Ja, richtig - der Bank gebe ich es lieber als dem Vermieter. Vermieter haben die unangenhme Eigenschaft die Miete mit der Zeit zu erhöhen. Bei der Bank bleiben die Zinsen gleich, bzw. reduzieren sich analog zur Tilgung.
Nur für die, die jetzt gar nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht: Mieterhöhungen müssen aus Kostensteigerungen erklärt werden, ihnen muss zugestimmt werden, sie müssen (3) Vergleichsmieten angeben (nicht einfach wegen des Datenschutzes der genannten Mieter) und sie sind je nach Bundesland gedeckelt, in vielen BL 20% innerhalb von 3 Jahren.
Auf der anderen Seite nimmt jede finanzierende Bank einen bedrohlichen Platz 1 im Grundbuch ein und darf somit ohne langes Geschacher vollstrecken, wenn die Raten zum Beispiel wegen chronischer Krankheit ausbleiben.
Sagen wir mal, ich habe je Monat 1.200 Euro für Wohnraum zur Verfügung, dann könnte ich für 800 Euro zur Miete wohnen und 400 Euro anlegen.
Wenn ich 12 Monate weiter schaue, flattert mir eine Mieterhöhung ins Haus . Bei größeren Summen langt auch noch die Abgeltungssteuer oder Kapitalertragssteuer zu ...
Größere Summen werden besteuert, richtig. Werden wir konkret: bei einer Verzinsung von 4% müsstest Du erst mal 40.000 € angespart haben, um davon Steuern zu bezahlen. 8,5 Jahre wirst Du in Ruhe gelassen bei einer Rücklage von 400 € mtl. Im Augenblick könntest Du sogar 90.000 Euro sparen (bei einem aktuellen Festgeldzins für 10 Jahre), um in die Besteuerung zu gelangen. 19 Jahre Ruhe. Die wenigsten verfügen über ein KAPITAL-Vermögen, was ihnen jährlich 1.620 € Zinsen beschert, trotzdem ist die Angst vor der Steuer weit verbreitet.
Die Inflation arbeitet nicht gegen, sondern für mich.
... unser Finanzsystem schreit doch geradezu danach, sein Kapital in Sachwerten anzulegen, die einen geringeren Wertverfall als das Geld haben.
Vor allem schreien die danach, die Sachwerte verkaufen wollen oder von deren Finanzierung profitieren. Von der Inflation profitieren auch immer Schuldner- das ist richtig. Aber vor allem Schuldner, deren Erwerbs- Einkommen selbst von der Inflation abgekoppelt ist. Das ist per Gesetz zunächst nur bei Rentnern der Fall. Solange Du aber Arbeitseinkommen beziehst, hast Du keinen ANSPRUCH auf Ausgleich der Inflationsrate. Außerdem schwächt die Inflation natürlich auch Deine eigene Kaufkraft. Oder anders ausgedrückt: die 1.200 € die Du für "Wohnen" zahlst, bleiben auch in der Inflation 1.200 €, wenn auch wertlosere. Die restlichen 4.800 € Deines Nettoeinkommens werden immer weniger Kaufkraft haben, so dass Du mehr arbeiten müsstest für den gleichem Lebensstandard.
Nach der Zinsbindungsfrist (bei Dir 10 Jahre) gibt es übrigens auch kein Gesetz (außer das gegen Wucher, aber das geht von
Marktpreisen aus, die wiederum nicht gedeckelt werden), was Dich vor einer Erhöhung der Zinssätze schützt. Außerdem kann Deine Bonität sinken.