Nürburgring vor Verkauf?

...... der schleichende Tod der Region und einer Traditionsreichen Rennstrecke die mal kurzer Hand zur Profilierung von Politikern genutzt werden sollte. Danach kam, wie ín der Politik des öfteren üblich, die Pleite ohne wahre Konsequenzen für die tatsächlichen politischen Drahtzieher (Täter). :mad:
Was sind schon 300 Millionen Euro Verlust bei einer Staatsverschuldung (2013) von etwa 41.000.000.000 Euro des Landes Rheinland-Pfalz :X
Ich bin traurig
 
Am gestrigen Freitag suchte die Staatsanwaltschaft Koblenz an fünf Orten nach Beweismaterial für einen möglichken Kreditbetrug von Robertino Wild. Auch bei Sachwalter Lieser wurde man mit Durchsuchungsbeschluss vorstellig. In der Wirtschaftswoche findet sich heute ein umfangreicher Artikel von Florian Zerfaß, der nicht nur die überraschende Durchsuchung kommentiert, sondern auch auf die Hintergründe für den Verkauf des Nürburgrings eingeht.

Die von Robertino Wild bereits eingestandene doppelte Verpfändung seiner Kunstsammlung könnte nun als Kreditbetrug
verurteilt werden. Ob dies tatsächlich passiert, werden Gerichte entscheiden. Die Tatsache an sich ist aber unbestritten und wurde erneut in dem WiWo-Artikel bestätigt. Es wird also immer offensichtlicher, dass der Käufer bereits wenige Wochen nach dem Zuschlag am 11. März noch nicht einmal in der Lage war, die zweite Rate in Höhe von 5 Mio € zu zahlen. Schlimmer noch: nun könnte das Geschäftsgebahren rund um die Stundung der zweiten Rate als kriminelle Handlung eingeordnet werden.

Damit erfolgte der Zuschlag an einen Käufer, der in diesem Falle nach allem Anschein
- weder in der Lage war, die Kosten für das Verkaufsverfahren zu begleichen (das Geld dafür kam jetzt von der NR-Holding AG),
- noch in der Lage war, die Finanzierung sicher darzustellen (keine bindende Finanzierung durch die Deutsche Bank)
- noch in der Lage war, die als Eigenkapital bezeichneten 3 x 5 Mio € in 2014 zu zahlen (Ausfall bei der zweiten Rate, Entsatz kam erst durch die NR-Holding AG)
- noch in der Lage war, ausreichendes Kapital für das operative Geschäft zur Verfügung zu stellen (auch das kam erst von der NR-Holding AG)

Der ADAC wurde unter fadenscheinigen Begründungen aus dem Verkaufsprozess ausgeschlossen. Währenddessen durfte La Tene mit einem Phantasieangebot in den Datenraum. Nexovation wurde wegen fehlender Finanzierungsbestätigung abgeblockt. Ein anderes Angebot für die Hotels wurde noch am Tag vor dem Verkauf ebenfalls wegen ungenügender Finanzierungsabsicherung aus dem Rennen genommen, obwohl über die Zahlungskraft des Bieters sicher kein Zweifel bestehen konnte.

Es bleibt dabei: das Verkaufsverfahren ist weder transparent, noch diskriminierungsfrei abgelaufen. Und wer sich die aktuellen Vorgänge am Ring ansieht, kann dort nicht das kleinste Anzeichen für eine wirtschaftliche Diskontinuität entdecken. Oder in anderen Worten: alles läuft weiter wie bisher.

Es wird höchste Zeit, dass die EU sich klar darüber wird, wie sehr sie an der Nase herumgeführt worden ist durch die Landesregierung und ihre Insolvenzverwalter. Ansonsten zeichnet sich hier eine große Blamage für die EU ab, wie der Artikel zu Recht ausführt.

http://www.wiwo.de/unternehmen/dien...n-erschuettern-den-nuerburgring/11275982.html
 
..... das ist ja wohl der Hammer.
Diese EU-Kommission besteht auf die rechtliche und ordnungsgemäße Durchführung des Verfahrens und erklärt sich dann als nicht zuständig ob alles auch mit Rechten Dingen zugegangen ist.
Wie schrieb die Wirtschaftswoche so schön: Wenn die Kommission so ihre Aufgabe beschreibt, wie es Vestager und Sakkers tun, spielt sie Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, widde-widde wie sie mir gefällt.“ :7madz:
Und das ist ja nur das was uns hier wirklich betrifft oder eventuell nur die Spitze des Eisberges. Wie geht es in anderen Verfahren dort in den Kommissionen zu?

Ich als, seit seiner Jugendzeit, überzeugter Europäer zweifle jetzt manchmal und immer mehr ob das wohl alles so richtig ist, wie das dort in Brüssel verwaltet wird und abläuft.
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe unterliegt keine der Kommissionen und keiner der Kommissare Demokratischen Kontrollen. Die einzige Möglichkeit der Einflußnahme ist offensichtlich nur eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Das würde dann ja bedeuten, dass wir uns dem Diktat von EU-Kommissionen unterwerfen müssen.
 
Finanzierung oder doch nicht?

Vor einem Jahr erhielt capricоrn den Zuschlag im Verkaufsverfahren des Nürburgrings. Der Lauf der Dinge hat uns gezeigt, dass die dazu benötigten Mittel nicht zur Verfügung standen. Nun aber liegt das Schreiben der Deutschen Bank vom 10.03.2014 an capricоrn vor. Das ist die sogenannte "Finanzierungsbestätigung", die erst den Zuschlag rechtfertigte.

Die WiWo weist mit Zitaten nach, dass dieses Schreiben kaum das Papier wert war, auf dem es gedruckt war. "Ausschließlich zu Diskussionszwecken und nicht dazu gedacht, rechtlich verbindliche Verpflichtungen zwischen uns zu begründen" steht dort, oder im englischen Original: "This term sheet is for discussion purposes only and is not intended to create any legally binding obligations between us. The type of transaction described in this document may not be suitable for you.". Deutlicher kann man wohl kaum ausdrücken, dass es sich nicht um eine bindende Finanzierungszusage handelte.

Es ist damit unstrittig, dass capricоrn am Tage des Zuschlags, dem 11.03.2014, ohne Finanzierung dastand. Sachwalter Lieser, Insolvenzgeschäftsführer Schmidt und die KPMG stellten dieses Papier gegenüber dem Gläubigerausschuss als "banküblich und valide" dar (siehe Protokoll der Sitzung). Auch von einer Befristung auf ein Jahr wird dort gesprochen.

Selbst ein Nicht-Jurist mit Schulenglischkenntnissen erkennt sofort, dass das Schreiben keine bindende Zusage darstellt. Ein Jurist muss es auf den ersten Blick erkennen. Ein Sachwalter und eine KPMG, die die Finanzierungszusage mit Sorgfalt geprüft haben wollen, können keine Zweifel am Zustand des Dokumentes gehabt haben. Es kann also nur der Schluss bleiben, dass Sachwalter Lieser, Insolvenzgeschäftsführer Schmidt und ihre Berater den Gläubigerausschuss bewusst getäuscht haben, indem sie dieses Papier als valide Finanzierungsbestätigung dargestellt haben. Das wäre ein Straftatbestand, und genau aus diesem Grunde wurde die Anzeige gegen die Insolvenzverwalter eingereicht.

Es ergibt sich nun ein Bild der Situation rund um den 11.03.2014, das schon länger vermutet worden war. Capricоrn hätte nie als Käufer den Zuschlag erhalten dürfen. Bieter wie Nexovation wurden aber gerade wegen fehlender Finanzierungsbestätigung ausgegrenzt. Offensichtlich sollte es der Wunschkandidat capricоrn werden, und dafür hat man wohl Einiges in Kauf genommen.

In gleicher Weise wie der Gläubigerausschuss wurde auch die Europäische Kommission mit der Darstellung versorgt, die Finanzierung sei einwandfrei und sicher. Das wurde auch nicht geändert, als der Käufer schon die zweite Rate nicht mehr zahlen konnte, und noch am Vortag der Entscheidung der Kommission bezeichnete Schmidt jegliche Zweifel an der finanziellen Stabilität capricоrns als "Frechheit".

Juristische Mühlen mahlen sehr langsam, von den Vorgängen bei der EU ganz zu schweigen. Das Vorliegen dieser sogenannten Finanzierungsbestätigung wird aber diese Mühlen weiter antreiben. So manch einer wird dabei zwischen die Mühlsteine geraten.

Hier der Link zur WiWo:
http://www.wiwo.de/unternehmen/dien...lungen-gegen-insolvenzverwalter/11499354.html
 
Na endlich. Ich dachte schon, das wird nix mehr mit den Strafanzeigen gegen die Insolvenz-"Verwalter".
 
Ich würde mir auch eine Strafanzeige gegen die Landesregierung wünschen.
 
Dichtung und Wahrheit

Anhand der nun bekannten "Finanzierungszusage" der Deutschen Bank kann man nun vergleichen, wie realistisch die Darstellung der Insolvenzverwalter zur Transaktionssicherheit gegenüber der Europäischen Kommission waren.

Diese Aussagen der Insolvenzverwalter, weitergeleitet durch die Mainzer Landesregierung und das Bundeswirtschaftsministerium, bildeten die Grundlage für die Entscheidung der Kommission, den Verkauf als transparent, fair und diskriminierungsfrei einzustufen.

Ein Vergleich anhand von Textzitaten:

http://www.ja-zum-nuerburgring.de/k...hrheit-die-insolvenzverwalter-und-die-eu.html
 
Nach den Vorberichten und den Kommentaren hinter vorgehaltener Hand aus der Region ist es wenig überraschend, dass die WiWo nun schreibt, dass das Rockfestival am Ring in argen Nöten ist.
Gab es nach dem ersten Bericht der WiWo zu der DEAG/CNG-Veranstaltung im Dezember noch heftige Gegenreaktionen, so bin ich angesichts der konkreten genannten Zahlen gespannt, wie sich die Veranstalter zu den Aussagen stellen werden.

Noch mehr bin ich gespannt auf die Reaktion der neuen Investoren, die zum Ring kamen, um dort Renditen zu erzielen, und die nun kühl aufgefordert werden, Liquidität für ein totgeborenes Festival bereitzustellen.

Zu bedauern sind immer und immer wieder die Menschen der Region, die vielleicht so nach und nach zu der Erkenntnis kommen, dass "abwarten, das wird schon irgendwie gut gehen" dieses Mal nicht gut gehen wird.

http://www.wiwo.de/unternehmen/dien...l-am-nuerburgring-droht-das-aus/11564194.html
 
Jetzt streiten sich die Gesellschafter der CNBG auch noch untereinander vor Gericht.
Und ich dachte, mit dem Verlust des Festivals wäre ein letzter Höhepunkt gesetzt.
Ich hoffe mal, der ganze Stoff wird mal verfilmt, auch wenn es sehr schwer wäre, das vernünftig und max 120 Minuten unterzubringen.
 
Jacques Berndorf hat doch schon vor Jahren einen Krimi verfasst.

Die lassen absolut nichts aus, was man alles falsch machen kann. Und das sollen dann Profis sein?
 
Ich frag mich ja ob ich lieber dieses Jahr noch in die Eifel sollte damit ich den Ring noch erlebe bevor es vielleicht zu spät ist ...
 
Ich frag mich ja ob ich lieber dieses Jahr noch in die Eifel sollte damit ich den Ring noch erlebe bevor es vielleicht zu spät ist ...

Auf jeden Fall.

Man sollte sich folgendes in Erinnerung rufen:

die "Besitzer" des Nürburgringes CNGB, oder wie die auch immer heissen mögen, stellen lediglich die Strecke und die Peripherie zur Verfügung.

Die phantastischen Rennen werden von Veranstaltern durchgeführt, wie der ADAC, der AVD, die engagierten Ortsclubs bei der VLN, etc ....das sind alles Profis, die den Motorsportteams und deren Fahrern, sowie den Motorsportfans besten Sport bieten.

Die renomierten Veranstalter und die Menschen der Umgebung dort, brauchen die Zuschauer.
 
Die phantastischen Rennen werden von Veranstaltern durchgeführt, wie der ADAC, der AVD, die engagierten Ortsclubs bei der VLN, etc ....das sind alles Profis, die den Motorsportteams und deren Fahrern, sowie den Motorsportfans besten Sport bieten.

Die renomierten Veranstalter und die Menschen der Umgebung dort, brauchen die Zuschauer.

Ob das auf längerer Sicht so bleibt? Das wird ab jetzt die jüngere Zukunft zeigen müssen.
DMSB beschließt Sicherheitsmaßnahmen für Nordschleife
http://www.dmsb.de/active/detail-vi...detail&cHash=4d99da18d38458f24c17d6fd96849194
 
Ist für mich nachvollziehbar und vernünftig.
Besser so als keine Rennen.
 
Ist für mich nachvollziehbar und vernünftig.
Besser so als keine Rennen.

Hat evtl. auch aktuell Nachteile? Denn nun braucht extra wegen der Döttinger Höhe der Flügel usw nicht mehr die Höchstgeschwindigkeit berücksichtigen. Abtrieb kann jetzt generiert werden und Kurvengeschwindigkeiten können höher ausfallen. Wie sich das auf die Geschwindigkeit z.B. in der Mutkurve usw wohl auswirken könnte? :w Und das bei einer Beschneidung der BoP um 5%, was aus einem knapp über 500PS Boliden zu einem knapp unter 500PS Boliden macht :whistle:
 
Oh Gott das ist ja doch schlimmer als befürchtet :(

Zuschauerbereiche gesperrt :mad: Tempolimit :mad::mad:

Wieso passen sie die Aerodynamik nicht an dass die Autos nicht mehr abheben können??
 
Ich kenne zwar die NoS nicht persönlich, aber ich frage mich, warum dort keine künstlichen Schikanen zur Reduzierung der Höchstgeschwindigkeiten vor den kritischen Stellen machen. Dann müsste doch nicht wirklich etwas geändert werden, die gefährlichen Geschwindigkeitsbereiche werden vermieden und es kostet sicherlich nicht die Welt dort ein paar Hütchen aufzustellen.
Die Fahrer könnte man sicherlich entsprechend belehren, dass an diesen Stellen Vorsicht geboten und "lieber zurückstecken" angesagt ist.

Aber ein Tempolimit auf einer Rennstrecke während gewisser Rennserien? Klingt irgendwie absurd.

EDIT: Bin natürlich auch kein (semi-professioneller) Rennfahrer.
 
Zuletzt bearbeitet:
... Tempolimit auf einer Rennstrecke während gewisser Rennserien? Klingt irgendwie absurd.

also da schließ ich mich an, kann mir sowas leider gar nicht vorstellen
denkend_0005.gif

(auch wenns dann "innerhalb der Familie" zwei verschiedene Meinungen gibt, siehe Post von Rich vorne
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)
 
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