Rhein-Zeitung: H.I.G. will 25 Millionen in den Ring stecken
Es ist recht einfach, Ideen zur Weiterentwicklung bzw. zum Neuanfang des Nürburgrings zu entwickeln. Wer sich am Ring auskennt, stellt wahrscheinlich innerhalb eines Tages schon eine brauchbare Stichwortliste zusammen.
So sind auch in der H.I.G.-Liste, wenn sie denn so stimmt, sicher Ideen zu finden, die brauchbar und auch umsetzbar wären. Wie die Vergangenheit aber gezeigt hat, reicht eine Idee und deren Umsetzung allein nicht aus. Es muss sich auch alles rechnen.
Ein Equity Fund wird sich nicht in eine Situation bringen, investierte Millionen abzuschreiben, weil man nur mal eben etwas ausprobiert hat.
Vereinfacht gesagt: Das Geld, das investiert wird, kommt von Anlegern, privaten und institutionellen.
Fakt 1:
Das Kapital muss irgendwann zurückgezahlt werden. Und dieses "irgendwann" ist sicher nicht in 50 Jahren.
Daraus folgt, dass ein Equity Fund seinen Anteil "irgendwann" auch wieder verkaufen MUSS.
Nun reicht es aber keinem Anleger aus, sein Kapital auf Jahre hinaus irgendwo anzulegen, ohne Erträge zu erwirtschaften.
Fakt 2:
Ein Equity Fund muss Erträge erwirtschaften, weil er das seinen Anlegern in der einen oder anderen Form zugesichert hat. Am Ring wurden ja sehr offen 15 bis 20% kommuniziert, die sich im üblichen Rahmen bewegen.
Zusätzlich möchte man einen Ertrag beim späteren Verkauf erzielen, um das Kapital auch auf diese Weise zu vermehren.
Vor diesem Hintergrund sind alle Ideen zu sehen, die jetzt zum Nürburgring geäußert werden. Alle, und zwar ausnahmslos alle Maßnahmen dienen der Wertsteigerung des Besitzes und der Erhöhung des Ertrages. Jeder investierte Euro muss wieder hereinkommen, denn er stammt ja von Anlegern.
Wir sind aber jetzt in einer Situation, wo der Ring ohne die Belastung einer Finanzierung mal eben eine "schwarze Null" schreibt, wie es verkündet wurde. Wo sollen also die Erträge herkommen?
Der Artikel deutet es schon an: höhere Auslastung, Preissteigerung, neue Einkommensquellen.
Vieles geht dann zu Lasten des Motorsports und der Region, ganz genau wie befürchtet.