Versteh mich nicht falsch, ich mag meinen R6 auch sehr. Aber die Realität ist dass deren Zeit endlich ist und lieber freue ich mich auf die kommenden Dinge die gut erscheinen.
Genau das ist das zentrale Problem. Es ist nicht die Unfähigkeit der Autohersteller, Kundenbedürfnisse zu erkennen, sondern der falsche, politisch motivierte Ansatz, in einigen wenigen westlichen Ländern. Der Sportwagen-Kunde verlangt schlicht keinen E-Sportwagen und das, ganz gleich, wie technisch beeindruckend diese auch sein mögen.
Es gibt dafür klare Indizien: Warum zögern etablierte Marken wie Porsche bei der Elektrifizierung von Modellen wie dem Boxster/Cayman oder Ferrari bei der Einführung ihres angekündigten 'Elettrica'? Dieses Zögern hat einen tiefen Grund.
Auch die Tatsache, dass Rimac Berichten zufolge nach nur 50 gebauten Nevera-Modellen Schwierigkeiten hat, weitere Käufer zu finden, spricht Bände. Das Problem ist nicht, dass das Auto zu groß oder zu schwer oder gar zu SUV´isch wäre; es liegt an der grundsätzlichen Akzeptanz des reinen E-Konzepts in diesem emotionalen Segment.
Welchen elementaren Mehrwert bietet ein 200.000 € Porsche noch, wenn ein 50.000 € Smart #1 mit seinen 423 PS bei der Beschleunigung kaum schlechter abschneidet und relativ ähnliche Emotionen vermittelt? Oder eine 100.000 € Tesla Plaid, die auf der Rennstrecke womöglich sogar überlegen ist? Ein Sportwagen definiert sich eben nicht nur über Zahlen. Die Emotion ist der entscheidende Schlüssel.
Ein Golf R war fahrleistungstechnisch dem Cayman ähnlich, doch der elementare Unterschied war der Boxer-Sechszylinder und sein Klang. Dieser Sound ist integraler Bestandteil des Fahrerlebnisses. Als Porsche beim Cayman auf den Vierzylinder umstellte, litt die Attraktivität des Modells trotz technischer Verbesserungen massiv. Schon die fehlende Seele von nur zwei Zylindern störte die emotionale Bindung. Man stelle sich nun den massiven Einbruch der Emotion nur ausmalen, wenn gar kein Porsche-Motorsound mehr vorhanden ist.
Die Elektrifizierung von Alltagsautos halte ich nach wie vor für sinnvoll. Es ist eigentlich nur noch eine Frage der Infrastruktur, wann sich das durchsetzt. Aber bei Sportwagen? Da sehe ich absolut null Vorteile, nur handfeste Nachteile für das, was wir am Fahren lieben.