Hoeneß Steuerhinterziehung

Ich finde es einfach unverschämt von ihm, in der Schweiz ne gute halbe Milliarde Steuerfrei zu bunkern und dann gegen jeden zuschießen.:cautious: Das mit der Selbstanzeige finde ich ja das lächerlichste, bei so einer Summe sollte sich das gar nicht mehr, auf das Strafmaß mildern auswirken.:X
 
Wer ständig wie ein Metzger :X poltert, musste irgendwann mal feststellen, dass er eben nicht unantastbar ist - lief eh schon Jahrzehnte lang zu gut für ihn. Es war ihm aber bisher eh egal. Wie würde es sich sonst erklären, dass er trotz seit den 90ern ständiger Steuerfahndungen in der Schweiz und anderen Ländern keine Selbstanzeigen machte. Es musste ihm klar sein, dass irgendwann die Luft zu dünn wird. Aber wie will man dann noch solche Summen unbemerkt "umschichten" :b Also dann schnell eine Selbstanzeige bevor endgültig sämtliche Tore geschlossen sind. Und eine Selbstanzeige ist nur dann sinnvoll und wirksam, wenn man Centgenau die letzten 10 Jahre erklären kann (diese Aufstellung dürfte sicherlich einige Monate Vorarbeit gebraucht haben) Kommt ihm unterm Strich günstiger als alles andere. Und zukünftig hat er eben "steuergewaschenes" Geld und eine Sorge weniger :d

Edit:
Das mit den Selbstanzeigen ist doch nur eingeführt worden, damit die entsprechende Klientel legal zu mehr "Steuerehrlichkeit" geführt werden konnte. Aber war ein hinkendes Rechenexempel.
Ich sehe eigentlich auch die Zeit gekommen, dass Selbstanzeigen keinerlei Strafminderung mehr nach sich ziehen dürften. Dazu gibt es das Instrumentarium schon viel zu lange. Wer es bisher nicht tat, hat vorsätzlich gehandelt!
 
Ich finde es einfach unverschämt von ihm, in der Schweiz ne gute halbe Milliarde Steuerfrei zu bunkern und dann gegen jeden zuschießen. ...

Damit ist er immerhin in bester und reichhaltiger Gesellschaft - die Millionen scheinheiliger Gutbürger, die es ihm im Vermögensfall ohne Zögern gleichtun würden, noch gar nicht mitgerechnet. Viel interessanter finde ich daher die Frage, wie er die "gute halbe Milliarde" überhaupt zusammen bekommen hat. :) :-)
 
Damit ist er immerhin in bester und reichhaltiger Gesellschaft - die Millionen scheinheiliger Gutbürger, die es ihm im Vermögensfall ohne Zögern gleichtun würden, noch gar nicht mitgerechnet. Viel interessanter finde ich daher die Frage, wie er die "gute halbe Milliarde" überhaupt zusammen bekommen hat. :) :-)

Das frage ich mich auch. Hat er bei Transfers die Hand aufgehalten, hat er sich bei der Sponsorenakquise schmieren lassen oder sind es vielleicht Gelder aus Wettmanipulationen? Ich kann mir kaum vorstellen, wie er ein solches Vermögen auf legale Weise zusammen bekommen hat. Das herauszufinden, wird sicherlich das Spannendste in der ganzen Causa!
 
Ich meinte es zugegeben nicht ganz ernst, weil es tatsächlich erheblich weniger sein wird. ;)
 
Eine halbe Milliarde ist wirklich kaum vorstellbar. Vielleicht sind es ja tatsächlich nur einge hundert Millionen! :-)
 
Der Mann hatte/hat doch nie die Zeit, sein Geld auszugeben. Jedes Wochenende, dazu noch fast jeden Dienstag oder Mittwoch, sitzt er als Chef in "seinem", oder in irgendeinem Fußballstadion und schaut zu, wie seine Angestellten ihrer Arbeit nachgehen.

Dazu dürfte er ja auch noch Restbestände seiner Bezüge aus der eigenen aktiven Zeit haben....und Würschtl werden immer gegessen.

Da häuft sich über die Jahre schon ein ganz schönes Sümmchen an.

Schon eine vezwickte Sache: wenn vorne viel Geld eingeht, dass du hinten nicht ausgeben kannst. Auch wenn du noch so gönnerhaft bist.

Und wenn dir da die Zeit fehlt, dich um so einen Schmarrn wie Steuern, zu kümmern, bist du schnell "beim Bock".

:w

Im ernst: ....was soll man sagen?? Bin überrascht und etwas sprachlos.

Sein Ruf ist ramponiert. Er reiht sich in die lange Schlange der Steuerhinterzieher ein. Bei solch jemanden, derart in der Öffentlichkeit stehendem, lässt es sich nun "gut" draufhauen.

Ich mag ihn nicht besonders leiden, wünsche ihm aber, dass er die Sache bereinigt bekommt.
Für MICH ist diese Angelegenheit Privatsache (und wird seinen Verlauf nehmen).
 
Warum so viel Wind um eine Person gemacht wird ist mir wieder ein Rätsel?
Er ist einer von vielen und hatte das Pech damit in den Leitmedien zu erscheinen. So erging es Herrn Zumwinkel damals auch. Wenn es mal so sein sollte,dass die ganzen Steuerhinterzieher öffentlich gemacht werden,würde so manchem die Kinnlade bis zum Boden fallen. Da ist ein Ulli Hoeneß nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
 
Wenn das damals der Christof Daum gewusst hätte ;)
Ne, im Ernst . Klar ist er einer von vielen, aber das machts natürlich nicht besser.
Auch ich finds nicht ganz korrekt, wenn man mit einem "einfachen" Gang zum Finanzamt
einen , in meinen Augen, kriminellen Akt legalisiert und mit einem geringen Abschlag
vom Tisch wischt.
Frage mich auch wie solch ein Sümmchen zusammen kommt. Da kann doch was nicht stimmen.
Hoffe das klärt sich noch. Jedenfalls sollte man mal genauer schauen....
 
Hach, ein entspannter Sonntag morgen, die Vöglein zwitschern, dampfender Kaffee neben mir, der Zetti voller Goldbarren (er liegt damit nämlich viel besser auf der Strasse) und endlich wieder der Deutschen liebstes Thema.
Jetzt also Wursti-Leaks.

Hatte mich schon gewundert, warum niemand im Vettel-Überhol-Fred einen Bogen zum Thema Steuerhinterziehung schlagen wollte. Bei seinem schweizer "Nachbarn" (Schumi-raus-aus-der-F1) hatte es doch prima geklappt.

Man möge mich bitte korrigieren, wenn ich falsch liege, aber ist es nicht so, daß das Schweizer StG die Gruppe der vor Ort lebenden, jedoch nicht dort arbeitenden Milliardäre, Künstler, Formel-1-Fahrer, Manager, Industriellen etc. schwer diskriminiert?
Stellt es den o.g. doch pauschal anheim, daß sie nicht viel Geld besäßen. Die Armen werden nur nach der zu erwartenden fiktiven Miete ihrer Immobilien steuerlich veranlagt. Das Fortschreiten des sozialen Wohnungsbaus um den Genfer See herum ist schier erschütternd und den dortigen Empfängern von Transferleistungen gebührt mein aufrichtiges Mitgefühl. Da bleibt dem Durchschnittsmillionär ja fast gar nichts anderes übrig, als im schweizer Asyl oder im Ghetto von Monte Carlo leben zu müssen. Als einziger Trost bleibt das Steuersparpotenziel, da hat man als arme Wurst wenigstens etwas, worüber man sich noch schlapp lachen kann....noch.

Wer weiß, am Ende kommt vielleicht raus, daß der werte Fleischermeistersohn Hoeneß mit seinen verwurschtelten Millionen den FC Bayern erst zu dem gemacht hat, was er heute ist. Hat er vielleicht den Verein mit Geld voll- und den Staat um selbiges beschissen?
Könnte der Fußballverein im Rahmen der Ermittlungen dann beschlagnahmt werden? Tragen die Spieler bald einen Kuckuck auf dem Trikot? Sähen vier Pfändungssiegel über dem Emblem des FC Bayern nicht besser aus als vier popelige Sterne?
Wird der FCB gar Eigentum der bayerischen Steuerbehörden? Und stellt demnächst Seehofer die Mannschaft auf?
Fragen über Fragen...
Bayernkuckuck.jpg

Einen schönen Tag Euch und habt Mitleid mit den Reichen.

Was wär das schön, wenn Hoeneß und Schumi die Nordschleife kaufen und wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stellen würden. Finanziell täts beiden gar nicht mal so sehr weh. Träum...
 
Uli Hoeneß hat ein Konto in der Schweiz. Das ist schon mal nicht verboten!
Jetzt muß erst einmal überprüft werden, ob hier überhaupt Steuern hinterzogen wurden.
Sollten hier Gelder nicht versteuert worden sein, dann wird er die jetzt nachversteuern müssen. Da er das Konto in der Schweiz selbst offenkundig gemacht hat (Selbstanzeige), wird es, wenn überhaupt, nur eine Geldstrafe geben.

 
Jetzt muß erst einmal überprüft werden, ob hier überhaupt Steuern hinterzogen wurden.
Dies wurde doch bereits von ihm selbst durch die Selbstanzeige und die Nachzahlung bestätigt.

Sollten hier Gelder nicht versteuert worden sein, dann wird er die jetzt nachversteuern müssen. Da er das Konto in der Schweiz selbst offenkundig gemacht hat (Selbstanzeige), wird es, wenn überhaupt, nur eine Geldstrafe geben.
Ganz so einfach ist das nicht. Sollte die Hinterziehung erhebliche Summen betragen, hilft die Selbstanzeige kaum und es wird zu einer Haftstrafe führen. Auch wenn ihm nachgewiesen wird dass ihm bekannt war das gegen ihn ermittelt wird, wirkt sich die Selbstanzeige nicht mindernd aus.

Ich hoffe jedenfalls, dass solche Leute voll bestraft werden. Bei einer Betriebsprüfung von Selbständigen wie mir werden alle Register gezogen um irgendwie Nachzahlungen zu erwirken. Nur damit ihr eine Hausnummer habt, für eine 3jährige Prüfung liegt die Nachzahlung bei 10k. Dabei hat man alles legal versteuert. Aber das FA hat Spielräume und kann Definitionen auslegen. Nicht das FA ist in der Beweispflicht für das Dehnen der Vorschriften sondern der Geprüfte. Solange dies so ist, habe ich kein Verständnis wenn die mit den großen Summen, die nachweislich Steuern hinterziehen, mit Geldzahlungen davon kommen.
 
Sollten hier Gelder nicht versteuert worden sein, dann wird er die jetzt nachversteuern müssen. Da er das Konto in der Schweiz selbst offenkundig gemacht hat (Selbstanzeige), wird es, wenn überhaupt, nur eine Geldstrafe geben.

Soweit mir bekannt ist bei hinterzogenen Beträgen von mehr als 1,0 Mio € zwingend eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung vorzusehen. Zumwinkel hatte damals Glück - diese Regelung wurde erst nach der Aufdeckung seines Falles eingeführt.
Ob die Selbstanzeige Hoeneß` Kopf aus dieser Schlinge nimmt bleibt abzuwarten. Sollte dies nicht der Fall sein und ihm wirklich Hinterziehung von mehreren zig Milionen € nachgewiesen werden wird er wohl einige Zeit hinter schwedischen Gardinen verschwinden. Und das wäre m.E. auch richtig so.

Ich finde den Fall auch mit Blick auf das nicht ratifizierte Steuerabkommen mit der Schweiz bemerkenswert: wäre dieses in Kraft getreten hätten derlei Zeitgenossen erstens diese Art Vermögen legalisiert und hätten zweitens einen geringeren Steuersatz zahlen müssen. Da ist dann auch zu verstehen, warum ein solches Abkommen in einigen Villen herbei gesehnt wurde.
 
So wie es gerade eben im SWR-Radio dargelegt wurde, hat er sich zu der Selbstanzeige entschlossen, weil das Steuerabkommen mit der Schweiz gescheitert ist. Umgekehrt heisst das, er hat wissentlich gepokert, dass er glimpflich davon gekommen wäre. Leider oder eher zum Glück hat sich das nicht umsetzen lassen, daher jetzt der Schritt zur Selbstanzeige. Meiner Meinung nach ist das nicht nur Vorsatz bei der Hinterziehung von Steuern gewesen, sondern auch noch immer ein Spiel mit der Justiz, dass er jetzt erstmal "verloren" hat. Aber dennoch hat er jederzeit wissentlich gehandelt. Das sollte eher das Strafmaß erhöhen als in irgendeiner Weise mildernd zu wirken. Selbstanzeige nur weil es anders nicht mehr geht, das hat nichts mit Einsicht zu tun.
 
Hinsichtlich der Summen wurde in der Berichterstattung schon kräftig zurückgerudert. In den späten gestrigen Nachrichtensendungen wurden auch schon mal 10 Mio. genannt, was sicher eher in der Reichweite eines erfolgreichen Fußballmanagers und Wurstfabrikanten liegt und auch zu der "freiwilligen" Steuernachzahlung von 5 Mio. passt. Das ändert nichts an einer grundsätzlichen Bewertung von Steuerhinterziehung. Besonders bei einem Mann, der gerne, oft und öffentlich andere auf die Einhaltung von Verhaltensnormen hingewiesen hat. Medien mit seriösem Anspruch müssen sich allerdings fragen lassen, ob die sensationelle und schnelle Schlagzeile die ungeprüfte Übernahme und Verbreitung eines jeden der Aufmerksamkeit dienlichen Gerüchts wert ist.
 
... Meiner Meinung nach ist das nicht nur Vorsatz bei der Hinterziehung von Steuern gewesen, sondern ... Aber dennoch hat er jederzeit wissentlich gehandelt. Das sollte eher das Strafmaß erhöhen als in irgendeiner Weise mildernd zu wirken. ...

Es scheint dich zu überraschen, aber fahrlässige oder unwissentliche Hinterziehung von Steuern gibt es als Tatbestand nicht. ;)
 
Nein, das überrascht mich nicht. Ich wollte damit nur den Punkt entkräftigen, der hier vorher genannt wurde und der - nicht im exakten Wortlaut - lautete: "Bei soviel Einkommen, dass er es nicht ausgeben kann, vergisst man sowas halt mal."
Insofern, stimme ich Deiner nachgelegten Präzisierung eigentlich zu! Und ich denke, es ist auch unerheblich, um welche Summen es hier im Falle Hoeneß geht. Ob das nun 10 Mio € oder 500Mio. € sind, die da liegen spielt in meinen Augen keine nennenswerte Rolle.
 
Nebenbei gesagt ist es übrigens interessant, dass dieser Fall in die Presse gekommen ist. Vermutlich wäre die Überraschung und Kritik hier im Forum und anderswo erheblich geringer, wenn allgemein bekannt wäre, wie viele prominente Personen, durchaus auch mit allgemein redlichem Leumund, bereits Gegenstand steuerstrafrechtlicher Ermittlungen waren oder gar unter dem Siegel der Verschwiegenheit die Angelegenheit per "Deal" erledigt haben.

Das alles macht die Sache nicht besser und Steuerhinterziehung schon gar nicht zum Kavaliersdelikt. Interessieren würde mich allerdings, was im Fall des Herrn Herrn Hoeneß schief gelaufen ist, dass der Fall überhaupt bekannt wurde.
 
Das da was schiefgelaufen ist kann man schon daran erkennen, dass es zur Chefsache gemacht wurde. Es kümmert sich nicht der Finanzminister Söder um den Fall sondern sein Boss, der Seehofer.
Als Eheanhängsel einer bayrischen Finanzbeamten habe ich ein bisschen Einblick in das Steuersystem im Freistaat und wenn bei den Amigos sowas öffentlich wird dann stinkts gewaltig. Meine Vermutung geht in Richtung des bayrischen Staatsfußballvereins, in dessen Auftrag der Wurstuli ein paar momentan nicht benötigte Schwarzfernsehgelder für schlechte Zeiten auf die Seite gelegt hat. Da werden sicher wieder ein paar Steuerprüfer nach Timbuktu strafversetzt werden, wenn das nicht wie gewünscht abläuft bei der Vertuschung ...
 
Grund allen Übels sind die unverschämt hohen Steuern,insbesondere wenn man sieht wofür es ausgegeben wird.Deutschland sollte seine Steuerpolitik und Stasimethoden seitens FA überdenken.Ich denke jeder vernünftige Mensch zahlt gerne für die Allgemeinheit und das Allgemeinwohl sofern es angemessen ist und sinnvoll verwaltet wird und man dafür in Ruhe gelassen wird und seinen Wohlstand geniessen kann.
 
Grund allen Übels sind die unverschämt hohen Steuern,insbesondere wenn man sieht wofür es ausgegeben wird.Deutschland sollte seine Steuerpolitik ... überdenken...

Das wäre schön, insbesondere in Verbindung mit einer das Steuerrecht maßgeblich vereinfachenden Reform. :) :-)

Dann müssten die politisch zuständigen Damen und Herren allerdings zum einen anderweitig Einsparungen erzielen - Herausforderung 1 -, zum anderen einen sinnvollen steuerlichen Reformansatz entwickeln - Herausforderung 2. Beide Herausforderungen erfordern allerdings ein Expertenwissen, das derzeit in der Politik - wenn überhaupt - erheblich zu wenig vorhanden ist.

Mein ehemaliger Kanzleikollege Friedrich Merz hatte seinerzeit übrigens einige nach Meinung vieler Experten hervorragende Reformvorschläge gestaltet. In der Politik hat die aber praktisch niemand verstanden.
 
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