Überwachung per "Blackbox" in privaten PKW?

Ich bin uneingeschränkt dafür!

Am besten kann die BB gleich noch viel mehr, dann sind wir rundherum "abgesichert", tragen selbst kaum noch Verantwortung und können alle diese lästigen Probleme dem Staat und der Gesellschaft vor die Haustür kippen! Einige gute Ideen habe ich gerade schon gelesen. Hier gleich mal noch ein paar weitere Vorschläge für den zukunftsweisenden Ausbau der BB-Funktionalität:

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Ein GPS-Empfänger muss unbedingt mit hinein, dann kann man auch gleich die PKW-Maut integrieren. Man bedenke, welche Vorteile das gibt: Der, der weniger befahrene Straßen benutzt, zahlt auch weniger. Auch diejenigen, die des Nachts zum Arbeitsplatz müssen, haben nur - sagen wir - die Hälfte der Kosten. Das entspannt den Straßenverkehr, kostet weniger Geld und spart Nerven! Aber die vielen Menschen, die zu Stauzeiten die toll ausgebauten Straßen benutzen, die können prima zur Kasse gebeten werden. Dass sie zur Arbeit fahren und damit letztendlich den Wohlstand dieses Landes produzieren, ist dabei nicht so wichtig. Das Geld könnte dann gewinnbringend genutzt werden, zur Erhöhung des ESM zum Beispiel. Oder zur Unterstützung notleidender Investmentbanken. "Produktivität" und "Produkte und Dienstleistungen herstellen" wird eh überbewertet, das sieht man ja in Europa derzeit recht gut. Mit "Wetten" und "Wetten auf Wetten" kann man viel schneller Geld verdienen!

2
Die zweite Entwicklungsstufe ist dann der integrierte GPS- oder GSM/LTE-Sender, denn wozu bitte erst die Daten im Fahrzeug sammeln? Nein, die kann man doch gleich kostensparend direkt an die zuständigen Behörden übermitteln. Das spart viel Geld! Zum Beispiel bekommen wir dann keine umständlichen Knöllchen mehr. Das Geld wird gleich vom Mobilfunk- oder Girokonto abgebucht. "Street Budget Management" oder so nennt man das dann. Die Daten gehen auch immer direkt an Google. Dann können die Kinder schön sehen, wo Papa gerade ist und wann er daheim ankommt. Außerdem ist das viel genauer als die Bewegungsprofilanalysen per GSM.

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Video-Kameras an allen 4 Seiten des Autos! Daraus ermittelt der Bordrechner den "Birdview" für das jeweilige Fahrzeug. (Anmerkung des Verfassers: Das gibt es schon! Ich habe vor kurzem bei BMW im FIZ einen Prototypen gesehen!) Wenn dann zusätzlich noch alle Fahrzeuge intelligent miteinander vernetzt sind, hat die Polizei gleich ein Unfallhergangsvideo am Unfallort! Ist doch genial, oder? Etwas länger nachdenken muss man dann noch darüber, wie das in Dunkelheit gelöst wird. Aber mit einer Mischung aus Radar und Infrarot kann man auch das in den Griff bekommen.

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Als nächstes kommen dann jede Menge Kameras für den Fahrzeuginnenraum, dann sieht man auch gleich, ob der Fahrer telefoniert hat! Oder ob der Busfahrer gerade eine DVD gewechselt hat, bevor der Unfall passierte. Aber vielleicht führt das ja auch zu weit, weil Alkoholtrinken, Rauchen, Küssen und ich-weiß-nicht-was-noch-alles ist ja schließlich erlaubt während der Fahrt. Und so lange uns der Staat nicht sagt "Das ist aber gefährlich!", so lange brauchen wir Bürger uns keine Gedanken zu machen. Alles wird leichter, easy going, selbst nachdenken ist nicht mehr so wichtig und irgendwann nicht mehr notwendig.

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Fingerprintsensoren kommen ja eh bald an die Türen, damit nur der Eigentümer das Fahrzeug öffnen kann und Diebstahl unmöglich wird. Spätestens dann können diese Daten - ebenfalls online über das mobile Internet - direkt an das BKA/LKA übermittelt werden. So wird Autodiebstahl komplett verhindert. Und falls doch mal ein Langfinger ein Auto mitnimmt, kann er gleich identifiziert und anhand des Bewegungsprofils auch ausfindig gemacht und verhaftet werden.

6
Mit dem Einbau all’ dieser technischen Finessen wird sukzessive die persönliche Verantwortung quasi "ausgebaut". Das hat enorme Vorteile! Insbesondere gibt es dann immer einen, dem man sagen kann: "Du bist schuld!" Damit hat dann "Freiheit" eine ganz neue Bedeutung...

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Die 10 Gebote, den kategorischen Imperativ oder was auch immer man gerade als ethisch-moralische Instanz bevorzugt, können wir dann getrost vergessen, weil andere "Gesetze des Miteinanders" gelten. Wie wäre es zum Beispiel mit: Wir verantworten nicht unser Handeln, sondern die anderen sind schuld. Oder dieser hier: Wir denken nicht, wir googlen.

Ihr seht - alles nur zu unserem Besten! Schöne neue Welt.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich meine, wir brauchen keine intelligenten Autos - wir brauchen intelligente Menschen mit Verantwortungsgefühl!

Viele Grüße, Herbert
 
also ein GPS - Empfänger ist seit 2003 sowieso Bestandteil eines BBs für Landfahrzeuge ...

ein GPS-Sender wäre der Satellit .... Du wiillst nicht wirklich so einen schweren Klopps am Auto haben ;):d
 
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Video-Kameras an allen 4 Seiten des Autos! Daraus ermittelt der Bordrechner den "Birdview" für das jeweilige Fahrzeug. (Anmerkung des Verfassers: Das gibt es schon! Ich habe vor kurzem bei BMW im FIZ einen Prototypen gesehen!) Wenn dann zusätzlich noch alle Fahrzeuge intelligent miteinander vernetzt sind, hat die Polizei gleich ein Unfallhergangsvideo am Unfallort! Ist doch genial, oder? Etwas länger nachdenken muss man dann noch darüber, wie das in Dunkelheit gelöst wird. Aber mit einer Mischung aus Radar und Infrarot kann man auch das in den Griff bekommen.

zumindest braucht ihr dann auf eueren Touren nicht mehr selbst fotografieren und könnt euch die Bilder -natürlich gegen eine geringe Gebühr- vom BKA-Rechner selbst downloaden :)
 
zumindest braucht ihr dann auf eueren Touren nicht mehr selbst fotografieren und könnt euch die Bilder -natürlich gegen eine geringe Gebühr- vom BKA-Rechner selbst downloaden :)
... ja guck mal an!!! :d Sehr gute Idee, daran habe ich noch gar nicht gedacht!!!! :t Dieses Forum ist einfach unersätzlich!!! :+ :b

Grüße, Herbert
 
Hallo,
oh ha, also ganz so schwarz wie Herbert würde ich das nicht sehen.
Aber bei der Sache mit den intelligenten Menschen gebe ich ihm absolut recht.
Ich frage mich eh immer warum Wissenschaftler auf der suche nach intelligenten leben im All suchen, es ist doch schon schwer genug welches auf der Erde zu finden :-)
Oder hoffen die das die suche dort einfacher ist :-)
 
Eine BB kann ein durchaus nützliches Instrument sein und so soll sie auch dem Volk "verkauft" werden. Wie Brummm schon mehrfach versucht hat zu verdeutlichen liefert man damit im Falle eines Unfalles unfreiwillig Daten die über Schuld oder Nichtschuld entscheiden können.

Problematisch ist aber, dass diese Daten ohne die Zustimmung des Fahrers erhoben werden und das macht den kleinen aber feinen Unterschied im Persönlichkeitsrecht. Nicht daran zu denken, wenn diese Daten anderweitig ausgewertet würden, wie schon andiskutiert beispielsweise bei Geschwindigkeitsübertretungen und der gleichen.

Wer Daten von sich preisgibt wie beispielsweise in Facebook, bei Twitter oder in Foren tut dies aus freien Stücken. Er muss sich auch bewusst sein, dass das Internet nicht vergisst. Diese Daten können dann auch weiterverwendet werden. Wenn jemand Daten über mich erhebt und diese dann weitergibt ohne meine Zustimmung, dann habe ich sehr wohl etwas dagegen. Deshalb sehe ich auch Streetview als problematisch an oder wenn Schulen Daten von Kindern im Internet veröffentlichen.

Bei Strassenverkehrsdelikten oder auch bei sonstigen Straftaten hat jeder zumindest auch ein Zeugnisverweigerungsrecht. Davon machen ja auch viele bei Geschwindigkeitsübertretungen Gebrauch. Mit der BB wird das aber genommen, sobald diese zwangsausgelesen wird. Dabei ist es auch vollkommen unerheblich, wie lange der aufgezeichnete Zeitraum ist und was aufgezeichnet wird. Ist dies freiwillig und man gibt dazu seine Zustimmung ist das wieder eine andere Geschichte.

Meine persönliche Meinung ist ein klares Nein zur zwangseingeführten BB und da hilft es auch nicht zu sagen, wir wären ja schon gläsern genug, da kommt es auf das bisschen auch nicht mehr an.

Roland

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Im Übrigen birgt die Datenerfassung m. E. ebenso Potential wie Missbrauchsrisiko. Die Auswertung kann bei der Rekonstruktion der Unfallhergangs sicherlich helfen. Sie kann ggf. aber auch ein falsches Bild vermitteln.

Bin ganz dieser Meinung.
Möchte mit meinem Vergleich hier kein "Unterthema" eröffnen, aber Millionen hocken vor der Glotze und schauen sich die 11. Wiederholung aus dem 7. Kamerawinkel an, und am Ende ist es noch immer nicht sicher, ob die Kugel hinter der Linie war...
Manches ist eben nicht mit Sicherheit zu sagen.

Ich habe in meinem QP eine GPS-Ortung mit Notfallknopf. Freiwillig.
Bin auf alle Fälle gegen eine gesetzliche Verpflichtung zur Blackbox.
 
Per Mobiltelefon ist es aber nicht möglich, weil gesetzlich eben nicht erlaubt (und aufgrund der strengen TK-Vorschriften auch kaum per Gesetzesänderung denkbar). Hinsichtlich der Blackbox reden wir aber gerade über ein System, das gesetzlich etabliert werden soll und dessen diesbezügliche Verwendung dann womöglich naheliegt.

An eine Lösung per Mobiltelefon glaube ich aus o.a. Gründen nicht. Und ausserdem ist dieses nicht fix mit dem Fahrzeug verbunden. Das wäre schon wichtig, weil sonst kriegst Du ein Ticket oder wird Dir der Führerschein abgenommen, weil Du mit dem ICE im Ortsgebiet mehr als 50 km/h unterwegs warst.
Nicht auszudenken, wenn Du das Telefon im Flieger nicht ausgeschaltet hast. Droht dann Gefängnis wegen unverschämter Geschwindigkeitsüberschreitung? :(
 
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