Ein Stoffdach ist im weitesten Sinne als Verschleißteil zu sehen. Es wird bei normalem Umgang im Alltag grundsätzlich den Umwelteinflüssen unterliegen. Zwischen Innen- und Außenstoff befindet ich eine Gummimembrane, die mit der Zeit versprödet und besonders in den Nahtbereichen irgendwann zu Undichtigkeiten neigt. Da nutzt auch der beste Verdeckstoff in Sonnenlandqualität nichts.
Weiterhin verspröden und brechen auch die Kunststoffscheiben, deren fachgerechter Ersatz die Demontage des Stoffbezuges bedingt.
Mein 300 SL EZ 4/1988 hatte bis zum Verkauf Ende Juli diesen Jahres noch das erste Stoffverdeck drauf und optisch war es noch nicht so, dass ich über einen Austausch nachgedacht habe.
Dieses Foto hatte ich u.a. für den Verkauf gemacht:
Andere Eigner von gleichalten 107ern haben zwischenzeitig schon das dritte Verdeck montiert.
Mein 300er stand meist mir geöffnetem Dach nur in der Garage, wurde selten - aber regelmäßig - nur bei schönem Wetter bewegt und hat tatsächlich nur einmal auf einer Ausfahrt einen Tag Dauerregen gesehen.
Im Alltag gefahrene Cabrios mit Stoffdächern, gar noch stets im Freien geparkt, haben da völlig härtere Einsatzbedingungen.
Das Öffnen bzw. Schließen eines Stoffdaches bei Temperaturen unter +10°C sollte man tunlichst vermeiden, da dadurch die Gummimembrane (und auch die Kunststoffscheiben) brechen können. Im Neuzustand geht es wegen der Weichmacher noch halbwegs schadlos, doch auch hier können bei tieferen Temperaturen Brüche entstehen.
Der Sonnenlandstoff findet auch heute noch seinen Einsatz in den hochwertigen Stoffdächern. Es gibt aber auf dem Nachrüstmarkt auch schlechtere Qualitäten, die dann zwar weniger kosten, aber sich wegen des großen Montageaufwandes beim Austauschen auf Dauer nicht rechnen.
Das Aluklappdach des Z4 E89 darf lt. Bedienungsanleitung bei -10°C betätigt werden. Das ist schon einmal ein Riesenvorteil gegenüber einem Stoffdach.
Nachteilig ist der durch die Dachunterbringung kleinere Kofferraum, doch braucht man den für ein Spaßauto wirklich ? - Bei Minustemperaturen werde ich das Dach des Z4 trotzdem nicht bewegen. Irgendwie hätte ich dabei das "blöde" Gefühl, dass die Kabelstränge und Hydraulikleitungen temperaturbedingt spröder werden und leiden, was sich später in Form eines Dauerbruchs durch Nichtfunktionalität des Dachmechnismusses und schlimmer noch durch in den Innenraum spritzenden Hydrauliköls rächen könnte. Da es aber im Winter viele schöne Tage gibt, an denen es zwar kalt aber auf den Straßen salzfrei ist, wird mein Zetti - genauso wie der SL - mit geöffnetem Dach in der Garage stehen. Gegen Staub kommt dann noch der Autopyjama drüber ... fahren kann ich damit mangels Winterrädern ohnehin nur bei glättefreien Straßen.
Zu meinem 300er hatte ich auch ein Hardtop - wegen seines Gewichtes vom ca. 50 kg habe ich es nicht nicht oft gewechselt (erst hing es unter der Garagendecke und nach Einbau der Hebebühne stand es im Keller). Erst zum Verkauf kam es dann wieder ans Tageslicht.
Mit Hardtop wurde aus dem SL ein wunderschönes Coupé. Ich habe diesen Anblick nur beim Kauf, einer Clubausfahrt (da hing es noch in der Garage) und anlässlich des Verkaufs "genießen" können.
Der Z4 bietet mir per Knopfdruck ein wunderschönes Coupé oder Cabrio - je nach Lust und Witterung. Das ist in meinen Augen einfach perfekt, denn im Alter möchte ich kein Hardtop mehr schleppen müssen, bei dessen Montage auch noch die Gefahr besteht, dass der Lack an Hardtop oder Karosserie Schaden nimmt.
Mit dem Alublechdach an Bord kann ich nun auch mit dem Cabrio in den Kurzurlaub fahren und muss mir keine Sorgen machen, dass mir irgendwelche Gelegenheitsdiebe das Dach aufschlitzen, um an irgendeinen Gegenstand zu kommen, den sie im Handschuhfach vermuten.