Nürburgring vor Verkauf?

.... der Insolvensverwalter weiß evtl. was er für seine Kasse tut, was er dagegen der Region, den Motorsportlern, den Fans usw. auf alle Ewigkeit hin antut übersteigt mit Sicherheit seinen Horizont. Leider ist die aktuelle Landesregierung zu dumm um das zuerkennen, ...

Auch wenn ich mich aus dem Thema eher heraushalte, dazu vielleicht doch eine "kleine" Anmerkung:

Die Abwicklung einer Insolvenz, auch derjenigen hier, muss zwingend nach den hierfür geltenden gesetzlichen Maßgaben erfolgen, insbesondere (aber nicht nur) nach denjenigen der Insolvenzordnung. Das hat erst einmal weder mit dem "Horizont" etwas zu tun, noch mit etwaig fehlender Intelligenz, sondern der Insolvenzverwalter muss sich an diese Regeln halten, andernfalls er (insbesondere) sich selbst haftbar macht.

Einfacher gesagt: Weder das Land, noch der Insolvenzverwalter können machen, was sie wollen, sondern sie durchlaufen ein von dem Gesetzgeber eng vorgegebenes Verfahren. Betrachtet man die Diskussionen und die Presseberichterstattungen, so besteht - jedenfalls bei mir - bisweilen der Eindruck, dass dieser wichtige Umstand nicht wirklich verstanden ist.

Aus diesem Umstand folgt allerdings die - aus meiner Sicht durchaus maßgebliche - Frage, inwieweit die Befürworter und Kaufinteressenten des Nürburgrings die korrekte Durchführung des rechtlich vorgeschriebenen Prozederes im Blick haben und im Zweifel auch nachhalten. Denn wo es strenge gesetzliche Maßgaben gibt, ist deren Einhaltung in einem gewissen Rahmen auch überprüfbar. Das Interesse daran sollte umso größer sein, wenn man über Monate hinweg bereits anhand der Presseberichterstattung gewisse Zweifel haben "könnte", ob der/die Insolvenzverwalter ihren Pflichten wirklich vollständig korrekt und nach bestem Wissen und Gewissen nachkommen, oder ob womöglich in mehr oder minder enger Abstimmung mit gewissen Teilen der Landesregierung versucht wird, innerhalb des Insolvenzverfahrens auch und insbesondere solche Interessen zu bedienen, die außerhalb des Verfahrens liegen.

Nun unterstelle ich grundsätzlich, dass bei einem Vorgang, der sowohl für eine ganze Region von immenser Bedeutung, als auch im Übrigen wirtschaftlich hoch relevant ist, fähige Spezialisten damit betraut sind zu prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Allerdings wundert mich zunehmend, dass man darüber überhaupt nichts in der Presse lesen kann - nicht einmal ein kleinstes Statement, wie man es eigentlich doch erwarten würde, spätestens angesichts der jüngsten Entwicklungen um das "Angebot" des ADAC.
 
Wie die Landesregierung mit Gesetzesvorschriften, gerade bei dem Wahnsinn am Nürburgring, in der Vergangenheit umgegangen ist,
hat man ja gesehen. Das bringt eben den Verdacht mit das man nun bei diesem Insolvenzverfahren eben auch nicht so genau hinschaut.
Was bringt es einem wenn Gerichte oder EU Jahre später alles anzweifeln? Es gibt evtl. Strafen, aber den Bau machst Du nicht mehr
rückgängig. Genauso wenig macht man einen Verkauf rückgängig, auch wenn nicht alles 100% nach Gesetuzestext verlief.

Für mich ist die Vorgehensweise des Insolvenzverwalters auf jeden Fall sehr dubios und das Verhalten der Landesregierung zumindest
moralisch absolut sträflich. Wer bei der Demo in Mainz war, hat zum Teil doch schon mitbekommen wie hier gearbeitet wurde und wird.
Das stinkt zum Himmel.:thumbsdown:

Deswegen bewundere ich die Arbeit der Ring Befürworter, obwohl man ständig gegen Wände läuft, versucht man zu agieren bevor wieder
alles zu spät ist.
 
Wie die Landesregierung mit Gesetzesvorschriften, gerade bei dem Wahnsinn am Nürburgring, in der Vergangenheit umgegangen ist, hat man ja gesehen. ...

Ich kann nicht beurteilen, ob man das "gesehen" hat. Sollte es so sein, spricht das umso mehr dafür, dass die betroffenen Dritten nun sehr genau hinschauen und im Zweifel die Tätigkeit der Insolvenzverwalter rechtlich überprüfen lassen sollten. Das geht nicht erst "posthum", sondern durchaus auch bereits jetzt im laufenden Verfahren.

... Das bringt eben den Verdacht mit das man nun bei diesem Insolvenzverfahren eben auch nicht so genau hinschaut. ...

Meine Anmerkung betraf nicht die Frage, ob und wie die Landesregierung "hinschaut" oder nicht hinschaut, sondern meine Anregung ging dahin, dass die betroffenen Dritten das tun sollten. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
O.k. verstanden - nur das hinschauen wird de betroffenen halt extrem schwergemacht. Damals von der Landesregierung Beck, heute vom Insolvenzverwalter.

Ob es rechtens ist Interessenten zu verbieten die Unterlagen zu sichten, oder ob es rechtens ist denen zu verbieten mit Nürburgring Angestellten zu sprechen,
weiß ich nicht. Aber es hat halt ein ziemlich starkes Geschmäckle...

Nachdem die Landesregierung trotz immenser Warnungen diesen Idiotenbau durchgezogen hatund das gegen den Willen des großteils der Bevölkerung vor Ort,
sollte sie nun alles menschlich Erdenkliche tun um einem Bieter wie den ADAC zu unterstützen. Aber leider auch hier kommt nur ein wegducken und rumgeseiere
hinter den Kulissen.
 
Die Abwicklung einer Insolvenz, auch derjenigen hier, muss zwingend nach den hierfür geltenden gesetzlichen Maßgaben erfolgen, insbesondere (aber nicht nur) nach denjenigen der Insolvenzordnung. Das hat erst einmal weder mit dem "Horizont" etwas zu tun, noch mit etwaig fehlender Intelligenz, sondern der Insolvenzverwalter muss sich an diese Regeln halten, andernfalls er (insbesondere) sich selbst haftbar macht.
Das ist absolut richtig und wird z.B. von "Ja zum Nürburgring" auch berücksichtigt (und überprüft!).

IANAL, aber die Komplikation kommt aus der Vermischung von Insolvenz- und EU-Beihilferecht, gepaart mit einem EU-konformen Bieterverfahren. Dort entsteht der Interpretationsspielraum, der von den Insolvenzverwaltern in ihrem Sinne genutzt wird, nämlich einen möglichst schnellen und reibungslosen Verkauf zu realisieren.
Das EU-Beihilfeverfahren ist derweil noch komplett in der Schwebe. Es stellt sich somit die Frage, wie die Insolvenzverwalter einem Käufer garantieren wollen, dass er mit den Assets nicht auch das Beihilfeverfahren erwirbt. Das EU-Beihilferecht erlaubt die Veräußerung von Assets nur unter ganz bestimmten Bedingungen.

Zweifelhaft ist auch das Vorgehen der Insolvenzverwalter, die
- beim Start des Verkaufs ankündigten, es müsse nicht unbedingt der Bieter mit dem höchsten Gebot gewinnen, und man (die IV) würde darauf achten, dass die Region geschützt würde,
- im Verkaufsprospekt einen recht intransparenten Prozess festlegen, nach dem Bieter ausgewählt werden sollen, darin wird die aktuelle Stufe klar als "unverbindlich" beschrieben, trotzdem werden nach welchen Kriterien auch immer einzelne Kandidaten ausgesondert, darunter der ADAC
- für den gesamten Verkaufsprozess, der ja transparent und diskriminierungsfrei ablaufen soll, werden keine Entscheidungsparameter genannt. Es wird statt dessen davon gesprochen, dass nicht nur der Preis, sondern auch das Konzept ausschlaggebend sei. Die Kriterien zur Beurteilung und Entscheidung sind völlig intransparent, siehe den jetzigen Ausschluss des ADAC, der sicher von der grundsätzlichen Eignung her mit das beste Konzept haben dürfte.
- jetzt im Interview sagen, der ADAC wäre nicht raus, sondern "zwischengeparkt" (Zitat Lieser). Entweder scheidet jemand nach EU-Prozess aus, oder aber nicht. Welche Kriterien wurden angewandt?

Über allem wacht dann der Gläubigerausschuss, der einen Käufer annehmen oder ablehnen kann, zumindest nach Insolvenzrecht. Ob er das auch nach EU-Beihilferecht und EU-konformem Bieterprozess kann, kann derzeit keiner sagen.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich die IV sicher sehr gut mit dem Insolvenzrecht auskennen und dort bestimmt keine "Horizont"-Probleme haben. Allerdings ist die Verquickung mit der EU alles andere als trivial, und damit sind sie anscheinend überfordert. Hinzu kommt der Mangel an Verständnis für den Nürburgring, wie sonst wäre es zu erklären, dass jemand versucht GP-Strecke und Nordschleife als separate Teile zu veräußern?
 
Ich persönlich sehe die Präambel des Verfahrens nach EU-Erwartungen als verletzt an. Hier wurde nicht diskriminisierungsfrei gehandelt. Unverbindliches Angebot bleibt unverbindlich, so lange keine Einsicht der tatsächlichen Bilanz (Zwischenschritt zur rechtsgültigen Gebotsabgabe) zugestanden wird, wie als Vorgabe im Verkaufsprozeß bestimmt ist.

Nur aus Prinzip, zum Probleme bereiten, für die Insolvenzverwalter und der zukünftigen "Heuschrecke" würde ich einem neuen EU-Verfahren entgegen sehen.
 
Sorry Marion, aber Dir fehlen wirklich die Grundlagen zu solchen Aussagen.

Der ADAC steckt keine 16 M als Fördergelder in den Nürburgring, sondern er fördert den Motorsport mit dieser Summe. Es ist eine breit aufgefächerte Organisation von Gauen und Ortsclubs, die Motorsport vom Kartfahren über Slalom, Bergrennen bis hin zur Gleichmäßigkeits-, Leistungsprüfung und zur Rundstrecke bzw. Langstrecke veranstalten. Dazu gehören auch Organisationen zur Streckensicherung und vieles andere mehr. Es ist auch nicht beschränkt auf Autos, sondern genauso wird Geld eingesetzt für Motorräder, Wassersport und anderes.
Ohne den ADAC (VEREIN!) gäbe es kaum nennenswerten Motorsport in Deutschland.


Wenn Du mitbekommen hättest, wie die Preise und sonstigen Konditionen unter Lindner/Richter angezogen sind, würdest Du wissen, dass etliche Veranstaltungen am Rande ihrer Wirtschaftlichkeit operieren. Das finanzielle Risiko einer Veranstaltung wie dem 24h-Rennen ist groß, da es unmittelbar von den Teilnehmer- und Zuschauerzahlen abhängt. Steigen die Kosten für den ADAC weiter an, dann muss er die Preise für Teilnehmer und Zuschauer so anheben, dass viele Teams rausfallen. Damit kippt dann die Bilanz ins Negative.
Bereits in den letzten beiden Jahren wurden die endgültigen Verträge mit dem ADAC erst in allerletzter Minute unterzeichnet, weil einfach eine Grenze erreicht ist.

Der ADAC ist ein riesiges Wirtschaftsunternehmen, das in seinen vielen Unterfirmen absolut profitorientiert arbeitet. Das muss aber deshalb noch lange nicht für den Verein und die Motorsportclubs gelten.


Dieter, habe ich mich falsch ausgedrückt, sorry. Sollte natürlich heißen der Verein fördert den Motorsport am Nürburgring (den Ring selber geht genauso wenig wie die Förderung eines Vereinslokals). Und das nicht mit 16 Mio dort, sondern die 16 Mio beziehen sich auf Breitensport in Deutschland. Dann relativiert sich die Summe für den Ring auch wieder.

Du hast Recht, ich habe kaum Ahnung vom Nürburgring, habe auch keine Ahnung vom Rennsport an sich und würde mir nie anmaßen, die ganzen Firmenkonstrukte von Lindner & CO dort nachvollziehen zu wollen. Auch habe ich kaum Lust dazu, alle Verstrickungen der Herren rund um den Ring verstehen zu wollen/können.

Fakt ist aber, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist, Und das war sogar absehbar.



Als nicht am Ring oder in dessen Nähe Geborene, mit Null Plan vom Rennsport, mit unterdurchschnittlichem Fahrkönnen, mit Sicherheit Nichtwähler des Bundeslandes RP, habe ich jedoch Verständnis für den Unmut der Leute da, wenn Steuergelder so einfach - wie ja auch passiert - unkontrolliert verschleudert wurden und jetzt eine Region in die Schieflage kommt, da Arbeitsplätze gefährdet sind.

Insofern repräsentiere ich eventuell sogar die vielen Menschen, die solche Nachrichten durch Zufall (ist ja nicht wirklich breit und überregional in der Presse) lesen und bestenfalls als "ach, ist ja auch nicht schön" zur Seite legen, weil es einen selber nicht betrifft



Dass die Verträge vom ADAC in den letzten Jahren erst in aller letzter Minute unterzeichnet wurden, könnte man auch so deuten, dass "man" sich gerne bitten lässt. Macht man so etwas zu oft, läuft man Gefahr unglaubwürdig zu werden. So mein objektiver Eindruck.

Tut mir leid, dass ich nicht mit so viel Rennfahrer-Herzblut am Ring hänge, wie alle anderen hier.
Dafür hatte ich zu wenig direkten Kontakt zu den Aktiven dort, oder gehe ich dieser Sportart selber nach, was nicht heißt, dass ich es nicht genieße am Ring zu sein und im M neben dran bei Armin mitzufahren oder es auch schön finde meine M-fahrende Grinsekatze nach einem Trackday bei Schmickler so begeistert erzählen zu hören.

Um es ganz sachlich zu schreiben: es berührt mich emotional nicht so, wie diejenigen, die da wohnen und den Ring für den Rennsport nutzen, weil es bequemer und einfach mal kostengünstiger ist als mit Sack und Pack quer durch Deutschland zu anderen Rennstrecken zu touren und dort Rennen zu fahren.

Was ich aber im Leben immer wichtig finde ist, andere zu unterstützen, wenn um eine sinnvolle Sache gekämpft wird.


Letztendlich ist alles nur eine Sache des Preises, wenn es zum Schlachter geht. Dass liest sich sachlich und kühl, ist aber das Ergebnis unterm Strich.

Unser System ist nun mal so.

Ich meine nicht, dass man sich damit abfinden sollte, nur eben Strategie und Taktik darauf ausrichten. Also auch stichhaltige Argumente finden, warum es besser sein sollte, den ADAC nicht zu verschmähen. Es sollte auch beim ADAC, den in dieser Sache mit eingebundenen Vereinen und aktiven Unterstützern möglich sein, hier mit Daten und Zahlen und etwas Prosa aufzuwarten. Sind doch keine Talkshow-Gäste ala Vera am Start.

Den Boten (Insolvenzverwalter) sprachlich "töten" zu wollen, nur weil die Nachricht schlecht ist, halte ich nicht für den richtigen Weg.
 
Das ist absolut richtig und wird z.B. von "Ja zum Nürburgring" auch berücksichtigt (und überprüft!).

IANAL, aber die Komplikation kommt aus der Vermischung von Insolvenz- und EU-Beihilferecht, gepaart mit einem EU-konformen Bieterverfahren. Dort entsteht der Interpretationsspielraum, der von den Insolvenzverwaltern in ihrem Sinne genutzt wird, nämlich einen möglichst schnellen und reibungslosen Verkauf zu realisieren.
Das EU-Beihilfeverfahren ist derweil noch komplett in der Schwebe. Es stellt sich somit die Frage, wie die Insolvenzverwalter einem Käufer garantieren wollen, dass er mit den Assets nicht auch das Beihilfeverfahren erwirbt. Das EU-Beihilferecht erlaubt die Veräußerung von Assets nur unter ganz bestimmten Bedingungen.

Zweifelhaft ist auch das Vorgehen der Insolvenzverwalter, die
- beim Start des Verkaufs ankündigten, es müsse nicht unbedingt der Bieter mit dem höchsten Gebot gewinnen, und man (die IV) würde darauf achten, dass die Region geschützt würde,
- im Verkaufsprospekt einen recht intransparenten Prozess festlegen, nach dem Bieter ausgewählt werden sollen, darin wird die aktuelle Stufe klar als "unverbindlich" beschrieben, trotzdem werden nach welchen Kriterien auch immer einzelne Kandidaten ausgesondert, darunter der ADAC
- für den gesamten Verkaufsprozess, der ja transparent und diskriminierungsfrei ablaufen soll, werden keine Entscheidungsparameter genannt. Es wird statt dessen davon gesprochen, dass nicht nur der Preis, sondern auch das Konzept ausschlaggebend sei. Die Kriterien zur Beurteilung und Entscheidung sind völlig intransparent, siehe den jetzigen Ausschluss des ADAC, der sicher von der grundsätzlichen Eignung her mit das beste Konzept haben dürfte.
- jetzt im Interview sagen, der ADAC wäre nicht raus, sondern "zwischengeparkt" (Zitat Lieser). Entweder scheidet jemand nach EU-Prozess aus, oder aber nicht. Welche Kriterien wurden angewandt?

Über allem wacht dann der Gläubigerausschuss, der einen Käufer annehmen oder ablehnen kann, zumindest nach Insolvenzrecht. Ob er das auch nach EU-Beihilferecht und EU-konformem Bieterprozess kann, kann derzeit keiner sagen.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich die IV sicher sehr gut mit dem Insolvenzrecht auskennen und dort bestimmt keine "Horizont"-Probleme haben. Allerdings ist die Verquickung mit der EU alles andere als trivial, und damit sind sie anscheinend überfordert. Hinzu kommt der Mangel an Verständnis für den Nürburgring, wie sonst wäre es zu erklären, dass jemand versucht GP-Strecke und Nordschleife als separate Teile zu veräußern?


Da frage ich mich, warum jemand dann bei diesem ganzen Chaos überhaupt bietet, wenn der Ausgang (so wie ich es gelesen habe) mehr als fragwürdig ist. Also rechtlich überhaupt gesichert ist.

Wenn ich auf irgendetwas z.b. bei einer Versteigerung biete, gehe ich doch auch nicht in das Verfahren, wenn mir der Autionär zwar sagt, die Ware ist sauber, nebendran Interpol steht und mir ins Ohr flüstert "wir prüfen noch, ob es Hehlerware ist .... macht doch gar keinen Sinn ....

Allerdings ist Deine Aussage

"Die Kriterien zur Beurteilung und Entscheidung sind völlig intransparent, siehe den jetzigen Ausschluss des ADAC, der sicher von der grundsätzlichen Eignung her mit das beste Konzept haben dürfte."

auch sehr gewagt vor dem Hintergrund, dass nicht alle Bieter bekannt sind .... also deren Konzepte nicht zur Beurteilung zur Verfügung stehen.

o.K., den ADAC kennt man, was aber nicht heißt, dass die andere schlechter oder besser sind .... so würde ich als Gegner argumentieren.
 
Da frage ich mich, warum jemand dann bei diesem ganzen Chaos überhaupt bietet, wenn der Ausgang (so wie ich es gelesen habe) mehr als fragwürdig ist. Also rechtlich überhaupt gesichert ist.
bis jetzt ist ja alles unverbindlich, genau diese Frage gilt es also während der due diligence zu beantworten.

Allerdings ist Deine Aussage

"Die Kriterien zur Beurteilung und Entscheidung sind völlig intransparent, siehe den jetzigen Ausschluss des ADAC, der sicher von der grundsätzlichen Eignung her mit das beste Konzept haben dürfte."

auch sehr gewagt vor dem Hintergrund, dass nicht alle Bieter bekannt sind .... also deren Konzepte nicht zur Beurteilung zur Verfügung stehen.

o.K., den ADAC kennt man, was aber nicht heißt, dass die andere schlechter oder besser sind .... so würde ich als Gegner argumentieren.
Nein, sie ist nicht gewagt meiner Meinung nach.

Entscheidungskriterien sind vorab offenzulegen, ansonsten weiß keiner, worauf er sich einlässt.
Wo ist fixiert, mit welcher Gewichtung die Höhe des Angebots und die Qualität des Konzepts in die Bewertung eingehen?
Was sind die Kriterien für ein "gutes" Konzept?

Meine Aussage bezog sich darauf, dass der ADAC entweder direkt oder über seine Ortsclubs für rund 80% aller Motorsportveranstaltungen am Ring verantwortlich zeichnet und allein schon aus dieser Erfahrung heraus ein guter Kandidat ist. Kein anderer Kandidat kann derzeit sicherstellen, dass diese Veranstaltungen weitergeführt werden, solange er sich nicht mit dem ADAC einigt. Damit wird der ADAC nicht automatisch besser (zumindest nicht aus diesem Grund), aber auf jeden Fall ein Kandidat, der sich mit dem Ring exzellent auskennt, der als Einziger den Motorsport da oben im Detail kennt, und der sich erklärtermaßen dem Gemeinwohl verpflichtet.
Das sollte eigentlich mehr wiegen als die Höhe eines unverbindlichen Angebots, das keinerlei Aussagekraft mit Blick auf das bindende Angebot hat.
 
In eine Due Dilligence würde ich zumindest dann durchführen, wen ich an die Unternehmensdaten kpl. ran komme. Dass aber eine Due Dillignence heißt aber auch, dass ich ein NDA unterschreibe dem meist ein LOI folgt. um zu blocken/ zu sichern.

Man kann bei einem Insolvenzverfahren allerdings nicht mit einem LOI punkten, da der Insolvenzverwalter gehalten ist, die Gläubiger zu befriedigen. Ich zumindest kenne kein Insolvenzverfahren indem man im Bieteverfahren LOI oder Due Dilligence durchführt. Da gilt es nach dem Motto "was ist es Euch wehrt" ... und das ein Käufer so wenig wie möglich, der Verkäufer (Insolvenzverwalter) so viel wie möglich aus einem Gut herausholen will kommt einer Due Dilligence recht nahe. Man trifft sich in der Mitte ...

Ich denke, Du weißt, dass man mit einer Due Dilligence ein Gut schlecht oder aber auch hoch rechnen kann .... da ja die Erwartung, bzw, dii Werteentwicklung eine große Rolle spielt.

Man kauft bei einem Unternehmen nicht die bereits gefrühstückten Umsätze, sondern den Bestand (Kunden) und deren Beständigkeit, bzw. nach Marktbetrachtung/-bewertung zukünftige Umsätze .... das ergibt einen Wert.

Und da sieht es mit dem Port Folio von Herrn Richter bei einem Sharedeal mau aus .... wundert mich also nicht, dass der ADAC die Asstes möchte ... würde ich genauso machen. Warum Sanierungsfälle wie die Hotels und den ganzen unprofitablen Zirkus drunherum kaufen (diese werden noch nachhaltig Kosten verursachen) , wenn amn ein Asset wie den Ring kaufen könnte .....


Ich weiß nicht, wie der Insolvenzverwalter das Gesamtpaket anbietet, denke aber mal "mit Alles" also sharedeal ....
 
Tut mir leid, Marion, aber ich verstehe nicht, was Du sagen willst.

Zunächst einmal hat Richter mit der ganzen Sache nichts zu tun, denn er ist nicht Eigentümer. Eigentümer ist die Nürburgring GmbH, zu 90% gehalten vom Land RLP, zu 10% gehalten vom Landkreis Ahrweiler.
Es wird auch kein Share-Deal werden aus dem ganz einfachen Grunde, weil dann das Beihilfeproblem mit verkauft werden würde. Es muss ein Asset-Deal sein, bei dem alle Assets so gut wie möglich verkauft werden, damit hinterher eine "leere" N-GmbH übrigbleibt, die man einfach schließt. Man hofft darauf, dass die EU dann auch das Beihilfeverfahren begräbt.

Der Verkauf der Assets ist durch Vorgaben der EU eingeschränkt. Läuft ein Beihilfeverfahren, kann man nicht einfach die Assets verkaufen und die Bude zusperren. Das wäre ein zu einfacher Weg, um jedes Beihilfeverfahren zu beenden. Voraussetzung scheint in diesem Fall eine Absprache mit der EU zu sein, dass ein transparentes und diskriminierungsfreies Bieteverfahren genutzt wird, wenn denn die Assets verkauft werden sollen. Wobei zu bemerken ist, dass die EU zu keinem Zeitpunkt den Verkauf gefordert hat. Es gäbe auch andere Wege, aus dem Beihilfeverfahren herauszukommen.

Jetzt geht es erst einmal ausschließlich um das Bieteverfahren, unabhängig von der Insolvenz. Bereits bei der ersten Interessensbekundung musste jeder Interessent eine Vertraulichkeitserklärung akzeptieren, nicht erst jetzt.
Beim Verkauf gibt es die Möglichkeit, auf alles zu bieten, oder aber auf einzelne Verwertungseinheiten:
1a: GP-Strecke mit Ringboulevard, Ringwerk und Fahrerlager
1b: Nordschleife
2: Lindner Hotel
3: Eifeldorf Grüne Hölle
4: Ferienpark Drees
5: Grundstück Dorint Hotel
6: Offroad Park
und noch ein paar Einzelimmobilien und Grundstücke

Im Bieteverfahren wird ein erstes, unverbindliches Angebot samt Finanzierungsnachweis verlangt, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Man will nicht mit Dutzenden von Kandidaten (so sie denn existieren würden) in den Datenraum einsteigen.
In der Due Diligence werden jetzt erstmalig die konkreten Unternehmensdaten zur Verfügung gestellt, auf deren Basis ein bindendes Angebot überhaupt erst möglich ist. In diesem Prozess wird wohl auch aufgedeckt werden, wie die Chancen stehen, mit der EU zu einer Einigung zu kommen, auch wenn von dort noch keine offizielle Entscheidung vorliegt.

Die Frage des Kaufpreises wird von den IV aus verständlichen Gründen hochgepuscht, während in der Praxis der Kaufpreis eine eher untergeordnete Rolle spielen wird. Da kommt es vielmehr auf ein tragfähiges Konzept an, das den Betrieb langfristig sicherstellen kann. Dazu gehört nicht nur die Frage, ob man durch irgendwelche Aktivitäten profitabel werden kann, sondern vor allem auch die Einigung mit den Veranstaltern und der Region. Ohne die Region fährt da oben kein Auto mehr.
 
..............Ohne die Region fährt da oben kein Auto mehr.

Hoffentlich ist das so. Denn dann müssen Bieter noch ganz andere Kriterien, als nur das Investment, berücksichtigen.
Ich bin ein positiver Mensch und glaube immer noch dass am Ende alles gut wird.

Was ist eigentlich mit Wurstel-König Kurt Beck? Im richtigen Leben hätte ein solcher auf jeden Fall schon den Staatsanwalt am Hals. Ich glaube man nennt so etwas EU-Subventionsbetrug.
 
In der Due Diligence werden jetzt erstmalig die konkreten Unternehmensdaten zur Verfügung gestellt, auf deren Basis ein bindendes Angebot überhaupt erst möglich ist. In diesem Prozess wird wohl auch aufgedeckt werden, wie die Chancen stehen, mit der EU zu einer Einigung zu kommen, auch wenn von dort noch keine offizielle Entscheidung vorliegt.

Die Frage des Kaufpreises wird von den IV aus verständlichen Gründen hochgepuscht, während in der Praxis der Kaufpreis eine eher untergeordnete Rolle spielen wird. Da kommt es vielmehr auf ein tragfähiges Konzept an, das den Betrieb langfristig sicherstellen kann. Dazu gehört nicht nur die Frage, ob man durch irgendwelche Aktivitäten profitabel werden kann, sondern vor allem auch die Einigung mit den Veranstaltern und der Region. Ohne die Region fährt da oben kein Auto mehr.

Zukünftige Umsatzträger sind doch

ADAC, mit Rennveranstaltungen
Automobilunternehmen zu Zulieferer für ETs für Testfahrten,
Tourifahrten (wer ist hier Veranstalter?? die Betriebsgesellschaft???)
Trackdays

Ich weiß es nicht, unterstelle aber mal, dass der ADAC hier die meisten Prozentpunkte als Träger ausmacht. Und Ihre eigenen Umsätze, werden sie kennen. Macht dem nach Sinn, wenn man im Vorfeld mit Rückzug trommelt, da ich mal davon ausgehe, dass jeder andere potenzielle Bieter deren Umsatz in seinen Berechnungen einbezogen hat, um die zukünftige Rentabilität einer ersten Einschätzung zu unterziehen. Und da würde dann viel wegbrechen.

Also kann zumindest ein Bieter hier gut steuern.


Auch ich würde, wenn ich ADAC wäre, nicht die sanierungsfälligen oder unrentablen Leichen kaufen wollen, sonder mich auf das Sahnestückchen werfen. Zumal hier in der Vergangenheit jedem klar war, dass die ganzen Rummelbuden ringsherum alles andere als Umsatzträger waren. Dazu braucht man keine definitiven Zahlen, um das Rubinrote von Weitem zu sehen.

Zur Due Dilligence: man wird sehen, dass man sich in der Mitte treffen wird, der eine muss verkaufen, der andere möchte kaufen
 
Hoffentlich ist das so. Denn dann müssen Bieter noch ganz andere Kriterien, als nur das Investment, berücksichtigen.
Ich bin ein positiver Mensch und glaube immer noch dass am Ende alles gut wird.

Was ist eigentlich mit Wurstel-König Kurt Beck? Im richtigen Leben hätte ein solcher auf jeden Fall schon den Staatsanwalt am Hals. Ich glaube man nennt so etwas EU-Subventionsbetrug.

König Kurt ist jetzt Berater von Böhringer Ingelheim, ein Unternehmen welchem es in der Vergangenheit prächtig ging.
 
"Ja zum Nürburgring" gibt eine Pressekonferenz:

http://www.finanznachrichten.de/nac...ieriger-amerikanischer-finanzspekulan-007.htm

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ein amerikanischer Investmentfonds der Favorit der Insolvenzverwalter ist, da er ihnen auf einen Schlag den Ring und den Rummel aus Achterbahn und Hotels als Ganzes abnehmen will. Profitgierige Geschäftemacher würden so beispielsweise dem ADAC vorgezogen, der sich als einziger Interessent öffentlich zu einem gemeinwohlorientierten Betrieb und einem Verzicht auf Gewinnmaximierung bekannt hat. Wie sich aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Vereins "Ja zum Nürburgring", die bei der Pressekonferenz vorgestellt wird, ergibt, wollen dies die Bürger der Region nicht.
 
Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ein amerikanischer Investmentfonds der Favorit der Insolvenzverwalter ist, da er ihnen auf einen Schlag den Ring und den Rummel aus Achterbahn und Hotels als Ganzes abnehmen will. Profitgierige Geschäftemacher würden so beispielsweise dem ADAC vorgezogen, der sich als einziger Interessent öffentlich zu einem gemeinwohlorientierten Betrieb und einem Verzicht auf Gewinnmaximierung bekannt hat. Wie sich aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Vereins "Ja zum Nürburgring", die bei der Pressekonferenz vorgestellt wird, ergibt, wollen dies die Bürger der Region nicht.

Wie, die Bürger wollen den ADAC nicht????
 
Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ein amerikanischer Investmentfonds der Favorit der Insolvenzverwalter ist, da er ihnen auf einen Schlag den Ring und den Rummel aus Achterbahn und Hotels als Ganzes abnehmen will. Profitgierige Geschäftemacher würden so beispielsweise dem ADAC vorgezogen, der sich als einziger Interessent öffentlich zu einem gemeinwohlorientierten Betrieb und einem Verzicht auf Gewinnmaximierung bekannt hat. Wie sich aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Vereins "Ja zum Nürburgring", die bei der Pressekonferenz vorgestellt wird, ergibt, wollen dies die Bürger der Region nicht.

:w
 
Investmentfond..... und ausgerechnet Amerikaner, die ja bekanntlich mit ihrer "Heuschrecken"-Mentalität gefürchtet sind. Na ja, Hauptsache die Insolvenz-Gebühr für die Insolvenzverwalter fällt höchstmöglich aus :g
 
Immerhin "bessert" sich die Presseberichterstattung nun zumindest dahingehend, dass auch Zeitungen das Thema aufgreifen, die nennenswerte Leserzahlen haben. Leider hätte das schon viel früher passieren müssen.
 
Gestern kam im Radio ein Beitrag, dass 30% der Nürburgring Anwohner (was immer man darunter verstehen mag) für den ADAC als Käufer wären.
Da sehe ich noch etwas Potential für die Befürworter.
 
Eine Beschwerde gegen den laufenden Verkaufsprozess am Nürburgring ist ein Schritt, der unter Umständen große Konsequenzen nach sich zieht. Der Verein, und insbesondere Otto Flimm, hat sich mit dieser Entscheidung sicher nicht leicht getan. Allerdings wurde die Kritik am Bietverfahren, die von vielen Seiten geäußert wurde, immer lauter.
Jetzt kann noch auf relativ einfache Art und Weise korrigierend in den Prozess eingegriffen werden. Hätte man auf einen Vertragsabschluss gewartet, hätte man damit rechnen müssen, dass der Verkauf von irgendeiner Seite angegriffen werden würde, und das mit unkalkulierbaren Konsequenzen.

Nun wird zunächst die Landesregierung zur Stellungnahme aufgefordert werden. Das ist dann das erste Mal seit langem, dass sie eine Möglichkeit zum Eingriff bekommt. Und genau hier bietet sich die Gelegenheit zu konstruktiven Gesprächen, die bisher mit Hinweis auf die angenommene Haltung der EU nicht stattfanden oder zu keinem Ergebnis führten.

Am Ende muss eine Lösung stehen, mit der alle Beteiligten leben können. Das gilt für die Politiker genauso wie für die Insolvenzverwalter, aber vor allem auch für Region und Motorsport. Die Basis für diese Lösung ist nun vorbereitet, und mit diesem konstruktiven Ziel im Sinn hat der Verein den schweren Schritt zur Beschwerde getan.
 
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