Wenn sogar im Gebrauchtwagencheck der aktuellen
sport auto (Porsche Cayman/Boxster S) der immer stärker aufkommende Sozialneid als Entscheidungskriterium mit aufgeführt wird... na dann gute Nacht
Gut erkannt. Schon seit geraumer Zeit gehört der Hinweis auf die Unvernunft bzw. soziale Unverträglichkeit in vielen Autotests zum "guten" Ton. Anders trauen sich viele Schreiberlinge wohl schon gar nicht mehr, ihre Zeilen unter die Leser zu bringen. Wenn man sich beispielsweise auf Spiegel Online dann die Lesermeinungen unter dem jeweiligen Test anschaut, weiß man auch, warum das so ist.
Für mich ist das erheblich Ärgerliche an dieser Entwicklung, dass sich Menschen massiv in etwas einmischen, was sie weder betrifft, noch sie etwas angeht: Es kann - und sollte - den werten Mitbürgern völlig egal sein, ob mein Auto 200 oder 400 PS hat. Es kann und sollte ihnen egal sein, ob das Dach aus Stoff oder aus Blech ist. Auch die Anzahl der Sitze kann und sollte ihnen egal sein, ebenso wie die Frage, ob von diesem Auto nun ein Quentchen mehr oder weniger Schadstoffe ausgestoßen werden. Auch spielt es keine Rolle, wie viele Autos ich habe.
All das hat keinen Einfluss auf meine Mitbürger, solange ich mich im Straßenverkehr ordentlich verhalte. Meine Autos stehen auf meinen eigenen Parkplätzen, ich fahre jeweils nur eines davon und benehme mich angemessen rücksichtsvoll. Gleichzeitig arbeite ich hart und hochqualifiziert und kann mir die Autos dieserhalb auch gut leisten. Die Autos anderer Menschen interessieren mich nicht.
Eigentlich ist damit also alles in bester Ordnung - oder?
Nun aber kommt der biedere Bürger daher:
- "
Mehr als 100 PS in einem Auto hat nur ein Verkehrsrowdy" (es sei denn natürlich, die 100 PS sitzen im Auto des biederen Bürgers);
- "
6 oder gar mehr Zylinder in einem Motor sind völlig umweltunverträglich" (es sei denn sie sitzen im Auto des biederen Bürgers);
- "
Wer sich "teure" Autos leisten kann, und sogar noch mehrere, mit dem stimmt doch etwas nicht" (es sei denn der biedere Bürger gewinnt im Lotto);
- "
Ohnehin sind solche Benzinschleudern doch Umweltsünden und schädigen die Luft der Mitmenschen" (... sagt der Zigaretten qualmende biedere Bürger).
Unter dieser Prämisse "freue" ich mich ganz besonders auf die automobil-sozialen Entwicklungen der kommenden Jahre.
Danke, dass ich mir das von der Seele schreiben durfte.
