extrem interessant, wie man von dem thema, welches der fredersteller angefangen hat, plötzlich zum islam bzw. kopftuch kommt, aber an sich sind wir ja alle tolerant...*räusper
um auf dein geschriebenes zu antworten stelle ich eine gegenfrage: was ist schlimmer? der ehemann, der seine frau gegen ihren willen zwingt sich zu verhüllen oder eine instanz (hier: der neutrale deutsche staat), die die frau zwingt sich "auszuziehen", also das kopftuch abzunehmen?

warum ist ein(e) conchita wurst als minderheit bereichernd (das findet zumindest der mainstream) und zeugnis von toleranz und gesellschaftlichem fortschritt und ein kopftuch ein rotes tuch?
warum sind wir so radikal intolerant wenn es um friedliche koexistenz geht und wie passt das zu unserem toleranzanspruch? warum brauchen wir immer einen feind gegenüber dem unsere komplette aufmerksamkeit und ausrichtung erfolgt? vorgestern waren wir selbst das problem, gestern war es der sovjet, heute der moslem, morgen der chinese? sind wir immer die guten, die lediglich von außen provoziert und angegangen werden?
Du verallgemeinerst gerade etwas zu sehr.
Der Mainstream mag Conchita Wurst ja gut finden, das gilt aber nicht für alle. Ich hab nicht mal den Grandprix gesehen, geschweige denn, jemals ein Lied vom ihm/ihr (ja was eigentlich?) gehört.
Genauso glaube ich nicht, dass sich allzu viele Menschen ernsthaft daran stören, wie sich die Menschen anderer Kulturen auf der Straße kleiden. Ausnahmen mag es da sicher geben, aber ich kann nur nochmals von mir selber sprechen. Mir ist es egal. Aber wenn eine bestimmte Einrichtung dies nunmal nicht möchte, dann ist das nunmal ihr gutes Recht. Wenn die nicht wollen, dass ich dort in Jogginghose aufkreuze, dann halte ich mich auch daran.
Das Frauen Angst haben müssen, von ihren Ehemännern verprügelt zu werden, wenn sie dieses abnehmen, ist in der Tat ein schwer zu entkräftigendes Argument. Doch warum ist es möglich, dass Frauen wegen so etwas verprügelt werden? Ehrenmorde? Unterdrückung der Frauen? Das ist auch wieder das gleiche Thema. Weil die Familie ihre Kultur in unserem Land auf Biegen und Brechen ohne Einschränkungen aufrecht erhalten wollen, seien sie noch so barbarisch, müssen wir uns jetzt anpassen, sonst riskieren wir, dass diesen Frauen etwas passiert. Sorry, aber das ist ein Freifahrtschein für solch eine Tyrannei. Wenn eine Familie ihre Tochter umbringen lässt, weil sie ihrem Mann untreu war, dann haben die hier nichts zu suchen. Dann sage ich jetzt ganz krass, dass sie abgeschoben gehören! Für so eine furchtbare Sitte ist hier kein Platz! Ganz einfach! (Und in meinen Augen auch nirgendwo anders)
Und wenn Du uns, wie du es zuletzt schreibst, schon als intolerant bezeichnest, dann vergiss nicht die absolute Intoleranz der anderen uns gegenüber!
Beispiel:
Es gibt in Berlin einen Stadtteil, ich kann leider nicht mehr sagen, welcher es ist, dort leben überdurchschnittlich viele Ausländer und wenige Deutsche.
Vor einiger Zeit gab es dort eine Protestwelle der dort lebenden Ausländer, dass diese es nicht weiter hinnehmen wollen, dass die Stadt in ihrem Stadtteil zur Weihnachtszeit die Straßen festlich schmückt, weil es nicht ihrer Kultur entspräche. Was ist jetzt mit den Deutschen, die dort leben? Die sich seit Jahren dieser Weihnachtsdeko erfreuen? Die gehen in Zukunft im Dunkeln zum Weihnachtsmarkt, denn da man für sie und ihre Kultur keine Toleranz übrig hatte, wurde auf Drängen der dortigen protestierenden Anwohner beschlossen, dass es dort in Zukunft keine Beleuchtung mehr geben wird.
Und das ist genau das, was ich jetzt im dritten Post nochmal versuche zu kommunizieren! Ja! Es geht genau darum! Um gegenseitige Toleranz! Nur darum! Aber dann doch bitte von allen! Und nicht nur von uns. Und wenn jemand nicht möchte, dass bei ihm in seiner Einrichtung bestimmte Kleidungsstücke getragen werden, egal ob Kopftuch, Jogginghose oder ein schlichtes Cappi, dann ist es an mir, dass zu tolerieren und zu akzeptieren. Das ist auch Toleranz! Toleranz in die andere Richtung, die genau so wichtig ist, wie anders herum. Und wenn Frauen deshalb um ihr Leben bangen müssen, dann liegt der Hund dort begraben und nicht bei der Toleranz! Dann muss da eben was passieren! Aber leider trauen wir uns nicht, denn dann werden wir sofort wieder als Nazis bezeichnet! Von unseren eigenen Leuten!