Nürburgring vor Verkauf?

Du hast recht, dass die Anlaufphase ungünstig verlief. Und andererseits auch bei einer Neugründung nicht unwahrscheinlich.

Aber das die Rennstrecken (NoS, GP-Strecke) verlustbringend waren, stimmt so wiederum auch nicht. Sie waren kostendeckend. Was Verluste brachte, waren die Formel 1, die hochtrabenden "Spekulationen" älterer Projekte (z.B. Biker-World usw) des ehemaligen Haupt-Geschäftsführer Kafiz und später dem Vernichtenden Höhenflug (Nürburgring 2009) eines MP Beck. Das alles hatte nie etwas direkt mit den Rennstrecken zu tun (auch nach dem Firmengeflecht nicht, es waren eigenständige Unternehmungen)! Das ist ja das perverse an diesem Spiel.

Auch ist es nicht richtig, dass "Ja zum Nürburgring" diese Meldung verwendet oder als Argument missbraucht. Diese Info kam auf Facebook seitens NürburgLeak auf den Tisch. Und das ist nur eine Aufklärungs-/Speichermediumgruppe und somit nicht wirklich etwas mit "Ja zum Nürburgring" zu tun.

So viel zum Thema "Auch das erklärt sicherlich demjenigen, der sich außerhalb der Boulevardpresse informiert,"

Ich bekomme - wahrscheinlich wie Du auch - diverse Infos von "Interessengruppen pro Nring" via Fatzebuck. Jede (!) dieser Gruppen nutzt diese Meldung, dass der BB zwei Jahre im Minus gewirtschaftet hat - aber offenbar denkt niemand darüber nach, warum das so ist. Insofern ist das für mich (!!) Boulevard-Journalismus.... wobei ich klar sagen muss, dass ich nix davon habe oder dafür bekomme, dass ich den BB verteidige: ist für mich nur naheliegend, da enen naheliegend! Ich habe auch den ganzen Entstehungsprozess am BB und deren Gegnerschaft aufgrund meines Hobbys Motorsport sehr eng verfolgt.

Im übrigen ist mir bewusst, dass die Strecken (Nschleife und GP-Strecke) kostendeckend arbeiten ... sollen. Aber haben die das auch in den ersten Jahren . . . ?!? Also Vergleich Äpfel/Birnen, denn BB ist zudem keine Rennstrecke, sondern eine Test- u. Präsentationsstrecke, die in privater Hand gegründet und geführt wird.

Aber es geht hier ja um den Nring, daher habe ich meine Meinung zum Vergleich und der Meldungen zum BB - im engen Zusammenhang mit der Nring-Insolvenz - hiermit abschließend kundgetan.
 
Das in den jeweiligen Gruppen niemand darüber nachdenkt zweifel ich an. Aber der Großteil ist eben wie Fußball-Fans, gröhlen einfach drauf los, weil sie Frust abbauen wollen.
 
Es steht vorübergehend fest.... Capri c o r n hat das Rennen gemacht.

Nun gehen die juristischen Kämpfe los.
 
hmm, für den Laien klingts nicht schlecht ... hört sich sogar echt gut an ... :notworthy:

aber IST es auch gut ???? :unsure:
kann/darf/soll/MUSS man jubeln ?????? :geek:

Als ich die Meldung hörte, war ich zunächst mal erleichtert, dass der Zuschlag nicht dem Mitbewerber gegeben wurde.
Was nun wird, müssen wir abwarten. :unsure:
Es hätte schlechter kommen können.
 
Das ist keine Schleimerei, aber mich würde die Einschätzung von Dieter hier sehr interessieren. Er hat sich ja wie kaum ein Zweiter in den letzten Monaten engagiert und war - wie ich vernommen habe - auch auf der PK. Er hat bestimmt auch noch detailliertere Infotmationen.
 
Aus der Ferne betrachtet auch für mich das kleinere Übel als ein reiner Investor. Zumindest ist Capricon ja schon vor Ort und auch dem Auto und Rennsport verbunden. Leider ist auch Capricon ein (Privat)Unternehmen und deren Ziele sind mir nicht bekannt. Allerdings wäre mir das Land bzw. der ADAC nach wie vor lieber. Bleibt zu hoffen das die Aussagen was den Motorsport betreffen auch ernst gemeint sind und auch die Tourifahrer/Trackdaybetreiber fair behandelt werden.

Aber mal warten was die tatsächlich Involvierten so sagen und wie die Sasion so verläuft.
 
Eines der großen Probleme ist, dass der Ring bzw. die Nordschleife bei Übergabe am 1.1.2015 sich in privaten Hände befindet. Die Nordschleife wäre also keine öffentliche Straße mehr. Das hat versicherungstechnisch und privatrechtlich weite Konsequenzen. Es wird daher ganz sicher kein Versicherungsschutz mehr bei befahren geben. Das war bisher bei vielen Versicherungsgesellschaften noch gegeben. Von weiteren Problemen wie Lärmschutz usw will ich erst gar nicht näher eingehen.

Capricorn hat bilanztechnisch 15 Mio als Holding verbucht. Wie sieht es aber mit der GmbH&Co aus? Capricorn mit GetSpeed zahlt ca. 100 Mio (77 Mio Kaufpreis) wovon 25 Mio als weitere Investitionen vorgesehen sind. Die Geldgeber erwarten selbstverständlich neben Zinsen und Tilgung auch eine Rendite. Das sind die Ängste bei so manchem Hinterfragendem, denn die Finanzierung ist ziemlich mit ach-und-krach auf die Beine gestellt worden (so lauten die Gerüchte) Und dieses Zahlengeflecht sollte man sich mal durch den Kopf gehen lassen. Das birgt in vielen Augen ein wahnsinniges Risiko.

Edit:
Und alles - also der Vertrag - ist so lange auch noch nicht "rechtskräftig", so lange die EU noch nicht über die angeblichen Beihilfen seitens RLP von 500 Mio entschieden hat. Sonst besteht die Gefahr, dass diese unlautere Beihilfe auf den Käufer übergeht.
Dann sind ja noch die Beschwerden seitens "Ja zum Nürburgring" und dem ADAC über die intransparente sowie vor allem nicht diskriminierungsfreien Veräußerungsprozeß bei der EU zu befinden.
Mal sehen, ob die bisher angedachten juristischen Streitigkeiten wirklich bis zum EUGH gejagt werden.
 
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Auszug:

Die Verkaufsbedingungen: Capricorn-Chef Robertino Wild und seine Partner haben 45 Millionen Euro über die Deutsche Bank finanziert. 15 Millionen Euro kommen in drei Tranchen aus Eigenmitteln. Hier decken sich Erkenntnisse des "Spiegel" mit Informationen unserer Zeitung. Weitere 11 Millionen Euro müssen von 2015 bis 2018 in Raten bezahlt werden, die sich jeweils um die 3 Millionen Euro bewegen.

Diese darf Capricorn aus Erlösen des laufenden Ring-Geschäfts bedienen. Dabei wurde nach Informationen unserer Zeitung keine Earn-Out-Klausel in den Vertrag verhandelt, die Bestandteile des Kaufpreises vom Erfolg des Unternehmens und der Rentabilität des Nürburgrings abhängig machen würde.
Ein Fixum von 6 Millionen Euro fließt zudem in die Kaufsumme ein, welches aus den erwarteten Erlösen für das Geschäftsjahr 2014 stammt.

&:

Die übernehmen doch erst 2015 den Betrieb.

:idea3:

Weiterer Auszug:
Möglichen Knackpunkte: Verkaufskritiker bezweifeln, dass Capricorn die Kapitallasten auf Dauer tragen kann. Zudem irritiert, dass 6 der 77 Millionen Euro Kaufpreis dem Geschäftsjahr 2014 entnommen werden dürfen, obwohl das Düsseldorfer Unternehmen den Betrieb erst 2015 übernimmt. Ohne dieses Verfahren hätte der Kaufpreis bei 71 Millionen Euro gelegen. Damit hätte Capricorn das 50-Millionen-Euro-Gebot der Investmentgesellschaft H.I.G. aber immer noch deutlich überboten.

Grausam, wie heut zu Tage mit "Geld" umgegangen wird, das gar keiner hat. :ulrich:

Und heute dann noch dies:
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http://www.motor-kritik.de/node/808

".....
„Mainz wie es singt und lacht“ ist Vergangenheit! - Das darf am Ende einer Kette von unmissverständlichen Recherche-Ergebnissen hier in Motor-KRITIK wohl festgestellt werden.

So wie sich jetzt die Abläufe darstellen, müssen die Politiker dieses „Projekt Nürburgring 2009“ eben als „the fucking Nuerburgring“ empfinden. ...."
 
Schon ein wenig schade, dass der Walter K so gut weg kam und noch mehr schade, dass Kurt B nicht noch der Prozess gemacht wird.
 
Es läuft mal wieder wie immer.
Die Dicken treffen die Entscheidungen und der kleine Mann zahlt am Ende die Rechnung dafür.
Jeder hier in der Region hat damals gesagt und auch schon gewusst, dass das Projekt einfach überdimensioniert war und dann wurden die nötigen Besuchszahlen für die Freizeitstätten genannt, dass täglich 5000 zum Ring kommen müssten, damit es sich trägt und am Ende hat man es dann auf 2500 reduziert. Selbst das wurde wohl nie an schönen Tagen erzielt.

Einfach ein Wahnwitz. Nur keiner trägt persönlich die Verantwortung dafür und die Kohle ist futsch.
 
Ich stimme mit meinen Vorrednern/Schreibern so weit überein, dennoch denke ich die Verurteilung von Deubel ist o.k. Ich bin eher positiv überrascht das ein Koblenzer Landesgericht so hart durchgreift. Da sieht man des König Kurts Machenschaften nicht mehr sooo viel nützen wie früher.

Die CDU watscht die Beteiligten ja ganz schön ab und die FDP fordert ja sogar verbranntes Steuergeld von der SPD zurück :D
Nützt zwar alles nichts dem Ring und der Bevölkerung vor Ort, aber diesen von der SPD verursachten Wahnsinn wird die Politik nicht so schnell los und das ist gut so !

Naja, ich werde nächst Woche den Eifelanern mal etwas unter die Arme greifen. Erst ein paar tage Bad Neuenahr (inkl. BMW Kur bei Schmickler) dann noch mal am Ring vorbeischauen. Dabei bin ich wie immer bei privat geführten Hotels/Pensionen unterm Dach. :) :-)
 
Der Dieter hat sich jetzt seinen Frust weggesoffen un wird sich morjen äußern. Oder och nit, ne.
Zugegeben, ich habe mir einige Zeit genommen. Aber ich habe nicht nur geschlafen, sondern versucht, mit vielen Anderen zusammen Fakten zusammenzutragen und zu bewerten.
Daraus sind nun drei Kommentare entstanden, die den derzeitigen Stand nach der Pressekonferenz am 30.04. beschreiben:

Gedanken zur Situation nach der Pressekonferenz am 30.04.:
http://www.ja-zum-nuerburgring.de/k...rgring-nach-der-pressekonferenz-30042014.html

Die ausstehende Entscheidung der EU-Kommission:
http://www.ja-zum-nuerburgring.de/kommentar-die-ausstehende-entscheidung-der-eu-kommission.html

Freund oder Feind am Nürburgring - was denn nun?
http://www.ja-zum-nuerburgring.de/kommentar-freund-oder-feind-am-nuerburgring-was-denn-nun.html
 
Der Käufer muss finanziell und strukturell stabil genug sein, um eine langfristige Perspektive (über 20 Jahre) bieten zu können.

Welches Unternehmen kann denn überhaupt eine solche Garantie abgeben ?

Ich hätte mir, ganz nebenbei, ehrlich gewünscht, dass die Automobilkonzerne den Ring gekauft hätten.
 
Welches Unternehmen kann denn überhaupt eine solche Garantie abgeben ?

Ich hätte mir, ganz nebenbei, ehrlich gewünscht, dass die Automobilkonzerne den Ring gekauft hätten.
Das ist einer der Gründe, warum ein Verbleib in der öffentlichen Hand von Vorteil wäre.
Ansonsten käme eine Stiftung in Frage.

Sicher gibt es aber eine ganze Reihe von Unternehmen, die so groß sind, dass sie durch eine Investition dieser Größenordnung nicht belastet werden.
 
Es geht schon los: :11shocked
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Ende einer deutschen Festival-Tradition: "Rock am Ring" verlässt den Nürburgring - soll aber 2015 an neuem Ort fortgeführt werden.
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"Der neue Betreiber der insolventen Rennstrecke, der Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn, habe einen größeren Anteil am Gewinn gefordert. "Das ist wirtschaftlich nicht vertretbar", sagte der Veranstalter Lieberberg."
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Rock am Ring ist bekanntlich keine Rennveranstaltung, aber "immerhin" eine Großveranstaltung, die Geld in die Region brachte und den Besuchern seit nunmehr 30 Jahren ein fester Termin im Kalender war, bei der, die meist jugendlichen Fans, mal mit Zelt, Sack und Pack abfeiern konnten, wie es bereits ihre Eltern taten.

Ich hoffe, es folgen noch viele andere Veranstalter mit ihren Kündigungen. Traurig, aber (für mich persönlich) wünschenswert.
 
Wieso möchtest Du, dass es dem Ring, wie auch der Region schlecht geht ?
 
Wieso möchtest Du, dass es dem Ring, wie auch der Region schlecht geht ?


Ich möchte mit solchen "Eigentümern" nichts zu tun haben. Ich hoffe, dass diese (dann) nicht Fuß fassen und wieder verschwinden.

Wohlgemerkt, nur dann, wenn es so weitergeht, wie nun "angelaufen". Sprich bei anderen Veranstaltern ebenfalls drastische Erhöhungen der Streckenmieten erfolgen werden. Ebenso in dem Fall, das die Ticketpreise für Touristenfahrten drastisch angehoben werden.
Man hätte vor dem Kauf den Rechenschieber nehmen -und realistisch kalkulieren sollen. Nicht jetzt mit der Keule umherschwingen.

Bevor ich in meiner Annahme, billigere Arbeitskräfte anstellen zu müssen, bestätigt werde, werde ich mit Ablauf der Saison 2014 von mir aus meinen bescheidenen, aber stets geliebten Nebenjob am Nürburgring kündigen.

Aber vielleicht bleibt es ja, bei "Rock am Ring", in Sachen Gewinnmaximierung, nur bei einer Ausnahme, aus Gründen die ich nicht kenne.

Ansonsten würde es mir für den Ring und die fest angestellten Mitarbeitern sowie für die Region sehr leid tun.
 
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Capricorn wollte halt mehr Geld haben, haben sie nicht bekommen, also haben sie die Verträge gekündigt.

Grundsätzlich könnte man argumentieren, dass das einfach ne Firma ist, die ihrem Zweck, nämlich möglichst viel Geld zu verdienen, nachkommen will.

Was ich aber sehr kritisch sehe, ist die Tatsache, dass Capricorn von Anfang an nachgesagt wurde, zu klein für den Ring zu sein. Man sollte also meinen, dass die im ersten Jahr alle Energie darauf verwenden müssten um das Tagesgeschäft zu stabilisieren. Dass sie jetzt in Eigenregie ein Fest mit zehntausenden Besuchern hochziehen wollen oder zumindest mit einem neuen Veranstalter Verträge aushandeln müssen, finde ich sehr bedenklich.

Ich hoffe die verrennen sich da in nichts.

Was am Ring heute aber eine viel wichtigere Meldung war: http://www.focus.de/politik/deutsch...fuer-nuerburgring-ist-illegal_id_3881341.html

"Die EU-Wettbewerbsbehörde stuft offenbar Subventionen in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro für den Nürburgrings als illegal ein."
 
Was am Ring heute aber eine viel wichtigere Meldung war: http://www.focus.de/politik/deutsch...fuer-nuerburgring-ist-illegal_id_3881341.html

"Die EU-Wettbewerbsbehörde stuft offenbar Subventionen in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro für den Nürburgrings als illegal ein."

eben, und damit wird die Ausstiegsklausel wirksam werden.... also nix CapriSonne. Insofern stellt sich die Frage, wenn CapriSonne erst 1.1.2015 das Sagen hat, weshalb.......
Und dann kommen die Heuschrecken zum Zuge, die ganz gewiß von der RLP-Landesführung lieber zum Zug hätten kommen sollen. Aber das ließ sich dem Volk nicht so gut "verkaufen". Also wird/wurde das auf dem Umweg konstruiert. Nicht umsonst wurde eine Insolvenz in Eigenregie gewählt.
 
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