In der Tat waren deine Beiträge die letzten, die dann dazu geführt haben, dass ich mich äußere, insofern bist du vielleicht etwas über Gebühr angesprochen worden. Abgesehen davon halte ich deine Ausführungen eher nicht für Stammtischparolen, aber dafür als, wie sag ich´s höflich, also höflich geht nicht, sorry, schwachsinnig. Es übersteigt nicht mein Vorstellungsvermögen, dass du mit 45 ausgesorgt hast, wie man so schön sagt. Das ist dir sicher zu gönnen. Was mein Vorstellungsvermögen tatsächlich übersteigt, ist der Umstand, dass du dazu in Deutschland als, wie wir alle lesen können, äußerst systemkritischer Mensch in der Lage bist und dir eine Partnerschaft mit einem System wünschst, das genau das nicht bietet: Persönliches Wohlergehen bei ausgeprägter Systemkritik. Wahrscheinlich ist Chodorkowsky auch eine Erfindung westlicher Medien und seine Filmaufnahmen wurden von der Augsburger Puppenkiste produziert, aber jenseits aller Fehler dieses Menschen, ist es für mich ein Beleg dafür, dass es in Russland nur dann persönliches Wohlergehen gibt, wenn man sich dem System unterwirft, ähnliches sehe ich in China als gegeben an.
Insofern danke ich Frau Merkel auf den Knien dafür, bei allem, was man ihr zum Beispiel bei dem Umgang mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften vorwerfen kann, um nur ein Beispiel zu nennen, das demonstrieren soll, dass ich ihr beileibe nicht völlig kritiklos gegenüberstehe, dass sie das Rückgrat hat, solchen weltpolitischen Schwergewichten wie Putin, aber auch ab und an Obama ein "Nein" zu liefern.
Dass alle Medien tendenziös sind, liegt in der Natur der Sache. Das gilt aber auch für "youtube". So, wie es für den deutschen "Naturalismus" gilt, der als literarische Epoche möglichst dokumentarisch aufgetreten ist, gerade um Einfluss auszuüben. Wer von einer "unvoreingenommenen Berichterstattung" träumt, der hat das Wort Bericht letztlich nicht verstanden, weil es automatisch abhängig vom Berichtenden ist. Und mir sind unsere von dir geschmähten GEZ-Berichterstatter durchaus vertrauenswürdig, weil ich weiß, woher sie ihr Geld bekommen (und Geld bekommen sie alle). Ich fürchte, bei vielen Dingen bleibt einem nichts anderes übrig, als sich breit zu informieren und dann selbst ein Urteil zu fällen. Dir beispielsweise bereiten unsere Goldreserven schlaflose Nächte, mir eher die Annektion der Krim, die einen in Deutschland seit dem Dritten Reich überholten Heimatbegriff zugrunde legt, nämlich den der Rasse (es gibt halt mehr Russen als Ukrainer dort). Damit will ich nicht sagen, dass unsere Goldreserven nicht in den USA liegen, ich bestreite nur die weltpolitische Relevanz dieses Umstands, das erinnert mich an Verschwörungstheorien.
Um zu den Stammtischparolen zurückzukommen. Hier kommen mir zu viele mit ihren Erfahrungen aus dem - ich nenne es mal so - Mikrokosmos und verallgemeinern das dann zu universalen Wahrheiten, die einfach absurd sind: "Es gibt hier Stadtteile, die sehen aus wie Anatolien (wer war schon mal da, in Anatolien, ich jedenfalls nicht), das kann nicht sein." "Wenn die hier sein wollen, dann sollen sie sich integrieren", wobei mir bis auf einen, den ich per PN gefragt habe, und der mir eine, wie ich finde, gute Antwort gegeben hat, keiner sagen konnte, was denn Integration überhaupt sein soll. Wir haben in Dortmund ein wirkliches Problem mit Bulgaren und Rumänen. In NRW, wenn ich das richtig im Kopf habe, gibt es drei bis vier Städte, die bei diesen beiden EU- Einwanderern die "A-Karte" gezogen haben: Dortmund, Duisburg, Oberhausen und Essen. Die kriegen sozusagen diejenigen, die nicht arbeiten wollen, sondern die Stadt erhebliches Geld kosten. Insgesamt scheint es aber NRW - weit so zu sein, dass alle eingewanderten Bürger dieser Länder dem Bundesland erheblich mehr an Steuereinnahmen bringen, als Kosten. Die Umverteilung mag ungerecht sein, aber es ist halt auch ein neues Problem, das muss halt angegangen werden. Und das meine ich mit Mikrokosmos: Es ist für unsere Stadt derzeit ein Problem. Aber einfach sagen: "Weg mit denen, die stören nur," ist ungerecht, trifft das Problem nicht und löst es insofern niemals.