Welchen ökologischen Sinn macht die Wärmewende aktuell?

Na wenn du perspektivisch ohnehin ne Komplettumstellung planst, dann mach das mit den Heizkörpern auch zusammen in einem Aufwasch. Für die Einzelmaßnahmen (auch Heizkörpertausch) bekommst du als Einzelmaßnahme 15% bzw. 20 mit Modernisierungsfahrplan. Bei der großen Umstellung sind bis 70% Förderung drin.

Aber auch was das kostet ist situativ, von einfach hinstellen und anschließen bis aufwendiger Umbau. Ne Wärmepumpe einbauen und ans bestehende Heizsystem anschließen kann auch nur einen Tag dauern und deutlich günstiger sein als der komplette Tausch deines Wärmeverteilsystems. Gibt ja auch div. Anbieter die genau damit werben (und ja bevor das kommt natürlich gibt es gerade da auch schwarz Schafe).

Aber grundsätzlich bin ich schon deiner Meinung gute Leistung darf was kosten aber ein Fachbetrieb muss sein Angebot schon auch erklären und rechtfertigen können, insofern hake da ruhig nach oder mach ein Gegenangebot.
Der Plan war und hier mag ich mit meinem wenigen Wissen falsch liegen, durch den Ersatz der alten Heizkörper durch neuere, effizientere zu testen, weit ich die Vorlauftemperatur der Ölheizung weiter runter bekomme. Um sicherer zu sein, dass mein 50 Jahre altes Haus mit einer WP halbwegs effizient funktionieren wird. Daher der Split. Bin den alten Radiatoren bin ich aktuell auf 50 Grad.
 
Mein Vorschlag ist, zunächst einen Energieberater hinzuzuziehen, der Deinen Bedarf ermittelt. Meine Häuser laufen alle mit Wärmepumpen in unterschiedlicher Ausführung (Flächenkollektoren, Kombination mit Gas, Luft-Wärme-Pumpen). Allgemeingültige Aussagen gibt es da nicht, man muss nachmessen.
Ein Freund von mir rüstet gerade ein Reihenhaus von Gas plus Radiatoren auf WP um. Das Besondere ist dabei, dass es sich um eine Einrohrheizung handelt wie bei vielen ältern Häusern (seines ist auch ca. 50 Jahre alt). Er kombiniert das noch mit PV. Wichtig ist dabei, zunächst ein Gesamtkonzept zu haben, bevor man umbaut. Jetzt nur die Heizkörper zu tauschen und später auf WP zu gehen halte ich nicht für eine gute Vorgehensweise. Bei älteren Häusern kann es gut vorkommen, dass nachträglich die Heizkörper verändert werden müssen, z.B. auf größere oder durch separate Zuleitung. Auch die Elektroplanung ist wichtig, vor allem wenn PV im Spiel ist.
Derzeit gibt es noch gute Subventionen, wenn man alles auf einmal macht (Heizung ist alt genug, vollständiger Umstieg von Gas, Betrieb mit Propan wenn möglich, PV und anderes). Die Bedingungen ändern sich aber immer wieder, und wie lange die Töpfe noch offen bleiben, ist derzeit recht unsicher. Der Rat von Leuten, die sich damit auskennen - nicht der Heizungsbauer ;-) - ist, die Gelegenheit zu nutzen, solange es sie noch gibt.
 
Ja ich kann nur wie Dieter dazu raten die hohen Förderquoten mitzunehmen solang es diese noch gibt.

Vom Prinzip her wäre es natürlich sinnvoll erst Problemstellen identifizieren, Dämmen, Energieverbrauch runter, Verteilsystem optimierten und dann eine möglichst kleine Wärmepumpe zu wählen um dann das Optimum herauszuholen.
Aber so kritisch ist das auch nicht mehr Wärmepumpen können heute effizienter Temperaturen über 40°C erzeugen als noch vor ein paar Jahren. Und die wirtschaftlichen Rahmenbedingugen sind auch besser geworden durch gute Konditionen auf den Strom durch §14a EnWG und/oder div. Tarife. Meine läuft bspw mit Haushaltsstrom, das macht aus heutiger Sicht eigentlich so keinen Sinn mehr obwohl ich letztes Jahr nur 40% des Wärmepumpenstroms zukaufen musste. Bin aber ganz ehrlich gerade zu faul die Umstellung durchzuführen, da ich auch so höchst zufrieden mit den laufenden Kosten bin. 😅
Abgekürzt, dein Gedanke ist zunächst völlig richtig, aber mit guter Umsetzung und unter Einbezug eines fähigen Energieberaters wird da seitens der Effizienz und der gegeben Rahmenbedingugen fast sicher auch ein Schuh draus. Und was die Heizkörper angeht gilt die simple einfache Regel, "bigger is better".

Was ist eigentlich eure Rückfallstrategie? Sagen wir mal im Winter sind 72 Stunden Stromausfall, wasacht ihr dann in Sachen Heizung? Habt ihr jeweils Nen Kachelofen oder könnt ihr einen Photovoltaik Speicher autark betreiben?

Jetzt kann man sagen "das passiert doch nicht" oder man erinnert sich an den Schwarzwald vor Jahren wo aufgrund des Wetters genau das passiert ist.

Ich persönlich habe da einfach gerne meine Energiequelle im Haus und kann dann zumindest ein paar Tage überbrücken ohne Angst haben zu müssen dass Leitungen einfrieren oder das Haus auskühlt.

Achso, ja mir ist klar dass eine Pellets Heizung Strom braucht, den kann man aber recht günstig zur Verfügung stellen, da genügt ein 1.5 kW Aggregat.
Ich will überhaupt nicht bestreiten das es teuer ist unser Stromnetz zu unterhalten und zu regeln. Aber das es funktioniert wird statistisch sofort deutlich, so lag die Ausfallzeit 2024 im deutschen Netz bei knapp 12min, in dem uns betreffenden Niederspannungsnetz sogar nur bei 2,4min im Jahr. Leider beginnt die offizielle deutsche Erfassung des sog. SAIDI (System Average Interruption Duaration Index) erst bei 2006, da waren es noch 21Min. Auch im Weltweiten Ranking belegt Deutschland einen Spitzenplatz, Schlusslichter in Europa sind Polen, Italien, Norwegen und Griechenland mit durchschnittlich ~70-100h/a. USA und China nochmal viel viel höher.
Kurzum höhere Mächte, klar das ist ein Risiko mit dem ich leben kann und werde. Meine Großeltern hatten das auch geschafft und da war das Netz viel schlechter, hatten die eine Rückfallstrategie, ne. Die hatten nur ne Ölheizung im Nachkriegsneubau, und sehr modern nichmal mehr nen Holzofen in der Küche. Und natürlich auch kein Notstomaggregat. Aber ja ich hab noch einen Kaminofen, den ich seit dem viel seltener verwende. Weil gerade in der Übergangszeit wenn die Wärmepumpe nur mit PV läuft kostet mich tatsächlich jede kWh aus einem Scheitel Holz mehr Arbeit und Geld.

PS: Ich habe mal eine Woche in einem Haus mit defekter Gasheizung gewohnt, nur mit dem Kachelofen einen Raum einigermaßen heizen können, schlafen mit zwei Decken. Duschen beim Sport. Ging.
 
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Was ist eigentlich eure Rückfallstrategie? Sagen wir mal im Winter sind 72 Stunden Stromausfall, wasacht ihr dann in Sachen Heizung? Habt ihr jeweils Nen Kachelofen oder könnt ihr einen Photovoltaik Speicher autark betreiben?

Jetzt kann man sagen "das passiert doch nicht" oder man erinnert sich an den Schwarzwald vor Jahren wo aufgrund des Wetters genau das passiert ist.

Ich persönlich habe da einfach gerne meine Energiequelle im Haus und kann dann zumindest ein paar Tage überbrücken ohne Angst haben zu müssen dass Leitungen einfrieren oder das Haus auskühlt.

Achso, ja mir ist klar dass eine Pellets Heizung Strom braucht, den kann man aber recht günstig zur Verfügung stellen, da genügt ein 1.5 kW Aggregat.
Passiert doch nicht, ist halt trotzdem sehr selten und begrenzt. Wie sehr man sich für den Fall wapnen sollte, muss jeder selbst wissen.

Die PV-Anlage liefert halt erstmal nur Strom wenn auch Netzspannung vorhanden ist. Es gibt extra Anlagen die können auch ohne produzieren, aber das muss man wollen. Und im Winter kommt zwar schon auch Strom vom Dach, aber autark sind selbst wir mit einer großen Anlage nicht. Das ist aber auch nie unser Ziel gewesen.

Perspektivisch kommt ein Kamin noch ins Haus. Aber nachdem der Rest der Baustelle den Kostenrahmen schon gesprengt hatte, wurde der zurückgestellt.
Aber bei dem geht es auch eher ums Wohlempfinden, nicht um Redundanz. Es ist auch kein Anschluss an die Heizung vorgesehen. Zum gesichert tagelangen Heizen haben wir auch nicht den Stauraum für Holz. Mehr als 1x1m mit augeschlichteten Scheiten, wird es kaum werden. Wobei wir noch eine Notfallquelle hätten an der man sich Nachschub holen könnte.


Um eine Heizung beim Stromausfall zu betreiben musst man auch die Anschlüsse für den Strom entsprechend vorsehen (nicht nur die Heizung, sondern auch für die Zusatzgeräte wie Pumpen), sonst bringt das nichts. Und dann auch wirklich durchdenken ob es andere schwache Glieder in der Notfallkette gibt (Klassiker: nicht genug Brennstoff gebunkert), das man es regelmäßig testet und auch nicht nur eine Person weiß was zu tun ist.
Hier in der Arbeit hatten wir gestern den tollen Fall das wir zwar eine richtige Schneefräse für die 30cm Neuschnee besitzen, aber die Haustechnik keinen Treibstoff bevorratet hatte... Das lies sich mit einer Fahrt zur Tankstelle beheben, aber das ist trotzdem ein gutes Beispiel, wie Pläne und Realität teils auseinanderlaufen.
 
Passiert doch nicht, ist halt trotzdem sehr selten und begrenzt. Wie sehr man sich für den Fall wapnen sollte, muss jeder selbst wissen.
Es gibt die Möglichkeit einer Pufferbatterie oder ein Notstromaggregat mit all den Problemzonen, die Du schon erwähnt hast.
Ansonsten geht nur etwas, was keinen Strom braucht: Kamin, Öl- oder Kohleheizung (wobei auch da eine Pumpe laufen muss.

Wir haben einen Kamin in unserem eigenen Haus, nutzen ihn aber sehr selten.
 
Für mich ist am allerwichtigsten ein Kamin im Haus, wir nutzen ihn zwar auch selten, aber wenn, dann beheizt er fast das ganze Haus.
Im Zuge der Modernisierung der Heizungsanlage habe ich die Zuleitung aller wichtigen Stromabnehmer zentral gelegt, so dass ich mit einem Notstromaggregat über die Runden kommen würde, sofern es denn funktioniert.:(
Ach ja, die WP schlägt sich wacker.

IMG_7319.jpeg
 
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