Das Fazit für mich ist nach einigen Gesprächen mit Leuten die Alarmanlagen verkaufen und aus einer Infoveranstaltung der KriPo: Gute Fenster und Türen sind das A und O, weil nur so kann man einen Versuch unterbinden. Dann kommt das erschweren des Zugangs zum Haus (Zaun, Bewegungsmelder mit Licht, Gitter vor Fenstern), was auch beinhaltet Dinge die für den Einbruch genutzt werden können sicher wegzuräumen (sprich die Leiter nicht im Carport liegen zu haben oder Boxen die stapelbar sind für den Zugang zum Balkon). Dazu gleichbedeutend mit sichtbarer aktiver Alarmtechnik. Bei Alarmanlagen gibt es inzwischen für überschaubare Kosten kabellose Systeme die sich sehr gut nachrüsten lassen.
Letzte Maßnahme ist das sichere Verwahren von Wertgegenständen und wichtigen Unterlagen -> Tresor. Weil am Ende gibt es Dinge die auch eine tolle Versicherung nicht ersetzen kann.
Am Ende sollte man auch versuchen sich nicht als Ziel zu präsentieren. Wenn man durch das Fenster von der Straße aus schon sieht das am Bürotisch zwei Laptops und eine funkelnde Armbanduhr liegen, schafft man einen Anreiz.
Generell ist es ja auch für den Einbrecher eine Kosten-Nutzen-Frage, oder eher Gewinn-Risiko-Abschätzung. Für 50 Euro die sichtbar am Küchentisch liegen, würde vielleicht ein Junkie eine Scheibe einschlagen, ein Profi sieht die Dreifachverglasung und zieht weiter.
Der normale Einbruch dauert wohl keine fünf Minuten.
Kameras wurden gemischt bis skeptisch gesehen, einerseits sind sie einfach zu realisieren und günstig, anderseits verhindern sie nichts. Maximal helfen sie bei der Aufklärung oder das man zuvor schon verdächtiges Verhalten mitbekommt.
Was man aber nicht außer acht lassen sollte ist:
1. Sie lassen einen von Unterwegs einen Blick auf das Haus werfen. Das beruhigt bzw. erlaubt was zu kontrollieren. Wir hatten kürzlich eine Situation bei der meine Frau unterwegs sich plötzlich unsicher war ein Gerät ausgeschalten zu haben. Dank der PV-Anlage kann man von unterwegs den Stromverbrauch einsehen und daraus war ersichtlich das es nicht an sein kann. Durch die Qualität heutiger Kameras kann man erkennen ob vielleicht ein Fenster nicht geschlossen wurde.
2. Man kann sich damit auch Ärger mit den Nachbarn einfangen. Die vorab da anzusprechen wenn die Kamera in deren Richtung zielt, löst das aber wohl fast immer.
3. Was man nicht machen sollte sind steuerbare Kameras die auf öffentlichen Raum zielen. Selbst wenn die Funktion nicht genutzt wird, kann sich daran schnell jemand mit übermäßig ausgeprägtem Datenschutzbedürfnis daran stören. Das Problem ist das moderne Kameras oft so gut sind, das auch weiter entfernte Bereiche gut erfasst werden. Und mit einer Kamera an der Garage kann ich halt ein 1a Bewegungsprofil aller erstellen die da vorbei müssen.
Wir haben Reolink Kameras im Einsatz. Bislang einfach mit einer Industrial Speicherkarte drin, damit die nicht so schnell stirbt (die viele Schreibzyklen killen diese sonst schnell) - einfach weil wir bislang nur zwei Kameras haben. Preis-Leistung ist bei Reolink einfach toll, auch die Software ist gut bedienbar. Fragwürdig ist der Aspekt ob sie nach China telefonieren, aber das muss man selbst wissen (gerade mal nachgeschaut, die Kamera in der Garage hat in den letzten 7 Tagen 10,2MB an Daten hochgeladen, sprich das Kamerabild wird hier sicher nicht dauerhaft übermittelt). Wenn man einen Netzwerkspeicher (egal ob NVR oder am NAS) einsetzt, könnte man die Kameras in einen separaten, offline Netzbereich packen und sich den Zugriff auf das Bildmaterial über den Netzwerkspeicher einrichten. Dann sieht man vielleicht keinechtes Livebild, aber die Verzögerung dürfte normal egal sein.
Da fällt mir gerade die Mutter einer Exfreundin ein, die vor der Abfahrt zum Urlaub immer so 500 Euro Bargeld auf den Esstisch gelegt hat mit einen Schreiben an potenzielle Einbrecher. Da stand dann drauf: Nehmen sie das und gehen sie wieder, der Rest ist eh sicher verwart und es gibt nichts zu holen. Die Idee war dann zumindest kein verwüstetes Haus zu haben.
Ich habe mich dann immer gefragt ob man damit nicht viel mehr eine Einladung ausspricht, weil man sogar aktiv sagt das man nicht zeitnah kommt. Und nur weil man vielleicht meint das alles sicher verwahrt ist, wenn man weiß das man Zeit hat baut man halt auch entspannt die Stereoanlage ab (oder sonst irgendwas was kein typisches Diebesgut mehr ist).