Autokartell VW, Audi, Daimler, Porsche, BMW seit den 90er Jahren?

PolariZ

Eis-Cafe Racer
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27 Oktober 2014
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Mannheim
Wagen
BMW Z4 e85 roadster 3,0si
Zitat aus der Zeit:

VW, Audi, Porsche und Daimler sollen Kartell gebildet haben
Laut Medien haben sich die führenden deutschen Autokonzerne seit den 1990er Jahren abgesprochen – über Lieferanten, Motoren und Abgasfilter. Kartellbehörden ermitteln.

Die deutsche Autoindustrie hat sich seit den Neunzigerjahren in geheimen Arbeitskreisen über die Technik ihrer Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer, Märkte, Strategien und die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge abgesprochen. Das berichtet der Spiegel und beruft sich auf ein Schreiben des VW-Konzerns, das der Wolfsburger Autohersteller selbst bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht haben soll. Demnach handelt es sich um "eine Art Selbstanzeige". Das Verfahren könnte einer der größten Kartellfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte werden, schreibt das Magazin.

Demnach datiert das VW-Dokument vom 4. Juli 2016. Darin schreiben die Wolfsburger, dass an den Absprachen alle großen deutschen Autohersteller beteiligt waren: Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Es bestehe "der Verdacht", dass es zu "kartellrechtswidrigem Verhalten" gekommen sei. Wie der Spiegel berichtet, hat Volkswagen seine Selbstanzeige auch im Namen von Audi und Porsche eingereicht, Daimler wiederum soll eine gesonderte Selbstanzeige vorgelegt haben.

Danach haben sich seit den Neunzigerjahren mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen in über 60 Arbeitsgruppen abgestimmt. Es ging um alle Bereiche der Auto-Entwicklung, um Benzin- und Dieselmotoren, Bremsen, Kupplungen und Getriebe. Die Hersteller besprachen auch die Auswahl von Lieferanten und die Preise von Bauteilen.

Besonders brisant sind demnach die Absprachen über die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge. Seit 2006 stimmten sich Daimler, BMW, Audi, Porsche und Volkswagen auf zahllosen Treffen darüber ab, wie groß die Tanks für AdBlue sein sollten – ein Harnstoffgemisch, mit dessen Hilfe Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufgespalten werden. Große Tanks wären teurer gewesen. Die Autohersteller verständigten sich deshalb auf kleine Tanks. Die darin enthaltene Menge AdBlue reichte später nicht mehr aus, die Abgase ausreichend zu reinigen. Das legte die Basis für den Dieselskandal.
Quelle:
http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-07/diesel-skandal-volkswagen-audi-porsche-daimler-selbstanzeige

Hätten sie sich lieber über eine erfolgreichere Strategie in Bezug auf weltweite Wettbewerber und zukunftsweisende Technologien verständigt! Mir machen die Entwicklungen der letzten Jahre Sorge: das wird nicht nur Börsenwert sondern auch viele Arbeitsplätze in Deutschland kosten, befürchte ich.
 
Wollte ich auch grad posten. Interessant am Rande:

Spiegel Online schrieb:
Daneben stimmten sich die intern aufgrund der fünf beteiligten Marken "5er-Kreis" genannten Gruppen sogar über technische Einzelheiten wie Cabriolet-Dächer ab.

Soso, ein Fetzendachkartell also. Hab ich mir schon immer gedacht. :D

http://www.spiegel.de/wirtschaft/so...-daimler-unter-kartellverdacht-a-1159052.html

Wahrscheinlich ging es hier darum, dass die Hersteller vereinbarten, zum Zwecke der Kostenreduzierung Dachkonzepte gemeinsam einzukaufen.
 
Ich finde die gesamte Dieselhysterie einfach nur noch lächerlich nach dem was ich gestern gelesen habe.
Die Grenzwerte an den Messstationen sind ja mit 40mg/1Kubikmeter Luft festgelegt. Anscheinend lässt das deutsche Arbeitsschutzgesetz allerdings 960mg/1Kubikmeter Luft zu,das 20fache. Wenn das stimmt kann ich die ganze Disskussion über Dieselabgase nicht mehr ernst nehmen.
 
Ich finde die gesamte Dieselhysterie einfach nur noch lächerlich nach dem was ich gestern gelesen habe.
Die Grenzwerte an den Messstationen sind ja mit 40mg/1Kubikmeter Luft festgelegt. Anscheinend lässt das deutsche Arbeitsschutzgesetz allerdings 960mg/1Kubikmeter Luft zu,das 20fache. Wenn das stimmt kann ich die ganze Disskussion über Dieselabgase nicht mehr ernst nehmen.

Hysterie - sicher, stellenweise ist es hysterisch. Aber selbst ohne Deine Angabe überprüft zu haben, dies sind doch zwei paar Schuhe. Wenn der Arbeitsschutz bestimmte Grenzen vorsieht, heißt das doch lange nicht, dass "es völlig ok ist", wenn man solchen Emissionen einfach so ausgesetzt wird.

Tatsächliche Grenzwerte, gerade ergoogelt:

Das Einhalten der Arbeitsplatzgrenzwerte dient dem Schutz der Gesundheit von Beschäftigten, die durch das Einatmen von Stoffen gefährdet sein kann. In die aktuelle Verordnung wurden unter anderem Stickstoffdioxid und Stickstoffmonoxid neu aufgenommen. Beide Schadstoffe sind in den Abgasen von Kraftfahrzeugen enthalten und treten in Werkstätten beim Einfahren auf den Arbeitsplatz und bei Tests aus. Der AGW beträgt für Stickstoffdioxid 0,5 ml/m³ (ppm) bzw. 0,95 mg/m³ und für Stickstoffmonoxid 2,0 ml/m³ (ppm) bzw. 2,5 mg/m³. Frühere Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Abstellbereichen für Kfz ergaben, dass je höher die Abgasnachbehandlung zur Reduzierung von Dieselpartikelfiltern war, also von EURO I-V, bei den Fahrzeugen vor allem die Werte für Stickstoffdioxid erheblich anstiegen. Daraus leitet sich ab, dass bei den meisten neu zugelassenen Pkw und Lkw, mit EURO V und VI, die neuen Grenzwerte der TRGS 900, ohne direkt angeschlossene Abgasabsauganlagen nicht eingehalten werden können. Dies hat verstärkt auch Auswirkungen auf Fahrbereiche in der Werkstatt zum Arbeitsplatz.


http://www.autoservicepraxis.de/neue-regeln-fuer-stickoxide-1941155.html
 
Der AGW beträgt für Stickstoffdioxid 0,5 ml/m³ (ppm) bzw. 0,95 mg/m³ l
Mein Fehler ist die falsche Maßeinheit. Der EU Grenzwert für Strassen beträgt anscheinend 0,04mg/m3,im Büro 0,95mg/m3.
Sollte das wirklich stimmen halte ich die Hetze auf den Diesel für eine rein ideologisch motivierte Hexenjagd.
 
Was sollen denn die Leute sagen die in der Nähe von einem Flughafen wohnen, bzw nahe Flughafen Frankfurt. Was die Flugzeuge da im Minutentakt raus blasen kann auch nicht gesund sein. Dagegen wird ein Diesel wohl ein Witz sein.
 
Und der Sprit ist auch noch Steuerfrei ? oder zumindest Steuergegünstigt.
 
Eigentlich dachte ich beim erstellen des threads eher daran die Diskussion gehe eher in die Richtung "Kartellbildung" und "Zukunft der deutschen Automobilindustrie" als sich speziell auf die zur genüge diskutierte Dieselproblematik zu versteifen, obwohl das natürlich Teil des Problems ist, genauso wie Elektromobilität.
Ich würde mich freuen wenn man also sich nicht nur auf diese beiden Aspekte im speziellen bezieht, sondern "eher das ganze sieht".
 
Zeit, um Aktien zu kaufen...


Nee abwarten bis die EU die Milliardenstrafe verhängt...das drückt dann die Kurse....

Aber wer ist schon so naiv und denkt dass die Hersteller keine Arbeitsgruppen haben? Ich kenne einige Branchen welche über einen Dachverband immer wieder AG´s bilden in denen man sich trifft und aktuelle Themen diskutiert...das ist doch ganz normal....dann gleich vom Kartell sprechen ist schon etwas vermessen....
 
Zeit, um Aktien zu kaufen...

Ich habe nur noch eine einzige echte handunterschriebene Aktie von DaimlerChrysler, macht sich schön an der Wand vom Arbeitszimmer, damals waren die noch lukrativ. ... aber ist euch klar was das bedeuten kann in einem Land wo 1/7 der Beschäftigten direkt oder indirekt mit der Automobilindustrie verwoben sind?

Wo die Konzerne Entwicklungen verschlafen haben (Elektromobilität, Fertigung von Akkus) und die Politik dies zugelassen hat ... niemand kann mir erzählen das die Fehlentwicklungen (Grenzwertdiskussion Diesel) der letzten Jahre nicht bis auf Minister / Regierungsebene bekannt waren und stillschweigend zugeschaut wurde - ohne fundamental gegenzusteuern.
Jetzt hat man beispielsweise einen Riegel davorgeschoben ... oder man hofft es ... das elementar wichtige Technologien nicht so einfach aufgekauft werden können. .. siehe Kuka, der Hersteller von Industierobotern - zu spät.
Welche Rolle spielen wir Konsumenten, könnten wir uns nicht vorstellen als Fahrzeug zum erreichen des Arbeitsplatzes etwas elektrisches zu benutzen und zum Spaß weiterhin ein bisschen Sprit durch die 6 (oder mehr) Zyl. zu jagen - wenn diese (politisch beeinflussbare) Situation mit Ladestellen besser wäre?
 
Was sollen denn die Leute sagen die in der Nähe von einem Flughafen wohnen, bzw nahe Flughafen Frankfurt. Was die Flugzeuge da im Minutentakt raus blasen kann auch nicht gesund sein. Dagegen wird ein Diesel wohl ein Witz sein.
Ebenso die Verbrennung von Raffinerie-Müll, dem Schweröl in den Häfen...
 
Das Kartellamt wird mit seinen vergleichsweise milden Sanktionsmöglichkeiten kaum Betroffenheit bei den Verantwortlichen auslösen. Sentimentale Vorstellungen von Redlichkeit im Geschäftsgebaren oder Reue bei Fehlverhalten werden das Gewissen auch nicht unnötig belasten.
Ungünstig wäre nur, wenn amerikanische Behörden, oder sammelklagegewiefte Anwälte, hinterfragen, ob nicht vielleicht auch die dortigen Kunden Nachteile durch entsprechende Absprachen hinnehmen mussten und wer dafür persönliche Verantwortung trägt. Manchmal ist es fast schade, dass Bundesbürger nicht in die Staaten ausgeliefert werden. :b
 
Überraschend...? Warum wurden Katalysatoren erst in den 90ern hier montiert, wo sie doch in den US lange vorher state of the art waren? Gewinnmaximierung steht eben an erster Stelle!
 
Gewinnmaximierung steht eben an erster Stelle!
Ist bei jeden Aktienunternehmen: der Aktionär steht an erster Stelle.
Warum wurden Katalysatoren erst in den 90ern hier montiert
Mitte der 80er hast bei Opel beim Corsa A schon den Kat bekommen, der Verbraucher musste aber selbst entscheiden ob er das Auto mit oder ohne Kat haben wollte...

Alles für die Industrie, der Mittelstand wird weiter ausgeblutet (Meine Meinung).
 
Das Kartellamt wird mit seinen vergleichsweise milden Sanktionsmöglichkeiten kaum Betroffenheit bei den Verantwortlichen auslösen. Sentimentale Vorstellungen von Redlichkeit im Geschäftsgebaren oder Reue bei Fehlverhalten werden das Gewissen auch nicht unnötig belasten.
Ungünstig wäre nur, wenn amerikanische Behörden, oder sammelklagegewiefte Anwälte, hinterfragen, ob nicht vielleicht auch die dortigen Kunden Nachteile durch entsprechende Absprachen hinnehmen mussten und wer dafür persönliche Verantwortung trägt. Manchmal ist es fast schade, dass Bundesbürger nicht in die Staaten ausgeliefert werden. :b
......und dann mit einer zig Millionen Abfindung gegangen wird anstatt zig Millionen als Strafe zu bekommen:b
 
Noch ist doch gar nicht klar ob und wenn ja,was in den Runden besprochen wurde,aber für SO steht bereits(nahezu)fest,"einer der größten Skandale der deutschen Wirtschaftsgeschichte".
Hallo,geht's evtl auch eine Nummer kleiner?
Ich denke in jeder Branche gibt es Absprachen über bestimmte Standarts,solange keine Preise diktiert werden ist das doch auch erstmal so in Ordnung.
Mich fasziniert immer wieder der urdeutsche Hang zur Selbstzerfleischung,vorwiegend inszeniert von links-"liberalen" Politikern und deren medialen Helfern. Hauptsache Schlagzeile und man kann sich mal wieder so richtig echauffieren und als Gutmensch präsentieren.:rolleyes: :j
 
... Hauptsache Schlagzeile und man kann sich mal wieder so richtig echauffieren und als Gutmensch präsentieren. ...
So einfach lässt sich das Thema nicht abtun. Die Berichterstattung kommt ja nicht aus dem Nichts, sondern basiert auf Vorfällen und Informationen, die - zurückhaltend formuliert - in der Tat indiziell auf mögliche Wettbewerbsverzerrungen hindeuten könnten.

Mehr dazu kann ich berufsbedingt leider nicht schreiben. "PolariZ" hat hier jedenfalls einen Fred zu einem sehr interessanten Thema eröffnet - der allerdings nur dann funktionieren wird, wenn man, allgemein gesagt, das Thema mit der gebotenen Umsicht diskutiert.
 
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