Bei aller (berechtigten?) Aufregung: Ein Steuersünder ist noch lange kein Mörder, Vergewaltiger, oder Kriegsverbrecher.
Bei Steuerstraftaten gibt es im Gegensatz zu anderen verbrechen die Möglichkeit, diese Taten vollumfänglich wieder auszugleichen, sprich: Steuern + Strafe nachzuzahlen. Bei einem Mord sieht das nun einmal ganz anders aus...

. Ich will Herrn Hoeness auch sicher nicht verteidigen. Aber ich frage mich ernsthaft, ob es richtig ist, für Steuerstraftaten z. B. härter bestraft zu werden, als beispielsweise für Gewaltdelikte, wo ich - mit Hilfe eines guten Anwaltes - u. U. noch eine Reihe von mildernden Umständen ins Feld führen kann?
Die Antwort darauf ist sicher nicht einfach und kann auch nicht pauschal gegeben werden. Trotzdem plädiere ich einmal dafür, auch die Verhältnismäßigkeiten zu berücksichtigen.
Und nochmals: Was wäre passiert, wenn Hoeness heute diese immensen Summen nicht gestanden hätte? Die Ermittlungsbehörden hatten ja offensichtlich keine Kenntnis davon.
DAS sollte einmal zu denken geben. Da wird ein Apparat aufrecht gehalten (Steuerfahndung), die bei begründetem Anfangsverdacht (Selbstanzeige U. H.) nicht den Dingen auf den Grund geht.
DAS ist für mich mindestens ein gleich großer Skandal, wie die Vergehen von Herrn Hoeness.