Es geht doch bei den Verschärfungen hier um sehr viel mehr, als die Frage, ob man mit seinem Auto rumfahren darf.
Es geht darum, dass man nicht mehr wandern, länger auf einer Decke sitzen, Ausflüge machen darf/soll.
(was viele hier vermutlich auch gar nicht betrifft, weil sie nicht in Bayern wohnen)
Das ist scheinbar den meisten hier, die vermutlich einen Garten haben und psychisch gesund sind, ziemlich egal.
Zu ihnen kommt ja keiner, und fragt wie lange sie hier schon in der Sonne sitzen.
Psychhygiene von vorneherein als Argument auszuschließen, zeigt für mich wie sehr psychische Krankheiten unterschätzt werden.
Ich wünsche allen hier, dass sie nicht betroffen sein werden, aber ich werde mich nicht wundern, wenn wir es nach der Krise mit enormen Konsequenzen zu tun haben, weil wir jetzt überziehen.
Wir reden hier von Maßnahmen bis zum 20. April. Wenn die Leute bis dahin nicht mehr raus dürfen, und wenn sie draußen sind, kontrolliert werden, wie lange denn schon, dann werden wir da jede Menge schwere, psychische Erkrankungen bekommen und auch Todesfälle haben.
Wenn man die Zahlen von Letalität und Anfälligkeit konsequent ließt unter Umständen mehr als durch Corona.
Klar, wenn man mit einer ordentlichen Portion "Obrigkeitshörigkeit" zu Gunsten von "lieber nicht mehr selbst denken", and die Sache heran geht und zusätzlich psychische Erkrankungen oder psychiscohygiene nicht für voll nimmt, dann geht das schon.
Und weil sich an unseren unterschiedlichen Sichtweisen (ich als Betroffenener einer psychischen Erkrankung und wohl eher weniger Obrigkeitshörig) nichts ändern wird, dreht sich die Diskussion wie bereits richtig gesagt im Kreis.
Zusätzlich bestätigen die Nachrichten wie auch die persönliche Erfahrung der hier Schreibenden, dass die überwiegende Mehrheit sich vorbildlich an die ursprüngliche Auslegung der Anordnung hält. Dass es Ausreißer gibt ist klar, dafür gibt es ja dann Kontrollen und Bußgelder oder andere Mittel regional nachzusteuern. Deshalb verstehe ich nicht, mit welcher Begründung hier in der Auslegung so stark nachgeschärft wurde. Und ich bleibe dabei, dass das in diesem sensiblen Grundrechtsbereich gut erklärt und kommuniziert werden muss.
Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, gehe ich gerne und mit Elan alles mit, was helfen kann, die Ausbreitung zu vermeiden. Kein Mensch, auch hier im Diskurs nicht, konnte mir bisher sagen, (oder hat es gar versucht) was daran schädlich sein soll, eine längere, einsame Wanderung zu unternehmen, oder länger als eine Stunde mit der Frau auf auf der Decke zu liegen.
Stattdessen verlegt man sich auf "es ist Vorschrift also machen wir das so" auf "in anderen Ländern ist es noch strenger" und "die Regierung wird es schon wissen". EDIT: und "für ich ist die Einschränkung ja kein Problem" (letzteres finde ich besonders hilfreich, wenn man gar nicht Bayern wohnt, und sie entsprechend auch nicht für einen selbst gilt)
Mit Verlaub, das sind die Haltungen, auf die jede autoritäre Regierung baut.