
Und das ist gut so!
Das nennt man Solidarität. Und die braucht es, wenn man "in Frieden" mit Nachbarn zusammenleben will.
Beispiele, dass es ohne schief geht, gibt die Geschichte genug her.
[...]
Und wie viel Geld wollt Ihr Europa-Gegner denn lieber in Rüstungsausgaben stecken, um uns gegen feindlich gesinnte Nachbarn zu verteidigen?
Wollen wir es nicht doch lieber dafür ausgeben, dass es möglichst vielen bei uns und in unserer Nachbarschaft gut geht?
Ich finde es schade, wenn man zu kurz denkt und nicht über den eigenen Tellerrand blickt (oder blicken mag).
Gruß,
Rudi
Da bin ich aber froh, dass man anscheinend alles verstanden hat, wenn man permanent das "es ist aber schön so" wiederholt. Das schafft doch gleich ein neues Vertrauen in die Politik und die Finanzmärkte
Anscheinend ist eine Lösung nicht so einfach, sonst wären unsere professionellen Vertreter samt ihrem Beraterstab wohl schon darauf gekommen. Mein bescheidener Eindruck ist dass das Europa in seiner ggw. Form gescheitert ist. Das scheinen auch andere zu meinen und daher werden nun zwei Konzepte diskutiert: Verschärfte Integration der Union, alle Macht nach Brüssel, durch Transfer wird ein einheitlicher Standard geschaffen und dann zentral verwaltet. Das andere geht von einer Wirtschaftsunion der "Kernstaaten" aus, die sich relativ ähnlich sind und daher keinen bis sehr wenig Transfer brauchen. Ich für meinen Teil halte ich das zweite momentan für am plausibelsten.
)