Überwachung per "Blackbox" in privaten PKW?

Brummm

... nur zufällig hier
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16 August 2004
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Dieses Thema könnte hier einigen "Anklang" finden:

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/...to-koennte-serienmaessig-kommen-a-852223.html

http://www.focus.de/auto/ratgeber/s...-blackbox-im-auto-aufzeichnet_aid_807456.html

http://www.handelsblatt.com/auto/na...mmt-die-blackbox-fuer-privat-pkw/7059344.html

Kurz gesagt geht es um Bestrebungen, den Autohaltern den Einbau einer "Blackbox" vorzuschreiben, mit welcher - ähnlich wie in Flugzeugen und Schiffen - Bewegungs- und Funktionsdaten des Fahrzeugs erhoben und gespeichert werden. Die Erhebung und Speicherung soll für einen kurzen Zeitraum erfolgen, danach werden die Daten wieder gelöscht. Bei einem Unfall sollen die aktuell vorhandenen Daten u. A. der Sachverhaltsermittlung dienen.

Spontan geht mein Empfinden dahin, dass es mich erheblich stört, wenn mir eine Datenerhebung vorgeschrieben wird, die im ungünstigsten Fall zu meiner Belastung verwendet werden könnte. Betrachtet man das Thema mit der "Datenschutzbrille", so stellt man fest, dass hier per Gesetz eine Erhebung und Verwendung von personenbezogenen Daten vorgeschrieben werden soll, die m. E. erheblich von den EU-weit etablierten Grundgedanken des Datenschutzes (z. B. Gebot der Datensparsamkeit, Datenerhebung nur wenn zwingend erforderlich oder wenn die betroffene Person einwilligt) abweicht.

Hierzulande wird das Thema natürlich so verpackt, dass es zunächst nur um Flotten- und Mietfahrzeuge gehen soll. Auf EU-Ebene gehen die Bestrebungen allerdings m. E. sehr deutlich dahin, dass sämtliche - auch private - PKW erfasst werden sollen.

Womöglich findet eine solche Blackbox aber auch Zustimmung unter den Autofahrern?
 
Das wird lustig, wenn die Versicherung irgendeinen Standardmotorschaden nicht zahlen will, weil sie dank Blackbox sehen kann, dass man 2 Jahre davor waehrend 4.2 Sekunden ueber der vorgeschriebenen Einfahrdrehzahl oder sowas war. Juhui :)
 
Das wird lustig, wenn die Versicherung irgendeinen Standardmotorschaden nicht zahlen will, weil sie dank Blackbox sehen kann, dass man 2 Jahre davor waehrend 4.2 Sekunden ueber der vorgeschriebenen Einfahrdrehzahl oder sowas war. Juhui :)
Das geht heute schon.... und hat mit dieser BB nix zu tun.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine BB, warum auch? Die Daten werden nur kurz gespeichert, und helfen bei der Unfallaufklärung. Streitigkeiten mit einem Unfallgegner werden weniger, Versicherungsbeiträge könnten sinken. Rennstreckenunfälle im Touristenverkehr dürften jedoch nur noch schwer bei der Versicherung einzufordern sein.
 
Hab ich auch schon gelesen.:(
Ein Grund mehr die Youngtimerschiene zu fahren,da ich kaum glaube,dass das Gerät nachgerüstet wird sondern irgendwann einfach Pflicht bei Neuwagen wird.
 
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Spontan geht mein Empfinden dahin, dass es mich erheblich stört, wenn mir eine Datenerhebung vorgeschrieben wird, die im ungünstigsten Fall zu meiner Belastung verwendet werden könnte. Betrachtet man das Thema mit der "Datenschutzbrille", so stellt man fest, dass hier per Gesetz eine Erhebung und Verwendung von personenbezogenen Daten vorgeschrieben werden soll, die m. E. erheblich von den EU-weit etablierten Grundgedanken des Datenschutzes (z. B. Gebot der Datensparsamkeit, Datenerhebung nur wenn zwingend erforderlich oder wenn die betroffene Person einwilligt) abweicht.
Zustimmung, aber was den EU-weiten Datenschutz anbetrifft, bin ich überhaupt nicht deiner Meinung (Passagierdaten, Kontobewegungen,....).
Hierzulande wird das Thema natürlich so verpackt, dass es zunächst nur um Flotten- und Mietfahrzeuge gehen soll. Auf EU-Ebene gehen die Bestrebungen allerdings m. E. sehr deutlich dahin, dass sämtliche - auch private - PKW erfasst werden sollen.

Womöglich findet eine solche Blackbox aber auch Zustimmung unter den Autofahrern?

Natürlich wird dieses Thema in Deutschland reichlich Zuspruch finden, es gibt hier ja genügend Leute denen die Freiheit des Individuums ein Dorn im Auge ist, bzw. denen Wunsch nach einem weniger an Überwachung unverständlich ist.

Der Mehrheit der Bevölkerung ist leider nicht klar, daß Daten die einmal erhoben worden sind, nahezu beliebig mißbraucht und ausgewertet werden können.
Zudem geht mein Vertrauen zu unserem Staat nicht so weit, daß ich ihm meine persönlichen Daten freiwillig anvertrauen würde.

Dieses gesunde Mißtrauen sehe ich auch immer wieder gerechtfertigt... :#


Gruß,

Björn
 
Das wird lustig, wenn die Versicherung irgendeinen Standardmotorschaden nicht zahlen will, weil sie dank Blackbox sehen kann, dass man 2 Jahre davor waehrend 4.2 Sekunden ueber der vorgeschriebenen Einfahrdrehzahl oder sowas war. Juhui :)

Das kann sie ja nicht sehen, weil die Daten nur für einen kurzen Zeitraum gespeichert werden sollen. Nach aktueller Diskussion soll dieser Zeitraum bei unter einer Minute liegen. Natürlich fragt es sich, ob das nicht über die Jahre hinweg womöglich ausgeweitet wird.
 
Hab ich auch schon gelesen.:(
Ein Grund mehr die Youngtimerschiene zu fahren,da ich kaum glaube,dass das Gerät nachgerüstet wird sondern irgendwann einfach Pflicht bei Neuwagen wird.

Doch, jeder Fahrzeughalter soll zum Einbau der Box auf eigene Kosten verpflichtet werden.

Womöglich mag es (sehr) alte Fahrzeuge geben, bei denen die Nachrüstung nicht möglich oder unzumutbar teuer ist.
 
leute, leute... ich glaube nicht das die daten permanennt übermittelt werden dürfen/sollen.

Wenn im Falle eines Unfalles die BB ausgelesen wird (von der Polizei) na und? Die nehmen doch sowieso alle Daten auf.
 
Wer hier im Forum schreibt und sich im gleichen Zug über ein BB und Datenschutz aufregt - da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
 
leute, leute... ich glaube nicht das die daten permanennt übermittelt werden dürfen/sollen.

Wenn im Falle eines Unfalles die BB ausgelesen wird (von der Polizei) na und? Die nehmen doch sowieso alle Daten auf.

Richtig, das ist ein wichtiger Punkt. Daher nochmal: Es geht - jedenfalls derzeit - um eine Datenspeicherung von wenigen Sekunden.

Ferner wird es in technischer Hinsicht vermutlich so sein, dass die Blackbox den Datenbestand nur bei einem Unfall von gewisser "Schwere" einfriert.
 
Wer hier im Forum schreibt und sich im gleichen Zug über ein BB und Datenschutz aufregt - da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, Bernhard, ob man öffentlich diskutiert und dabei gewisse eigene Meinungen und/oder Informationen freiwillig öffentlich macht, oder ob man sich Gedanken über die Einhaltung oder Gestaltung der Datenschutzgesetze macht.

Ein ganz wichtiger Punkt ist nämlich: Das Öffentlichmachen eigener Informationen bedeutet noch lange keinen Verzicht auf den Schutz des Datenschutzrechts. :s

Ich möchte die Diskussion allerdings gerne bei dem aktuellen Thema belassen und nicht zu einer grundsätzlichen Debatte über das Verständnis des Einzelnen über den Datenschutz machen.
 
Wer hier im Forum schreibt und sich im gleichen Zug über ein BB und Datenschutz aufregt - da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Das ist flacsh....
Es jeden frei sich hier mit einer "Anonymen" Emailadresse zu registrieren und auf zroadster via TOR zuzugreifen (weiter gehende Maßnamen wie z.B. die Nutzung eines VPN Gateways in einem sicheren Drittland wären vermutlich übertrieben).

Falls man sowas unterlässt, ist es die eigene Entscheidung. Genau dies ist aber bei staatlichen Zwangsmaßnahmen "nicht" der Fall.

Gruß,

Björn

Edith: Jan war schneller....
 
Es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, Bernhard, ob man öffentlich diskutiert und dabei gewisse Meinungen und/oder Informationen des Einzelnen freiwillig öffentlich macht, oder ob man sich Gedanken über die Einhaltung und/oder Gestaltung der Datenschutzgesetze macht.
Ich denke, es ging Bernhard darum, dass viele Leute in solchen Foren unterwegs sind und vieles über sich verraten - oft unwissentlich - sich dann aber darüber aufregen, dass andere Institutionen (Unternehmen oder Staat) offiziell Infos von diesen Leuten abgreifen wollen. Hier stimme ich ihm im Grundsatz zu, dass dieses "Gehabe" ab und zu etwas lächerlich ist.

Zu Deinem Post grundsätzlich, Jan: technisch wird das alles recht interessant und auch der entsprechende Markt dazu (Soft- und Hardware) wäre interessant zu beobachten. Leider fürchte ich, dass die Hoffnung auf sinkende Versicherungsbeiträge unerfüllt bleiben wird - sei es durch das "Argument", dass der Verwaltungsaufwand erhöht würde. In solchen Fällen neigen Versicherungskonzerne schon zu reichlich Fantasie ;)
Zudem stellt sich natürlich immer die Frage, ob mit einem solchen Vorstoß nicht Tür und Tor für spätere Aufweichungen geöffnet werden - oder gar für Missbrauch. Wo Daten gespeichert werden, ist schwer zu überwachen, für wie lange sie gespeichert wurden und dann wird es noch schwerer, diese Daten auch zu schützen.

Tim
 
Es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, Bernhard, ob man öffentlich diskutiert und dabei gewisse Meinungen und/oder Informationen des Einzelnen freiwillig öffentlich macht, oder ob man sich Gedanken über die Einhaltung und/oder Gestaltung der Datenschutzgesetze macht.

Mann sollte aber auch nicht mit zweierlei Mass messen. Es kann halt nicht sein das Personen die freiwillig viel von sich preis geben (Foren (Bilder, Kaufgesuche, Verkaufsgesuche, Urlaubsbilder, etc)), die gleichen sind die sich über eine BB im Auto aufregen die nur im Notfall ausgelesen wird.
 
Das ist flacsh....
Es jeden frei sich hier mit einer "Anonymen" Emailadresse zu registrieren und auf zroadster via TOR zuzugreifen (weiter gehende Maßnamen wie z.B. die Nutzung eines VPN Gateways in einem sicheren Drittland wären vermutlich übertrieben).

Falls man sowas unterlässt, ist es die eigene Entscheidung. Genau dies ist aber bei staatlichen Zwangsmaßnahmen "nicht" der Fall.

Gruß,

Björn

Edith: Jan war schneller....
Genau so machst du es? Björn, Z4 3.0 - am 16.09 machst du eine Ausfahrt zum Meilenwerk mit Gokart fahren.....
 
Mann sollte aber auch nicht mit zweierlei Mass messen. Es kann halt nicht sein das Personen die freiwillig viel von sich preis geben (Foren (Bilder, Kaufgesuche, Verkaufsgesuche, Urlaubsbilder, etc)), die gleichen sind die sich über eine BB im Auto aufregen die nur im Notfall ausgelesen wird.

Es ist deshalb kein "zweierlei Maß", weil jeder Mensch freiwillig so viel oder wenig von sich preisgeben kann, wie er möchte, ohne hierdurch auf seine datenschutzgesetzlich verbrieften Rechte verzichten zu müssen. Auch ohne die Rechtsbrille bleibt es ein erheblicher Unteschied, ob man nach eigener Entscheidung bestimmte Informationen preisgibt, oder ob man per Gesetz - mithin durch fremde Entscheidung gezwungen wird, die Informationen preiszugeben.

Natürlich mutet es bisweilen befremdlich an, wenn Menschen unbedacht viel zu viel von sich preisgeben und dann gleichzeitig - und damit offensichtlich auf unvollständiger Wissensbasis - sich über Aufweichungen des Datenschutzes empören. Auf dieser Betrachtungsebene gebe ich dir recht. :)
 
Wer hier im Forum schreibt und sich im gleichen Zug über ein BB und Datenschutz aufregt - da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Dann schüttel den Kopf mal nicht zu stark, denn du vergleichst da Äpfel mit Birnen.
  1. Im Forum schreibst du freiwillig und entscheidest selbst, was du über dich preisgibst und was nicht. Bei dieser BB hast du diese Entscheidungsfreiheit nicht.
  2. Die Daten, die mit der BB erhoben werden, sind fest mit der Identität des Fahrzeughalters verbunden. In Foren gibt man für gewöhnlich seine wahre Identität nicht preis, sondern verwendet einen Nickname, ein Pseudonym.
  3. Du selbst entscheidest, ob du dich in Foren anmeldest, oder es lieber bleiben lässt. Nach Brummms Ausführungen soll ein KFZ-Halter diese Wahl nicht haben.
Ich selbst bin ein großer Gegner von zwangsverordnetzer Datenpreisgabe und damit absolut gegen die Einführung dieser BB.

Edit: Brummm war schneller.;)
 
Ach, Jan du bist Anwalt - Gesetzestexte gehen dir runter wie 10W-60.....

Ich bin Handwerker und sehe das anders, aber genau so
 
Natürlich mutet es bisweilen befremdlich an, wenn Menschen unbedacht viel zu viel von sich preisgeben und dann gleichzeitig - und damit offensichtlich auf unvollständiger Wissensbasis - sich über Aufweichungen des Datenschutzes empören. Auf dieser Betrachtungsebene gebe ich dir recht. :)
Genau darum, nur darum, ging es mir eben. :t

Ein anderes schönes Beispiel war Google Street View. Es ist ein Unterschied, ob ich hier schreibe, wann ich wo sein werde, oder ob ich unwissend von einer Kamera geknippst werde.
"Lustig" war hingegen, dass Leute ihr Haus nicht auf Street View abgebildet haben wollten, aber gleichzeitig eigene Bilder vom Haus im Internet fleißig verteilt haben.

Tim
 
Hallo,
also prinzipell habe ich nix geben so eine Box, vorrausgesetzt die Daten werden wirklich nur für einige sec. gespeichert um so Unfallhergänge besser zu rekunsturieren. Das ganze hat Vor- und Nachteile, denn dadurch lässt sich natürlich auch eher eine Mitschuld der beteiligten Nachweisen oder aber auch ausschliessen. So ist dann zumindest die Diskussion bei machen Unfällen nach der Höhe der gefahrenen Geschwindigkeit ganz schnell erledigt.
Das hätte den Voteil das echte Raser im Falle eines sehr schweren Unfalles höher bestraft werden können (Vorsatz. Grobe Fahrlässigkeit etc. lässt sich somit evtl. besser nachweisen).
Versicherungen dürften daran auch ein nicht unerhebliches Intresse haben wenn die einem dann wegen grober Fahrlässigkeit ( z.B. Tempo 220 auf der Landstraße beim Unfall) auf der Haftung sind und sich das Geld wiederholen können.
Also vom Grund her finde ich die Idee niocht schlecht Vorrausgesetzt das wird richtig genutzt und nicht missbraucht.
 
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