Über diese wertlose Änderung habe ich mich auch schon geärgert, obwohl es mich nicht betrifft und bis auf weiteres nicht betreffen wird.
Wie der TE sehe ich es vor allem als schemenhafte Andeutung darauf, daß in nicht allzu ferner Zukunft die Hemmschwelle für eine Verordnung zu ausschließlich vollautonom gesteuerten Fahrzeuge unerwartet gering sein könnte.
Nicht nur, daß die Contra-Lobby ihren Gegenspielern deutlich unterlegen ist - naturgemäß mangels Gewinnanreiz - es scheint an ernstzunehmendem Widerstand völlig zu fehlen.
Um das noch zu versüßen, findet man in der Pro-Argumentation dann Rechnungen wie "0,7 Bar zu wenig Reifendruck = 50% mehr Verschleiß = halbe Lebensdauer". Gut, es sind ja nur sogenannte "Experten", ich nehme an, das schließt nicht zwangsläufig mathematische Grundkenntnisse ein.
Wie sieht aber die Realitätsauswirkung aus?
Was machen die Autobesitzer, die nicht einmal bereit sind, diese 300-400€ für den Winterreifensatz (inkl. Felge) aufzuwenden?
Was machen die Autobesitzer, deren Budget gerade so hoch ist, daß sie sich auf Stahl- oder Billig-Alufelgen ordentliche Winterreifen aufziehen lassen? Mehr arbeiten?
Im Ergebnis werden es im Schnitt ältere, minderwertigere und unter Umständen auch mehr Ganzjahresreifen sein.
Bei einer Notbremsung habe ich aber im Zweifelsfall lieber etwas zu geringen Reifendruck in einem ordentlichen Reifen...
Davon abgesehen: Ist der Reifendruck wirklich noch ein Problem der Gegenwart? Wieviele Unfälle gehen auf Reifenprobleme zurück?
Indirekte Systeme erfüllen den Zweck natürlich. Nur wieviele Hersteller werden jetzt, wo das vorgeschrieben ist, dabei bleiben - vor allem wenn die Konkurrenz das zuverlässigere System anbietet und damit Mehreinnahmen erzielt, die man argumentativ abwälzen kann? Indirekte Systeme lassen durch ihre Fehleranfälligkeit zudem den Hersteller schlecht aussehen; das ist zumindest mein subjektiver Eindruck. Ich war davon ausschließlich genervt... und hatte bei einem Fahrzeug auf derselben Autobahnbrücke immer eine Fehlermeldung, die mir niemand erklären konnte.
Die einzige Änderung, die ich mir wünschen würde, wäre eine Verordnung an Tankstellenbetreiber im Gemeinschaftsgebiet, funktionsfähige Druckluftmeßgeräte in einem gewissen Verhältnis zur Anzahl der Zapfsäulen kostenlos zur Verfügung stellen zu müssen. Denn man kann mE kaum erwarten, daß jemand ohne Eigenheimgarage so etwas bereit hält... Und daß die Lust zum regelmäßigen Prüfen bei Zusatzkosten gering ist, liegt auf der Hand.
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Ich kann hinter all dem nur erneut diesen Verbrauchssenkungswahn um buchstäblich jeden Preis erkennen - inkl. Vergeudung aller anderen Ressourcen.