Da wir von Durchschnitt reden, kommt mir in den Sinn, welches Durchschnittseinkommen in Deutschland verdient wird. Natürlich laut Statistik. Selbst von diesem Durchschnitt dürften manche Arbeitnehmer träumen.
Und ja, man könnte wieder die Bildung derjenigen zu Grunde legen, aber dies ist wohl noch ein ganz anderes Thema.
Das Thema "Durchschnitt" ist ja wieder was gaaaaanz Unangenehmes.
In einer kleinen Firma arbeitet ein Chef und 5 Mitarbeiter ... der Chef verdient 100.000 Euro im Jahr, die Mitarbeiter 20.000 Euro im Jahr - das Durchschnittseinkommen liegt bei ca. 35.000 Euro, also fast doppelt so viel wie die einzelnen Mitarbeiter bekommen.
Ich bin eher für eine Median-Betrachtugn, da kommt dann etwas mit knapp über 20.000 Euro raus, wenn Ausreißer eliminiert werden, dann sind es sogar exakt 20.000 Euro im Median und die Welt erscheint in dem Licht wie sie erscheinen sollte.
Jemand der Menschen befördert, der muss nicht nur die roten Ampeln beachten und die Türen zum linken oder zum rechten Bahnsteig öffnen....solche Leute haben ETWAS mehr Verantwortung.
Und das sollte auch bezahlt werden!
Generell haben wir in Deutschland ein Problem mit den Gehältern was die Arbeit MIT Menschen anbelangt bzw. dort wo ich für Menschen UNMITTELBAR Verantwortung trage. Leider.
Grüße von einem durchaus betroffenen Alltagspendler.
Mir war schon beim Schreiben bewusst, dass so ein Kommentar als Antwort zu erwarten ist.
Natürlich haben sie auch eine gewisse "Verantwortung" und natürlich werden "unproduktive Berufe", besser "nicht wertschöpfende Berufe" schlechter bezahlt als eben diese, die Werte schaffen.
Nun stellt sich jedoch die Frage wieviel sind die "Wertschöpfenden" bereit an die "nicht Wertschöpfenden" abzugeben ... wenn auf einem Wertschöpfer drei "nicht Wertschöpfende" fallen, dann kann das nur in einem Ungleichgewicht der Einkommen enden ... es sei denn wir führen wieder die "Planwirtschaft" der DDR ein ... dass so etwas schief geht, wissen wir bereits.
Es geht mir also um mehr als "Verantwortung", denn auch Physiotherapeuten, die die Arbeitskraft der "wertschöpfenden" Schweißer, Goldschmiede und Straßenarbeiter erhalten leisten einen Beitrag ... wie auch die Lokführer, die die "Wertschöpfenden" zur Arbeit bringen.
Nur muss sich das alles im Gleichgewicht befinden.
Es nützt doch nix, wenn die Lokführer 30% mehr Gehalt bekommen und die Bahntickets dann 30% teurer werden um die Lokführer zu bezahlen (nur sehr einfach gerechnet, mir ist klar, dass die Rechnung ungenau ist). Dann müssten auch die "Wertschöpfenden" 30% mehr Arbeitswegkosten ausgeben und dieses Geld zusätzlich verdienen.
Damit müssten auch die "wertgeschöpften Waren" teurer werden ... und wer zahlt die dann? Das ist ein immerwährender Kreislauf.
In der Industrie ist es einfach: Wenn ein Mitarbeiter um 10% produktiver ist, denn kann er auch 10% mehr Geld verdienen ohne dass die Waren teurer werden müssen.
Wenn ein Lokführer 10% mehr Geld möchte, dann kann er gar nicht produktiver werden ... das geht nur durch Verteuerung der Dienstleistung.
Und was das zur Folge hat, erleben gerade zahlreiche Friseursalons, die den Mindestlohn auszahlen müssen ... anstatt dass die Friseure überhaupt Arbeit haben, haben sie nun teilweise gar keine mehr ... super gemacht
